Verlags-Azubis machen sich stark für den Abenteuerspielplatz am Kattenbühl

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(V.li.) Jörg Wieland, Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins in Münden, Sinja Nordhausen, Holger Sparbier und Paulina Müller verfolgen mit der Sanierung und dem Erhalt des Abenteuerspielplatzes am Kattenbühl ein Ziel.

Die beiden Verlags-Azubis Sinja Nordhausen und Paulina Müller setzten sich für den Abenteuerspielplatz am Kattenbühl ein, suchten Sponsoren für das Projekt. Ein Großteil der gesammelten Spenden gehen an den Förderverein, dessen Gründung demnächst ansteht.

Hann. Münden. Früher haben sie als Kinder hier fröhliche Stunden verbracht: Sinja Nordhausen (19) und Paulina Müller (19) sind in Hann. Münden aufgewachsen und haben natürlich auch auf dem Abenteuerspielplatz Kattenbühl gespielt. Beide absolvieren beim MB-Media Verlag, der auch die Mündener Rundschau herausbringt, ihre Ausbildung zur „Medienkauffrau Digital und Print“. Sie kamen ins Gespräch, tauschten Gemeinsamkeiten aus – die Heimat verbindet. Schnell war der Abenteuerspielplatz Thema. Aber was ist eigentlich aus dem geworden? „Unser letzter Besuch liegt ja etwas zurück und als wir neulich mal vorbeigeschaut haben, waren wir schon etwas erschrocken. Wir hatten ihn etwas anders in Erinnerung. Irgendwie schöner“, erklärt Sinja. Viele Attraktionen seien verschwunden, die Anlage wirke ungepflegt und nicht gerade einladend. „Deshalb kamen wir auf die Idee Sponsoren zu suchen, die Geld für neue Spielgeräte spenden möchten“, so Paulina.

Omas Bereitschaft als Initialzündung

Gesagt, getan. Die beiden jungen Frauen kontaktierten Mündener Unternehmen und wollten sie für eine Unterstützung begeistern: „Viele aber lehnten ab und verwiesen auf die Stadt und den Tourismusbeitrag, dessen Einnahmen ja für eine Sanierung genutzt werden könne. Als meine Oma dann nach mehreren Fehlschlägen als Erste zusagte, lief es“, erinnert sich Sinja. Die Sponsoren werben in der Mündener Rundschau und die Zeitung spendet den Großteil des Geldes an den Förderverein des Abenteuerspielplatzes, der sich noch in diesem Jahr gründen soll. Das teilt Holger Sparbier mit: „Wir wollen den Spielplatz begleiten, neue Attraktionen anstoßen und marode Spielgeräte instandsetzen. Um dazu in der Lage zu sein, sind wir natürlich auf Spendengelder angewiesen.“ Er hat die Gründung des Vereins in die Hand genommen und sucht weiterhin Freiwillige, die ehrenamtlich mitarbeiten möchten. Kontakt zu Sparbier gibt es per Mail unter holger.sparbier@web.de oder facebook.

Großer Arbeitseinsatz im April

Jörg Wieland, der Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins in Münden, hatte Ende April zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen, um den Abenteuerspielplatz auf Vordermann zu bringen. Etwa 60 Helfer waren an diesem Tag mehrere Stunden im Einsatz und machten das Areal fit für die neue Sommersaison. An dem Tag entstand auch die Idee einen Förderverein zu gründen, der den Platz auf Dauer pflegt. „Meine beiden Söhne haben hier als Kinder gespielt. Ich habe Angst, dass der Ort verkommt, deshalb nicht mehr angenommen wird und irgendwann dem Erdboden gleich gemacht wird. Dann würde in der Stadt ein weiteres Angebot für Kinder fehlen.“ Eine Sanierung hätte einen weiteren entscheidenden Vorteil: „Je besser der Zustand ist, desto mehr ist los und desto höher ist die Hemmschwelle etwas kaputt zu machen“, meint Wieland. Er treibt mit Sparbier und anderen Personen die Gründung des Fördervereins voran, erarbeitet aktuell eine Satzung. Auch Verbände wie THW und ASB könnten seiner Meinung nach ins Boot geholt werden, wenn es um zukünftige Arbeitseinsätze gehe, denn die Anlage sei sehr pflegeintensiv, besonders was den Rasen betreffe. Viele würden gerne helfen, doch diese Hilfe müsste koordiniert werden und dafür wäre ein Förderverein ideal, ist sich Wieland sicher.

Besitzer des Geländes begrüßt Vereinsgründung

Das Areal ist in Besitz der Niedersächsischen Landesforsten. Forstamtsleiter Dr. Thomas Schmidt-Langenhorst beklagt den Vandalismus auf dem Gelände. Vieles sei mutwillig zerstört worden und der Wiederaufbau koste viel Geld. Das Jahresbudget in Höhe von 15.000 Euro würde überwiegend für Reparaturen aufgewendet. Den Spielplatz vor Randalierern zu schützen gestalte sich schwierig. Dennoch könnte jeder aufrichtige Besucher die Augen offen halten und aufgefallene Zerstörungswut der Polizei melden. Mieten könne man den Spielplatz aktuell nicht mehr, weil Belegungen in der Vergangenheit missachtet worden seien. Ob wieder in Attraktionen investiert werde, hänge auch von der Gründung des Fördervereins ab. Mit den Initiatoren stehe man in Kontakt. „Wir würden die Gründung natürlich begrüßen. Je mehr Mündener Bürger in dem Verein mitwirken, umso schöner kann der Spielplatz gemeinsam mit dem Forstamt wieder aufgebaut werden“, fasst Schmidt-Langenhorst zusammen. Als nächstes könne die Wippe wieder reaktiviert werden. Holz dafür liege schon bereit. Auch die Rutsche wolle man langfristig erhalten und das Gemeinschaftsgebäude, in dem ein Grill untergebracht ist, restaurieren.

Damit stehen die Chancen ganz gut, dass auch kommenden Generationen einmal auf dem Abenteuerspielplatz Kattenbühl herumtollen und auch sie hier eine tolle Kindheit verbringen werden. So wie es Sinja und Paulina einst taten.

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