Waschbär von Staupe befallen

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Waschbären sind zwar possierliche Tiere, können aber, wie der Fall in Staufenberg zeigt, mit Staupe eine für Haustiere gefährliche Viruserkrankung verbreiten.

Staufenberg. Hundebesitzer sollten nach Fall in Spiekershausen wachsam sein.

Staufenberg/Spiekershausen. Das Veterinäramt des Landkreises Göttingen hat bei der Untersuchung eines in Staufenberg gefundenen toten Waschbären den Befall mit Staupe festgestellt. Seit dem 1. Januar 2012 wurde damit bei sieben Waschbären und zwei Füchsen, bei denen vor dem Tod zentralnervöse Störungen beobachtet wurden, diese Viruserkrankung nachgewiesen. Die Tiere wurden vor allem wegen des Verdachts auf Tollwut getötet und als Tierseuchenverdachtsfälle in der Zuständigkeit des Veterinäramts untersucht.

"Staupe ist im Gegensatz zu Tollwut eine für den Menschen ungefährliche Krankheit. Sie ist aber hoch ansteckend und kann beispielsweise auf Hunde übertragen werden", erläutert Dr. Tanja Barke vom Veterinäramt des Landkreises Göttingen. Wenn ein Tierkadaver gefunden oder ein offensichtlich krankes Tier gesichtet werde, solle auf jeden Fall der örtliche Jagdpächter oder das Veterinäramt verständigt werden. Der zuständige Jagdpächter ist über die Gemeinde oder die Polizei erreichbar. Im Umgang mit  Waschbären solle man Vorsicht walten lassen, "auch und gerade,  wenn man ein Tier einfangen will. Auch ein kranker Waschbär ist ein scheues Wildtier", betont Dr. Barke.Symptome der Staupe sind unter anderem Niesen, Husten und Atemnot der Tiere, bei anderen Verlaufsformen auch starke Durchfälle. Bei einem schweren Krankheitsverlauf wird das Nervensystem der Tiere angegriffen, sie können an Anfällen und Muskelzittern leiden. Deshalb werde Staupe im Endstadium auch oft mit der für den Menschen gefährlichen Tollwut verwechselt, führt Dr. Barke aus. "Die kann beim aktuellen Fall aber ausgeschlossen werden", betont sie.

Kranke Tiere werden auf Tollwut untersucht

Offensichtlich kranke Tiere schickt das Veterinäramt Göttingen regelmäßig und primär zum  Ausschluss einer Tollwuterkrankung ein. Tollwut wäre durch Speichel beispielsweise bei einem Biss auf den Menschen übertragbar, die Erkrankung endet immer tödlich. Die Diagnostik der Staupe geschieht dabei im Untersuchungsamt Hannover oft sekundär, das heißt wenn die Untersuchung auf Tollwut negativ verlief und das Veterinäramt, wie in den genannten Fällen, an der Ermittlung einer sonstigen Todesursache interessiert ist. Derzeit grassiert die Staupe unter Füchsen und Waschbären. Dies ist darauf zurückzuführen, dass beide Tierarten keine natürlichen Feinde haben und die Population sich dadurch sprunghaft vermehrt. Ansteckende Tierkrankheiten, wie beispielsweise die Staupe, sind also ein Art natürliches Regulativ der Population (ähnliches geschieht bei der Myxomatose bei Wildkaninchen).

Impfungen schützen

Die Tollwut hat man in Deutschland in den 1980er- und 1990er-Jahren durch groß angelegte Aktionen mit Auslegen von Impfködern für Füchse und das konsequente Impfen der meisten Haustiere in den Griff bekommen. Damals galt eigens eine Tollwut-Verordnung. Deutschland hat heute, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern der Welt, keine Tollwutproblematik mehr. "Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei Reisen beispielsweise ins ost- oder außereuropäische Ausland durchaus Vorsicht bei Kontakt mit Haus- oder Wildtieren, vor allem bei Bissverletzungen, geboten ist", rät Dr. Barke. Gegebenenfalls müsse sofort eine Impfung erfolgen. Für andere Tierkrankheiten sind von Seiten des Veterinäramtes vergleichbare Bekämpfungsaktionen wie für die Tollwut nicht geplant. Besitzer von Haustieren können jedoch beruhigt sein, denn regelmäßig Impfungen schützen die Tiere vor Krankheiten wie beispielsweise Staupe oder Myxomatose sicher.

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