Unsicherheit in den Freibädern der Region

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Eröffnung ungewiss: Sven Schäfer, Betreiber des Kiosks „Casotto“ im Freibad Reinhardshagen.

Die einen dürfen nicht öffnen, die anderen wollen nicht - Reinhardshagen und Hann. Münden mit unterschiedlichen Problemen angesichts der Corona-Krise

Reinhardshagen./Hann. Münden Trotz Sonnenscheins blieben die Freibäder aufgrund der Corona-Krise bislang dicht. In Niedersachsen dürfen Sie ab Montag öffnen, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. In Hessen ist die Lage noch völlig ungewiss, wie Sven Schäfer erklärt. Er betreibt den Kiosk „Casotto“ im Freibad Reinhardshagen. Schon am vergangenen Wochenende wäre er startklar gewesen, hatte frische Lebensmittel besorgt, um die Gäste kulinarisch zu verwöhnen. Doch daraus wurde nichts, weil laut Schäfer das Veterinäramt des Landkreises Kassel keinen Mitarbeiter habe schicken können, um die Einrichtung zu inspizieren.

„Regierung muss handeln“

Man habe, wie jedes Jahr, viel Arbeit investiert, um auf die Saison vorbereitet zu sein. Kampflos aufgeben wolle man aufgrund der Pandemie nicht: „Im Zuge der Corona-Krise wissen wir nicht wann, oder ob wir überhaupt eröffnen. Trotzdem haben wir die Aufbereitung des Beckens, Fliesenerneuerung, Geländepflege, Technikwartung und natürlich Hygienemaßnahmen in Angriff genommen. Wir Reinhardshäger haben, unterstützt durch den Förderverein Bäder Reinhardshagen, unseren Job gemacht. Jetzt liegt es an der Bundes- bzw. Landesregierung wann Erholung, Sport und Soziales hier wieder stattfinden darf“, erklärt Schäfer. Er selbst habe sich seit Wochen sehr genau fachlich informiert und danach auch positioniert. Er habe keine Angst zu öffnen. Die Lockerungsmaßnahmen seien jetzt genau richtig: „Für mich ist es eine Herausforderung, den Menschen die Angst zu nehmen und sie zu beruhigen, sodass sie wieder ins Freibad kommen, um sich zu erholen und ihrem Sport nachgehen zu können. Das Personal ist optimal geschult und die Gemeinde sehr gut vorbereitet.“ Schäfer finde es sehr schade, dass viele Familien durch finanzielle Engpässe, oder geschlossene Grenzen nicht in den Urlaub fahren könnten. Freibäder würden in dieser Situation für ein wichtiges Freizeitangebot sorgen.

Zurückhaltung in Hann. Münden

VHM-Geschäftsführer Jens Steinhoff.

In der nur wenige Kilometer entfernten Dreiflüssestadt könnte man laut niedersächsischer Landesregierung am Montag zwar öffnen, möchte es aber (noch) nicht. Wie Jens Steinhoff, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hann. Münden (VHM) formuliert, wolle man zunächst Vorsicht walten lassen: „Wir fühlen uns von der Landesregierung im Stich gelassen, weil wir keine konkreten Vorgaben an die Hand bekommen haben, wie wir in der Corona-Krise das Hochbad zu öffnen haben. Auf Basis der allgemeinen Restriktionen haben wir Schutzmaßnahmen erarbeitet, die wir aber noch intern abstimmen müssen. Deren Umsetzung wiederum würde sich auf die Kosten auswirken, denn zusätzliches Personal wäre dafür erforderlich.“ Zum derzeitigen Zeitpunkt (Stand Mittwoch, 20. Mai) könne Steinhoff eine Öffnung des Hochbades nicht in Aussicht stellen, so sehr er es auch bedaure.

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