Neues Tourismuskonzept wurde Rats-Ausschüssen vorgestellt

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Jan-F. Kobernuß, Geschäftsführer der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH, stellte das neue Tourismuskonzept der Stadt Münden vor.

Bürgermeister Wegener: „Müssen kräftig in die Hände spucken“

Hann. Münden. Hundert Seiten stark ist das neue Tourismuskonzept für Hann. Münden. Auf der Webseite der Stadt Hann. Münden ist es abrufbar. Ende Oktober waren Ratsmitglieder des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses zu Gast bei den Versorgungsbetrieben im Werraweg. Dort stellte Jan-F. Kobernuß, Geschäftsführer der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH, eine Kurzfassung vor.

Mehr verkaufsoffene Sonntage möglich

Die mittelalterliche Fachwerkstadt mit ihrer reichen Vergangenheit als Handelsstadt und der Lage an den drei Flüssen, Werra, Fulda und Weser, ist „einzigartig“. Hinzu kommt der umliegende Naturpark mit vielen Wanderwegen. Im Vergleich zu beispielsweise Göttingen spielt die „Tourismusintensität“ für Münden „eine größere Rolle“. Der Jahresverlauf zeigt jedoch eine „deutliche Konzentration“ von Tages- und Übernachtungstouristen in der Sommersaison. Da sei noch „Luft nach oben“. 47 verkaufsoffene Sonntage seien möglich und werden zurzeit „nicht ausgeschöpft“. Er schlägt vor, die bisherigen Strategien zu sichern und auszubauen. Eine „hohe Aufenthaltsqualität“ zu erreichen, die „Erlebbarkeit steigern“ und die „Dinge emotional“ zu beschreiben, wie die Figur des Dr. Eisenbart.

Die geplante „Stehende Welle“ auf der Werra zum Surfen würde Wassersportler anlocken und wäre auch bei Zuschauern sehr beliebt. Außerdem wird dieser Sport „2020 olympische Disziplin“. Die Aufwertung der Schlagden und die Umgestaltung des Packhofs mit Gastronomie und Veranstaltungsfläche, Fachwerklernwerkstatt und Hostel sei wichtig für die „Gesamtentwicklung“ der Stadt. Aber auch für die Wintersaison müsse „Gesundheit und Wasser“ weiterentwickelt werden, unter anderem mit Wellnessangeboten. Ferner die Ausweitung der Öffnungszeiten des Museums in der Nebensaison. Das Schloss solle besser kenntlich gemacht werden. Weitere Ideen seien Erlebnisshoppen, Kulinarik in gemütlicher Atmosphäre, Tagungen, Hochzeiten. Für die Positionierung und Vermarktung sei ein „gutes Management“ erforderlich. Münden werde dann für Touristen und gleichzeitig für Bewohner attraktiver. Am Ende des Vortrags stellten Anwesende Fragen an Kobernuß. Zur Ausnutzung der vorgeschriebenen Anzahl von 47 verkaufsoffenen Sonntagen sagte er, man solle diese mit Veranstaltungsangeboten verbinden. Für die fehlenden Angebote für Mountainbiker werde derzeit parallel ein Naturparkplan erstellt. Weitere Fragen waren: Ab wann ist man Tourist? Die Antwort: „Sobald die Gemeindegrenze überschritten wird, ab 50 Kilometern Anreise“, aber nicht bei „Broterwerb oder Arztbesuch“. Und welche Steigerung der Übernachtungszahlen ist möglich? „10 bis 20 Prozent, im Zeitraum von fünf Jahren“. Vorgeschlagen wurde auch eine Draisine zwischen Münden und Volkmarshausen auf der alten Bahnlinie zu schaffen.

Bürgermeister Harald Wegener meinte nach dem Vortrag von Kobernuß, „wir müssen kräftig in die Hände spucken“, zusammen mit allen anderen Organisationen. Zum Thema der drohenden Einstellung der Weserschifffahrt sagte er, die Fortführung könne er „positiv bewerten“. Markus Jerrentrup erinnerte, dass am 22. Juni 2017 der Rat der Stadt die Tourismusabgabe beschlossen hatte. Danach fanden zwei Workshops zum Tourismuskonzept statt, am 15. Februar und 6. März. Nun, nachdem das Ergebnis vorgestellt worden sei, werde der Rat es bei der nächsten Sitzung beschließen.

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