,Trotz Sandwich-Lage stehen wir gut da’

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MR-Redakteur Mathias Simon (li.) im Gespraech mit Hann. Muendens Buergermeister Klaus Burhenne.

Hann. Münden. Laut wird es um kurz vor Elf, als sich die Tür zu Klaus Burhennes Büro öffnet und 25 kreischende Knirpse des AWO-Kindergartens hera

Hann. Münden. Laut wird es um kurz vor Elf, als sich die Tür zu Klaus Burhennes Büro öffnet und 25 kreischende Knirpse des AWO-Kindergartens herauslaufen. Gerade haben sie sich ihren Ostergruß von der Stadt in Form von Kakao und Schokoladenhasen abgeholt und einen "Schnack" mit dem Bürgermeister gehalten. Danach muss erstmal kurz aufgeräumt, jeder Stuhl im Büro zurechtgerückt werden. Noch ein gemeinsames Foto und die jungen Besucher werden verabschiedet – eine kleine Abwechslung im Rathaus-Alltag. Im Anschluss nimmt sich Burhenne Zeit für Mathias Simon, Redakteuer der MÜNDENER RUNDSCHAU. Der 59-Jährige spricht mit ihm über das Gewerbegebiet Hedemünden, Kindergärten-Plätze und die finanzielle Situation der Dreiflüssestadt.

Mündener Rundschau (MR): Herr Burhenne, wie steht es um die Finanzen der Stadt?Klaus Burhenne: Seit 1994 konnten wir den Haushalt nicht mehr ausgleichen, haben tagesaktuell 35 Mio. Euro Kassenkredite, sind aber auch vermögend, weil wir unsere Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen stets in Ordnung gehalten haben. Für die Grundschulen wurde das Konjunkturpaket genutzt. Natürlich müssen wir in Zukunft auch diesen Schritt weitergehen, weiterhin auch Geld in die Altstadtsanierung stecken. Rathaus, Packhof und die Modernisierung der Fußgängerzone sind nur einige Punkte, die zu bewältigen sind. Ohne Unterstützung von Bund und Land wird das allerdings schwer.

MR: Welches Thema brennt Ihnen momentan besonders unter den Nägeln?Burhenne: An erster Stelle steht die Kindergartenförderung.  Hier gilt es den Gesetzesanspruch bis 2013 umzusetzen, dafür muss neu gebaut werden. Man muss  aber auch berücksichtigen, dass man junge Familien nicht mit einem zu hohen Beitrag belastet, denn sie sollen zu- und nicht wegziehen.

MR: In der Innenstadt tut sich etwas. In der Burgstraße gibt es gerade wieder Geschäftsansiedlungen. Wie bewerten Sie das?Burhenne: Wir sind sehr stolz auf die vielen inhabergeführten Geschäfte unserer Stadt, die überwiegend Zielkäufer anziehen. Auch die Mündener Gilde macht einen super Job und entwickelt Vermarktungsideen, die von anderen, auch größeren Städten, abgekupfert werden. Trotzdem gibt es viele Kritiker. Ich denke, man sollte mit dem zufrieden sein, was man hat und nicht immer alles schlecht reden. Mit Kreisstädten können wir leider nicht konkurrieren, weil sie ein anderes Zulaufpublikum haben. Uns fehlt in der Innenstadt ein großer Frequenzbringer. Dafür schlägt sich Hann. Münden mit seiner "Sandwich-Lage" zwischen Kassel und Göttingen trotzdem sehr gut.MR: Welche Ziele wollen Sie für die Stadt in Zukunft erreichen?Burhenne: Leider haben wir nicht Weihnachten. Was nützt mir ein Wunschzettel, den niemand erfüllen kann? Fakt ist, dass das Gewerbegebiet Hedemünden erweitert werden soll, womit so schnell keiner gerechnet hat. Vor allem die Ansiedlung der Wessels & Müller AG kann ich getrost als sehr  gelungen bezeichnen. Nicht etwa, weil sie Gewerbesteuer in die Stadtkasse spült, sondern weil sie ihre Mitarbeiter achtet und durch ihre Unternehmensstruktur sichere Arbeitsplätze für Jedermann anbietet. 127  will allein W&M in Hedemünden schaffen, insgesamt sollen im Gewerbegebiet 300 Arbeitsplätze gesichert werden und  entstehen. Der demografische Wandel wird sich dadurch natürlich nicht aufhalten lassen, aber wir setzen ein Zeichen. Unsere anderen Gewerbegebiete sind ausgelastet. Hier gilt es Bestandspflege zu betreiben und Arbeitsplätze zu erhalten. Dass wir im Februar eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent hatten, ist auch ein Verdienst unserer Firmen. Es fahren täglich mehr Arbeitnehmer nach Münden rein als raus – dass ist für eine Stadt zwischen zwei Oberzentren bemerkenswert.

MR: Und wie schätzen Sie insgesamt die Situation der Stadt ein?Burhenne: Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Städten sind wir gut aufgestellt. Mit den angesprochenen Problemen die wir haben, stehen wir nicht alleine da. Man wird in Zukunft Abstriche machen müssen. Ich glaube seit dem Thema "Griechenland" ist den Menschen bewusst geworden, dass der Reichtum in Deutschland nicht endlos weitergehen kann.

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