„Viel größer, als es aus der Ferne scheint“

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Haben respektive hatten die Krone im Mündener Amtsgericht auf: Torten für den neuen Direktor des Amtsgerichts, Matthias Thielbeer (li.) und den ehemaligen Direktor, Dr. Thomas Matusche (re.), überreichte Gabriele Immen, Präsidentin des Göttinger Landgerichts.

Wechsel an der Spitze des Mündener Amtsgerichts

Hann. Münden. Mit Scheinriese „Herr Tur Tur“ aus dem Kinderbuch Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer verglich Dr. Thomas Matusche das Mündener Amtsgericht am vergangenen Donnerstag im Rittersaal des Welfenschlosses bei seinem offiziellen Ausscheiden als Direktor. Allerdings sei es hier genau umgekehrt. Was vom Justizministerium in Hannover aus überschaubar klein aussehe, erscheine bei Betrachtung aus nächster Nähe beeindruckend groß, weshalb auch ein gut funktionierendes Team nötig sei, um alle Aufgaben vorbildlich zu erfüllen. Und das sei erstklassig, so Matusche unter den Augen seines Vorgängers Dr. Wilfried Kraft dem Leitenden Oberstaatsanwalt Dr. Stefan Studenroth, Bürgermeister Harald Wegener, Michael Schlüter als Präsident der Rechtsanwaltskammer Braunschweig und Richterrat Kai-Uwe Schütz sowie zahlreichen anderen Richtern, Anwälten und Notaren.

Matusche zog es nach Celle

Fast drei Jahre lang hatte Matusche das Mündener Amtsgericht unter seinen Fittichen, ehe er Präsident des Landesjustizprüfungsamtes in Celle wurde und dort seit einem Jahr für die Juristenausbildung verantwortlich zeichnet. Beim Mündener Amtsgericht begann Matusches Laufbahn als Richter. Über das Justizministerium in Hannover gelang der vierfache Familienvater im Dezember 2015 wieder an alte Wirkungsstätte zurück, die er, wie er betonte, immer seine berufliche Heimat und mit ihr herzlich verbunden bleiben werde. Sein besonderer Dank galt dem stellvertretenden Amtsgerichtsdirektor Rolf-Henning Hinterthür sowie dem Geschäftsleiter des Amtsgerichts, Thomas Rutz, die ihn in seinem Amt als Direktor stets unterstützt hätten. Aber er erwähnte auch die Kehrseite der Medaille: Trotz des Lobes von allen Gastrednern, sei das Amtsgericht kein Justizparadies. Man habe mit strukturellen Problemen zu kämpfen gehabt. So habe die dauerhafte Unterbesetzung im mittleren Dienst den Arbeitsalltag belastet. Umso mehr wiege die Leistung jedes Mitarbeiters, die mit guter Stimmung und großer Hilfsbereitschaft dabei mitgeholfen hätten Engpässe zu meistern.

Wie die Präsidentin des Göttinger Landgerichts Gabriele Immen mitteilte, sei Matusche maßgeblich bei der Umgestaltung des Gerichtssaales im Westflügel des Welfenschlosses beteiligt gewesen, der nun barrierefrei zugänglich sei und zu den modernsten Niedersachsens zählen würde. Sie beschrieb Matusche als teamorientiert, durchsetzungs- und planungsstark. Er habe das Gericht hervorragend repräsentiert und ihm – fachlich wie menschlich – sehr gut getan.

Dessen Nachfolger, Matthias Thielbeer, der im Juli in der Dreiflüssestadt die Aufgaben des Gerichtsdirektors aufgenommen hatte, skizzierte sie als überzeugende und beeindruckende Rechtspersönlichkeit: „Sie sind genau richtig hier“, sagte Immen. Über die Beschäftigung bei der Staatsanwaltschaft gelang Thielbeer über die Amtsgerichte Northeim, Osterode und schließlich das Landgericht in Göttingen nach Hann. Münden.

Thielbeer mit offenen Ohr

Thielbeer selbst bezeichnete das Mündener Amtsgericht als ein „Institut mit Herz und Verstand“. Als seine Frau vor 18 Jahren in Göttingen beruflich Fuß gefasst habe, sei die Kreisstadt ihr Lebensmittelpunkt geworden. Später wurden auch hier ihre beiden gemeinsamen Kinder geboren. Er sei stolz und dankbar für die neue berufliche Aufgabe, stehe ihr aber aus Respekt auch demütig gegenüber. Er sei in seiner neuen Umgebung mit offenen Armen empfangen worden und habe direkt eine funktionierende Struktur sowie ein außerordentlich gutes Betriebsklima feststellen können. Er wolle, dass sich Zeit für jede Person genommen werde, die das Amtsgerichts betrete: „Wir müssen genau zuhören und auch mal zwischen den Zeilen lesen.“ Im Zuge dessen verwies Thielbeer darauf immer ein offenes Ohr für alle Angelegenheiten zu haben. Er sei sehr interessiert daran, welche Dinge die Menschen im Bezirk des Mündener Amtsgerichts bewegen.

Den besonderen Tag würdigten Sängerin Mirella Fenske und Christian Möller am Flügel musikalisch – unter anderem mit dem vielsagendem Titel „It‘s you day“ von Yiruma.

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