Viel Freude trotz ,dunkler Wolken’

Von LARS WINTERWanfried. Festliche Stimmung, viel Heimatverbundenheit, aber auch einige nachdenkliche Tne bestimmten den offiziellen Aufta

Von LARS WINTER

Wanfried. Festliche Stimmung, viel Heimatverbundenheit, aber auch einige nachdenkliche Tne bestimmten den offiziellen Auftakt zu Wanfrieds Jubilum 400 Jahre Stadtrechte.

Im ganz besonderen Ambiente der voll besetzten evangelischen Kirche war es vor allem Brgermeister Wilhelm Gebhard, der in seiner Rede auch den Finger in die Wunden der Stadt legte. Wegzug, beralterung, Firmenverluste und Arbeitsplatzabbau machen der Stadt zu schaffen. Wanfried steht am Scheideweg, so der Magistratschef. Denn: Die dsteren Wolken des demografischen Wandels ziehen auch ber Wanfried. Und die Leerstnde seien die Vorboten dieses Wandels. Mittendrin gelegen und doch abseits. So empfinden viele Wanfrieder Brger, sagte Gebhard.

Mahnende Worte, die der festlichen Stimmung keinen Abbruch taten, aber genauso ihre Berechtigung hatten, wie die vielen Liebesbekundungen zur Brombeermannstadt. Wanfried hat etwas einzigartiges immer wieder zieht es uns zurck nach Wanfried, zitierte Gebhard aus der Rede zur 300-Jahr-Feier der Stadtrechte, gehalten von seinem Ur-Grovater Dr. Ernst Gebhard.

Der Stargast des Abends, Regierungsprsident Lutz Klein, gab in seiner Festrede einen historischen berblick ber die Geschichte der Stadt. Er ging auf die teuer erkauften Stadtrechte ein, den Ruhm Wanfrieds in den Hochzeiten der Werra-Schifffahrt, aber auch deren Niedergang und den damit verbundenen Bedeutungsverlust der Stadt.

Ebenso wie Gebhard betonte der RP, dass Wanfried auf das ehrenamtliche Engagement seiner Brger angewiesen sei. Und dies verdeutlichte Klein mit einem berhmten Zitat von John F. Kennedy: Fragt nicht, was euer Land fr euch tun kann, fragt was Ihr fr euer Land tun knnt.

In die gleiche Kerbe schlug auch Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kaukemller-Nohl: Mit Stadtrechten sind auch Stadtpflichten verbunden. Die Neu-Wanfriederin freue sich auf ein bewegtes und bewegendes Jahr.

Landrat Stefan Reu, der mit einem Lcheln die Wiedereinfhrung der Brombeeren als Zahlungsmittel vorschlug, forderte nicht nur die Wanfrieder Brger, sondern auch die Vertreter der anderen Stdte und Gemeinden des Kreises auf, mit Selbstbewusstsein in die Zukunft zu blicken. Wir gehren alle zusammen, sagte Reu, bevor er Brgermeister Gebhard einen Scheck ber 400 Euro fr jedes Jahr einen Euro berreichte.

Ein Hhepunkt der Veranstaltung war die Vorstellung des Wanfrieder Renaissance-Paares, das im Jubilumsjahr die Stadt auch weit ber ihre Grenzen hinaus reprsentieren wird.

Ute Baden und Thomas Rabe lsen die Symbolfigur der Stadt, den Brombeermann, zumindest fr eine gewisse Zeit ab.

Das ,Paar machte in seiner kurzen Ansprache aus ihrer Liebe zur Heimat keinen Hehl: Jeder Einzelne sprt diese ganz besondere Verbundenheit zu Wanfried. Und Rabe sprach aus, was wohl viele an diesem festlichen Abend dachten: Wir sind Wanfried!

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