Tresor ausgeräumt – 19.000 Euro weg

28-jhriger Witzenhuser wird beschuldigt aber sitzt berhaupt der Richtige auf der Anklagebank?Von MATHIAS SIMONKassel/Witzen

28-jhriger Witzenhuser wird beschuldigt

aber sitzt berhaupt der Richtige auf der Anklagebank?

Von MATHIAS SIMON

Kassel/Witzenhausen. Vor der fnften Strafkammer des Landgerichts muss sich jetzt ein 28-jhriger Witzenhuser verantworten. Der junge Mann wird beschuldigt am 12. September 2005 mit einem bislang unbekannten Mittter den Supermarkt am Kasseler Bebelplatz berfallen zu haben.

Marktinhaber hatte Waffe an der Schlfe

Montagmorgens um kurz nach 5 Uhr sollen der Angeklagte und sein Komplize den Inhaber eines Supermarktes vor seiner Filiale abgefangen und ihn mit Waffengewalt dazu bewegt haben, das Ladengeschft aufzuschlieen. Sie hielten mir ein Messer an den Hals und eine Waffe an die Schlfe, erklrte das Opfer dem Richter. Es geschah aus heiterem Himmel. Ich hatte vorher nie Angst, dass so etwas irgendwann passiert.

19.000 Euro in Bar gestohlen

In den Brorumen soll der Angeklagte das Opfer zu Boden gestoen und es festgehalten haben, whrend der Mittter den Tresor mit dem erbeuteten Schlsselbund des Marktleiters ffnete. Die Tageseinnahmen in Hhe von rund 19.000 Euro, die sich noch vom Wochenende im Tresor befanden, nahmen die Tter nach Aussagen des Geschdigten an sich. Auerdem klauten sie das Handy des Opfers sowie seine Geldbrse, in der sich angeblich 600 Euro befanden. Nachdem sie im Broraum die Telefonanlage unbrauchbar gemacht hatten, soll der vermeintliche Tter samt Komplize mit dem Wagen des Opfers vom Tatort geflohen sein. Spter wurde das Auto in Kassel verlassen aufgefunden.

Der Angeklagte schweigt

Der Angeklagte selbst bestreitet die Tat und verweigerte die Aussage vor Gericht. Verteidiger Ullrich Goetjes teilte mit, dass im Fluchtfahrzeug DNA-Spuren sichergestellt und mit denen des Angeklagten verglichen wurden. Das Erfebnis fiel jedoch negativ aus. Lediglich nur eine von mehreren Zeugenaussagen soll den Witzenhuser belasten. Ein gehrnter Ehemann soll von der Beziehung des Angeklagten zu seiner Ehefrau erfahren und ihn daraufhin bei der Polizei angeschwrzt haben. In einem Telefongesprch will er den Angeklagten belauscht haben, wie er mit seiner Tat prahlte, so Goetjes.

Am ersten Verhandlungstag wurden mehrere Zeugen, darunter ein Straenbahnfahrer und mehrere Mitarbeiter des Supermarktes vernommen. Alle, sogar der berfallene Inhaber des Lebensmittelmarktes, konnten den Angeklagten nicht im Gerichtssaal identifizieren oder in mit der Tat in Verbindung bringen.

Tter kannten sich gut aus

Beide Tter sollen nach Aussage des Marktinhabers whrend ihres berfalls Sturmhauben getragen und deutsch gesprochen haben. Sie sollen sich im Markt selbst ausgekannt und von den Familienverhltnissen des Opfers gewusst haben: Sie drohten, meinen Kindern etwas anzutun, wenn ich etwas gegen sie unternehmen wrde, so der Inhaber des Marktes, der hinter der Tat einen ehemaligen Mitarbeiter vermutet. Der war von ihm Wochen vor dem berfall gekndigt worden. Einen Racheakt knne er sich durchaus vorstellen. Die Aussage eines anderen Zeugen, der bis zur Gerichtsverhandlung anonym geblieben war, bekrftigt diese Vermutung und entlastet damit den Angeklagten.

Richter Jrgen Stanoschek bemerkte am Rande der Verhandlung: Man wird den Fall neu neu aufrollen mssen, wenn man unter Umstnden nicht zu einem Ergebnis kommt.

Sitzt da etwa der Falsche auf der Anklagebank? Die Verhandlungen dauern an, an zwei weiteren Verhandlungstagen werden noch Zeugen angehrt. Ein Urteil wird Mitte Februar erwartet.

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