Über 10.000 Fahrzeuge in vier Bundesländern kontrolliert

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Auf richterliche Anordnung wurden die Männer bis zum nächsten Morgen in Gewahrsam genommen.

Hessen/Thüringen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbekämpfung bei länderübergreifenden Kontrollen im Fokus.

Hessen/Thüringen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Im Rahmen der Sicherheitskooperation zwischen den Ländern Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt sowie dem Freistaat Thüringen führten neben der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, die Landespolizeiinspektion Nordhausen, die Autobahnpolizeiinspektion Schleifreisen, das Polizeipräsidium Nordhessen sowie die Polizeidirektion Göttingen vom 2. bis zum 8. Juni 2014 länderübergreifende Kontrollen durch. Ziel war es, durch umfassende Kontrollen eine konzentrierte und gezielte Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbekämpfung, insbesondere im Grenzgebiet zwischen den beteiligten Bundesländern, zu betreiben.

Zeitlich und örtlich abgestimmt, wurden unter anderem gemeinsame Kontrollen auf der A 38 zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen, zwischen Thüringen und Niedersachsen und auf grenzüberschreitenden Bundesstraßen der beteiligten Bundesländer durchgeführt. Im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung stand die konsequente Verfolgung und Aufklärung von Straftaten länderübergreifend agierender Täter im Vordergrund. Im Bereich der Verkehrsüberwachung lagen die Schwerpunkte in der Erhöhung der Verkehrssicherheit durch gezielte Kontrollen.

Phänomen "Autobahngold"

Kräfte der Polizeidirektion Göttingen konnten durch verdeckte Maßnahmen verschiedene Tatversuche zu dem Kriminalitätsphänomen "Autobahngold" feststellen und rumänische Tatverdächtige aus dem Raum Hameln ermitteln. Bei dem Phänomen "Autobahngold" werden Fahrzeuge unter dem Vorwand eines Notfalls angehalten und Geld für Kraftstoff erbettelt. Zum "Dank" bekommen die späteren Geschädigten billigen Modeschmuck geschenkt. Im Anschluss werden die Opfer überredet, weiteren Schmuck zu völlig überteuerten Preisen zu kaufen.

Weiterhin konnte durch Kräfte der Polizeidirektion Göttingen eine vollendete Tat zu dem Kriminalitätsphänomen "Kettentrick" ermittelt werden. Hierbei kam es in der Region Hannover zu einem Diebstahl einer Halskette im Wert von 800 Euro zum Nachteil einer 68-jährigen Frau. Drei rumänische Staatsangehörige aus dem Raum Hameln konnten vorläufig festgenommen werden, wobei zwei weibliche Personen am 5. Juni durch das Amtsgericht Hannover im beschleunigten Verfahren wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Diebstahls jeweils zu einer Haftstrafe von 4 Monaten (Bewährungszeit: 3 Jahre) verurteilt wurden.

Das Urteil ist rechtskräftig. Beim "Kettentrick" werden hauptsächlich Frauen auf offener Straße in ein Gespräch verwickelt, wobei ihnen wertloser Goldschmuck entweder an den Arm oder an den Hals gehangen wird. Die Trickbetrüger gehen dabei geschickt und stets erfinderisch vor. Aus dem Fahrzeug heraus fragen sie beispielsweise nach dem Weg ins Krankenhaus oder zur nächsten Apotheke und verwickeln das potenzielle Opfer in ein Gespräch. Aus vorgetäuschter Dankbarkeit komme es dann zu dem verhängnisvollen Körperkontakt, bei dem der echte Halsschmuck oder Armschmuck der Seniorin durch eine wertlose Fälschung ausgetauscht wird.

684 Beamte im Einsatz

Die Polizeidirektion Göttingen beteiligte sich mit 162 Beamtinnen und Beamten an der Aktion. Es wurden 5.272 Fahrzeuge kontrolliert bzw. gemessen. Hierbei kam es insgesamt zu acht vorläufigen Festnahmen, der Einleitung von drei Ermittlungsverfahren (Betrug und Diebstahl) und zur Fertigung von 374 Verkehrsordnungswidrigkeiten-Anzeigen. Weiterhin wurde ein Kraftfahrzeugführer ohne Fahrerlaubnis und unter dem Einfluss von Drogen festgestellt. In den vier beteiligten Bundesländern waren insgesamt 684 Beamte im Einsatz und kontrollierten über 10.600 Kraftfahrzeuge und Insassen.

Wesentliche Ergebnisse der länderübergreifenden Kontrollwoche sind vorläufige Festnahmen (27), Sicherstellungen/Beschlagnahmen (24), Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen (1.502), Feststellungen des Fahrens unter dem Einfluss von Alkohol (33), Feststellungen des Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (11), Verstöße gegen die Vorschriften des gewerblichen Güter-/Personenverkehrs (19) und Vollstreckungen von Haftbefehlen (2).

"Da Diebesbanden und andere Straftäter immer mehr überregional tätig sind, ist eine gute Zusammenarbeit über örtliche Zuständigkeitsgrenzen hinaus die Grundlage für eine effiziente Polizeiarbeit", hebt Robert Kruse, Präsident der Polizeidirektion Göttingen, die Wichtigkeit dieser Kontrollen hervor. Die Kontrollen werden von allen Behörden der beteiligten vier Bundesländer als erfolgreich bewertet.

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