Mündener übernahm Nebenrolle in Action-Film

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Thomas Kock vor einem Kinoplakat von „Atomic Eden“.

Vom Studio auf die Leinwand: Thomas Kock erfüllte sich einen Traum

Hann. Münden. Am letzten Samstag im Juli rauschte ein silberner Maybach durch die Lange Straße. Vor den Schiller Lichtspielen hielt die Nobelkarosse und aus stieg Fred Williamson. „The Hammer“, wie er auch genannt wird, spielte in den 1970er Jahren in der Kult-Serie „MASH“ mit und war unter anderem Darsteller im Roadmovie „From Dusk till Dawn“ oder der Actionkomödie „Starsky & Hutch“.

Auf dem Roten Teppich empfangen wurde der 80-Jährige von Thomas Kock, Inhaber des Selbstverteidigungs- und Fitnesssportvereins Hann. Münden e.V. und zahlreichen Kinogästen, die Tickets für die Premiere des Streifens „Atomic Eden“ erworben hatten. Williamson wie auch Kock wirken in der Produktion mit. Wir sprachen mit Thomas Kock über seine Rolle(n), die Dreharbeiten und seine Zukunftspläne in der Branche.

Mündener Rundschau (MR): Herr Kock, um was geht es in „Atomic Eden“? 

Thomas Kock: Es geht darum, dass eine Söldnertruppe aus Waffen- und Kampfspezialisten den Auftrag erhält in das verstrahlte Gebiet um Tschernobyl einzumarschieren, um dort eine Superwaffe der Nazis zu suchen. Aber das gestaltet sich nicht so leicht wie gedacht, denn sie stehen einer ganzen Armee aus Gegnern gegenüber, die sie vorher aus dem Weg rämen müssen. Da geht es ordentlich zur Sache. Es ist eben ein Actionfilm.

MR: Wie kam es, dass Sie eine Nebenrolle übernahmen? 

Kock: Man kennt mich in der Film-Branche, weil ich bereits in „One Million K(l)icks“ oder „The Hitman Agency“ mitwirkte, der übrigens gerade in den amerikanischen Kinos läuft, und hatte mich weiterempfohlen. Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich wollte immer in Kampf-Filmen mitspielen.

MR: Wie waren die Dreharbeiten, in welcher Szene sind Sie zu sehen? 

Kock: Uff, die waren wirklich anstrengend. Wir haben mehrere Wochen in Schedeleben (Sachsen, die Redaktion) gedreht. Ich habe am Set auch viel hinter der Kamera gearbeitet und dafür die kleine Nebenrolle bekommen. Ich spiele „den Belgier“, einen Sicherheitsmann, der einen Hof bewacht und von Mike Möller ausgeschaltet wird. Auch wenn ich nur etwa 45 Sekunden zu sehen bin, haben wir für die Aufnahmen dieser Szene zwölf Stunden gebraucht. Wir mussten für verschiedene Kameraeinstellungen immer und immer wieder gegeneinander antreten.

MR: Wenn Sie zwölf Stunden benötigten, um diese Szene zu drehen, warum waren Sie dann mehrere Wochen am Set? 

Kock: Weil ich auch andere Nebenrollen übernahm. Die Armee, die gegen die Söldnertruppe kämpft, ist in anonyme Ganzkörperanzüge und Gasmasken gehüllt. Mein Gesicht ist zwar nicht zu sehen, aber ich spiele ungefähr jeden Dritten dieser Angreifer.

MR: Wie sah ein Drehtag aus? 

Kock: Ich half bei den Set-Vorbereitungen, legte Kabel, stellte Kameras auf. Wir haben eine Szene gefühlte eine Million Mal gedreht. Es ist wie ein Puzzle, bei dem man hilft es zusammenzusetzen. Jeder Drehtag endete etwa nach 18 Stunden. Teilweise wurden die Nachtszenen bis 5 Uhr morgens gedreht, obwohl es um 6.30 Uhr wieder weiter ging. An Schlaf war da nicht zu denken. Das war echt harte Arbeit, hat aber wirklich viel Spaß gemacht.

MR: Welchen Eindruck machten die Hauptdarsteller Fred Williamson und Mike Möller auf Sie? 

Kock: Das sind absolute Profis, von denen man sich viel abschauen kann. Fred hat wirklich eine sehr coole Art. Er hat das gewisse Etwas. Mit seiner Aura muss er gar nicht viel machen – er muss bei einem Film quasi nur dabei sein.

MR: Auch Sie haben „Atomic Eden“ bei der Premiere zum ersten Mal gesehen. Ihr Fazit? 

Kock: Für einen Low-Budget-Film fand ich ihn gut. Die eigene Stimme synchronisiert zu hören war dann doch etwas komisch (lacht).

MR: Wollen Sie in der Branche weiter Fuß fassen? 

Kock: Das würde ich gerne und es sieht so aus, als könnte ich auch mal eine Hauptrolle übernehmen. Wenn alles klappt, wird demnächst auch hier in der Region gedreht. Mehr darf ich aber noch nicht verraten.

Hintergrund

Thomas Kock (49) ist Ausbilder in Kickboxen, Karate und WingTsun und betreibt den Selbstverteidungs- und Fitnesssportverein Hann. Münden in der Kurhessenstraße 6. Hier trainiert er mit seinem mehrköpfigen Team Kinder und Erwachsene auf 1.000 Quadratmetern. In seiner aktiven Laufbahn konnte Kock deutsche und europäische Titel im Kickboxen erringen. Neben kleineren Film-Rollen war er in „The Hitman Agency“ auch als Stunt-Koordinator aktiv. Kock lebt mit seiner Patchwork-Familie in Hann. Münden. Seine Schauspiel-Vorbilder sind Bruce Lee und Liam Neeson. „Atomic Eden“ ist weiterhin nur in ausgewählten Kinos zu sehen. Bei den bundesweiten Premieren können limitierte DVD-Boxen erworben werden. Ob der Film nochmal in den Schiller Lichtspielen gezeigt wird, steht noch nicht fest.

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