Ein Teil der Gemeinschaft bleiben

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Hier soll die Wohnanlage mit dem Wohnkonzept 50plus entstehen: (V.li.) Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar, die Investoren Dirk Weddig und Daniel Sallwey sowie Projektentwickler Heinrich Bambey auf der Wiese vor der Wesertalhalle.

Reinhardshagen. Moderne Wohnanlage mit Konzept „50plus“ soll vor der Wesertalhalle entstehen – Info-Abend am 7. Mai.

Reinhardshagen. Daniel Sallwey und Dirk Weddig reagieren auf die sich verändernde Altersstrukturen in der nordhessischen Gemeinde und wollen für rund 2,5 Millionen Euro eine moderne Wohnanlage vor der Wesertalhalle bauen lassen. 15 Mietwohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 1.200 Quadratmetern sollen hier entstehen, die für Menschen ab 50 Jahren gedacht sind. Nach den Vorstellungen der Bauherren soll die Einweihung im Frühjahr 2016 gefeiert werden.Am Mittwoch, 7. Mai, wird Projektentwickler Heinrich Bambey, der sich auf barrierefreie Wohnanlagen spezialisiert hat und Projekte bundesweit begleitet, ab 19 Uhr das Konzept den Bürgerinnen und Bürgern in der Wesertalhalle vorstellen.Schon jetzt gibt die Mündener Rundschau einige Einblicke in das Projekt. Entstehen sollen 2- und 3- Zimmer-Wohnungen (50 bis 80 qm) mit Balkon, die per Aufzug bequem zu erreichen sind. Ein Gemeinschaftsraum mit Teeküche wird sich auf 60 Quadratmetern erstrecken und sowohl von den Bewohnern der Anlage als auch von den Bürgerinnen und Bürgern Reinhardshagens für Veranstaltungen offen stehen. Damit soll die Gemeinschaft im Ort weiter gestärkt werden. Speziell die Bewohner der Anlage bleiben ein Teil des sozialen Netzwerkes und sollen auch weiterhin in ihrem Heimatort wohnen bleiben können. Service- Betreuungs- und Pflegeleistungen sollen auf Wunsch und Bedarf frei wählbar sein. Ein ortsansässiger ambulanter Pflegedienst soll nach Bambeys Vorstellungen die Dienstleistungen übernehmen.Den Erfolg des Vorhabens machen er, Sallwey und Weddig auch an den Einwohnerzahlen fest: Von insgesamt 4.500 gehören 788 demnach zur Altersgruppe der 65-79-Jährigen und sogar 303 Einwohner zur Altersgruppe 80plus. Sie könnten mit dem modernen Wohnmodell weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Auch dann, wenn sie einen erhöhten Hilfe- und Pflegebedarf hätten. Das freie Wohnen stünde im Vordergrund, es handele sich nicht um ein Pflegeheim, betont Bambey.

Sallwey und Weddig bekennen sich als Reinhardshäger zu ihrer Heimat und wollen mit ihrer Idee dem demografischen Wandel offenkundig ein Schnippchen schlagen: "Die älteren Bürger ziehen nach Hofgeismar oder Hann. Münden, wenn die familiäre Situation nicht mehr gegeben ist. Wir wollen mit der Wohnanlage diesen Negativtrend mit einer alternativen Wohnform stoppen, die akzeptiert wird und auch bezahlbar ist", erklären beide. Eine hochpreisige Seniorenresidenz werde es nicht geben. Die Mieten der Wohnungen würden an das Preisniveau vor Ort angepasst.

Dettmar: Bekommen extrem positives Feedback

"Das Bauvorhaben fügt sich ideal in die Entwicklung unserer Gemeinde ein, die wir mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und der Nachbarschaftshilfe zukunftsweisend ausgerichtet haben. Nun folgt der nächste Schritt, für den wir aus der Bevölkerung schon ein extrem positives Feedback bekommen haben. Der Vorteil für uns als Gemeinde liegt an der Nutzung der seit über 10 Jahren in der Vermarktung befindlichen Baulands", erklärt Bürgermeister Fred Dettmar. Nun müsse zunächst der Bebauungsplan geändert und das Gelände zu einem Sondergebiet für soziale Nutzung ausgewiesen werden. Dettmar versprach die Änderung  voranzutreiben: "Das geht innerhalb weniger Wochen."

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