,Immer von O bis O’

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Guido Geese, Leiter der TÜV-Station  Hann. Münden.

Der Winter naht: TÜV-Experte gibt Tipps zum Umgang mit Fahrzeugreifen

Hann. Münden.  Der milde Spätersommer täuscht über einen wichtigen Fakt hinweg, der die Autofahrer schneller einholen könnte als ihnen lieb ist: Der Winter kommt und damit Eis, Schnee und Glätte. Deshalb wird es Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Die Gegebenheiten auf den Straßen ändern sich jetzt. Wie Autofahrer gut und sicher durch den Herbst kommen, erklärt Guido Geese, Leiter der TÜV-Station Hann. Münden. „Sommerreifen laufen optimal, wenn es draußen zwischen 10 °C und 40 °C warm ist. Wenn die Temperatur im Herbst regelmäßig unter 7 °C fällt, verhärtet sich das Gummi der Schönwetterpneus und die Reifen haben weniger Bodenhaftung. Spätestens dann sollte gewechselt werden. Hier hat sich die Faustregel „O bis O“ bewährt, das heißt Winterreifen sollten von Oktober bis Ostern gefahren werden. Weichen die Temperaturen stark von der Regel ab, sollte man den Wechselzeitpunkt entsprechend anpassen. Der Reifenwechsel ist außerdem eine gute Gelegenheit, um die Pneus auf Schäden und Materialverschleiß zu überprüfen“, so Geese.

Er verrät auch, worauf es dabei ankommt: Der erste Blick sollte der Profiltiefe des Sommer- bzw. Winterreifens gelten. Bei allen Reifentypen gilt eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Allerdings empfehle ich bei Winterreifen, eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern nicht zu unterschreiten. So bleibt die Bodenhaftung, insbesondere auf matschigen, schneebefallenen Straßen, bestehen“, erklärt der TÜV-Experte. Wenn die Profiltiefe stimme, werde der Gesamtzustand der Reifen in Augenschein genommen. Dabei sollte man darauf achten, ob sich an den glatten Seiten kleinere Risse bemerkbar machen. Reifen werden nämlich nicht nur durch den Abrieb auf der Straße beansprucht. Geese: „Das Material leidet auch unter direkter Sonneneinstrahlung. Durch UV-Strahlung oxidiert das Gummi und wird porös. Da wir in diesem Jahr einen besonders langen und heißen Sommer hatten, lohnt es sich, diesmal genau hinzusehen.“

Mit spätestens acht Jahren in den Ruhestand

Sieht der Reifen noch gut aus und hat ausreichend Profil, kann man ihn noch eine Saison fahren, oder? „Nicht ganz“, weiß Geese. „Selbst, wenn die Pneus noch einen guten Eindruck machen, empfehle ich einen Wechsel spätestens, wenn sie acht Jahre alt sind. Das Alter eines Reifens lässt sich ganz einfach anhand der DOT-Nummer an der Seite bestimmen“. Die Abkürzung DOT steht für das „Department of Transportation“, das Verkehrsministerium der USA. Dort muss seit 1980 aufgedruckt sein, wann der Reifen hergestellt wurde. Mittlerweile hat sich die Nummer international durchgesetzt und ist auch bei uns gebräuchlich. Die vierstellige umrandete Nummer am Ende des Codes gibt Aufschluss darüber, in welcher Woche welchen Jahres der Reifen vom Band gelaufen ist. Beispielsweise wurde ein Reifen mit der Angabe DOT 4218 in der 42. Kalenderwoche 2018 hergestellt. „Auf diese Nummer sollte man auch achten, wenn neue Reifen fällig werden. Ein neuer Satz sollte beim Erwerb nicht älter als drei Jahre sein.“

Beim Händler sollte man sich daher immer über die DOT-Nummer informieren, um keine Ladenhüter zu kaufen. Sind die Reifen gewechselt, gilt es die Sommerpneus richtig einzulagern. Am besten fürs Material ist ein Ort, der trocken, kühl und lichtgeschützt ist. „Die Garage oder der Keller eignen sich hierfür ideal. Sind die Sommerreifen noch auf den Felgen, können sie ganz einfach aufeinandergestapelt und am besten mit einer Plane oder speziellen Schutzhülle abgedeckt werden“, weiß der TÜV-Experte. Wer diese Tipps beachtet, ist nicht nur sicher unterwegs, sondern holt auch das meiste aus seinen Reifen raus.

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