Wasserproben unter der Lupe

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Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz (li.) nahm die Probe von Günther Sittig aus Lutterberg in Empfang. Sittig nutzt sein Brunnenwasser zum gießen seiner Blumen.

Hann. Münden. Labormobil testete Brunnenwasser aus dem Altkreis Münden.

Hann. Münden. Bürgerinnen und Bürger aus dem Altkreis Münden hatten am vergangenen Donnerstag die Möglichkeit, ihr Brunnenwasser auf Schadstoffe untersuchen zu lassen. Harald Gülzow, Mitarbeiter des VSR-Gewässerschutz, war mit dem Labormobil angereist und  nahm in zweieinhalb Stunden die flüssigen Proben entgegen. Es dauerte nicht lange und vor dem Mobil bildete sich eine kleine Schlange. Einer der Ersten war Günther Sittig aus Lutterberg. Er benutzt sein Brunnenwasser zwar nur zum Gießen von Blumen, trotzdem wollte er es genauer wissen und wählte die etwas kostspieligere Laboruntersuchung. Hier werden unter anderem Nitrat-, Eisen- und ph-Werte gemessen, das Wasser auf Keime untersucht und insgesamt bewertet. In ein paar Wochen wird Sittig das Ergebnis mit der Post erhalten. Das Warten mache ihm nichts aus: "Unser Brunnen ist schätzungsweise 200 Jahre alt. Wir haben ihn vor kurzem erst saniert und wollten mehr über die Qualität erfahren", erklärt der Staufenberger.Wie Gülzow erklärt, biete sich mindestens eine Nitratuntersuchung der Wasserproben an, die auch vor Ort durchgeführt werden könne. Nach einer halben Stunde hätte der jeweilige Brunnenbesitzer dann Gewissheit. Wie Gülzow informierte komme es  durch Gülleeinschwemmungen zu einer verunreinigung des Grundwassers und damit auch der Brunnen. Betroffen seien Gartenbesitzer oder auch Landwirte, die damit ihre Tomaten gießen oder ihr Vieh tränken würden. Beim späteren Verzehr würden Gemüse oder Fleisch dann gar nicht mehr so gesund sein, wie ursprünglich gedacht. "Wenn wir sehr hohe Werte feststellen, empfehlen wir den Betroffenen das Wasser für solche Zwecke nicht mehr zu verwenden. Das gilt auch für Fischteiche, in denen schadstoffreiches Wasser das Algenwachstum begünstigt", so Gülzow weiter. Falls es soweit gekommen ist, rät der Experte: "Suchen Sie sich zunächst eine andere Wasserquelle und lassen Sie nach ein paar Monaten erneut Proben untersuchen. Eine Wasseraufbereitung ist zwar auch möglich, aber sehr kostspielig."Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger in der Landwirtschaft. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass der Eintrag von Stickstoff aus der Landwirtschaft die Hauptursache für die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist. Während die Landwirte in Trinkwassereinzugsgebieten Informationen über Grundwasserbelastungen bekommen, fehlt diese außerhalb dieser Gebiete. Bei den von den Landwirten aufgebrachten Gülle, Gärresten, Mineraldünger aber auch von den Pestiziden besteht immer die Gefahr, dass die eingesetzten Stoffe ins Grundwasser ausgewaschen werden.Weitere Informationen zum Thema sind auf der Homepage www.VSR-gewässerschutz.de zu finden.

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