Achtung, Waffengesetz geändert!

Amnestieregelung garantiert Straffreiheit bei Abgabe

Hann. Münden/Niedersachsen. Anfang Juli ist die vom Bundestag beschlossene Änderung des Waffengesetzes in Kraft getreten. Für Waffenbesitzer ergeben sich insbesondere Änderungen bei der Aufbewahrung von Schusswaffen. Zudem ist es bis Mitte 2018 möglich, illegal besessene Waffen und Munition bei den Waffen- oder Polizeibehörden straffrei abzugeben – eine Amnestieregelung. Amnestieregelung gilt bis Mitte 2018 „Die praxisrelevanten Regelungen zur Amnestie sehen vor, dass ab Inkrafttreten der Gesetzesänderung ein einjähriger Strafverzicht bis zum 5. Juli 2018 bezüglich illegal besessener erlaubnispflichtiger Waffen und Munition besteht. Das bedeutet, dass Personen, die innerhalb der Frist der zuständigen Waffenbehörde beziehungsweise Polizeidienststelle entsprechende Waffen oder Munition übergeben, nicht bestraft werden“, erklärt Jörg Golde vom Ordnungsamt Hann. Münden. Bei der Übergabe von Waffen oder Munition müsse bei der zuständigen Behörde oder Polizeistelle eine Verzichtserklärung ausgefüllt werden. Bei der Abgabe werde keine Gebühr erhoben. „Anders als bei der letzten Amnestie im Jahr 2009 ist es hingegen nicht möglich, illegal besessene Waffen und Munition einem Berechtigten zu überlassen. Auch panzerbrechende Munition sowie Munition mit Spreng- und Brandsätzen und Munition mit Leuchtspursätzen sowie Geschosse für diese Munition, soweit diese nicht vom Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen umfasst sind, sind künftig verboten“, so Golde weiter. Sofern man derartige Munition oder Geschosse besitze, könne man diese ebenfalls im Rahmen der Amnestieregelung abgeben. Sichere Waffenaufbewahrung Nach den neuen Regelungen zur Waffenaufbewahrung reicht es nicht mehr aus, Waffen in Behältnissen der Sicherheitsstufe A und B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) aufzubewahren. Dennoch ist es für die meisten Waffenbesitzer nicht erforderlich, neue Behältnisse anzuschaffen. Denn für Waffenschränke, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung am 6. Juli 2017 den alten gesetzlichen Anforderungen entsprochen haben, gilt eine Besitzstandswahrung. Sie dürfen also auch weiterhin verwendet werden. Anders ist dies nur dann, wenn das Behältnis nach Inkrafttreten der Gesetzesnovelle den Besitzer gewechselt hat. Weitere Details zur Waffenaufbewahrung finden Sie im Info-Kasten. Nähere Auskünfte sind im Bereich Sicherheit und Ordnung zu erfragen unter 05541- 75216.

So müssen Waffen aufbewahrt werden

- Erlaubnisfreie Waffen (Schreckschuss- oder Druckluftwaffen) oder Munition sind mindestens in einem verschlossenen Behältnis aufzubewahren.

- Erlaubnispflichtige Munition muss jedenfalls ein Stahlblechbehältnis ohne Klassifizierung mit Schwenkriegelschloss oder einer gleichwertigen Verschlussvorrichtung oder ein gleichwertiges Behältnis benötigt.

- Eine unbegrenzte Zahl von Langwaffen und insgesamt bis zu fünf Kurzwaffen und Munition können in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, welches mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (unter 200 Kilogramm) entspricht.

- Sofern dieses Behältnis 200 oder mehr Kilogramm schwer ist, können darin eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und bis zu zehn Kurzwaffen und Munition aufbewahrt werden.

- Schließlich kann eine unbegrenzte Anzahl von Lang- und Kurzwaffen sowie Munition in einem Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden, welches mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entspricht.

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