Wegen 1.000 Euro: Vorgetäuschte Entführung in Göttingen

Dem Hauptbeschuldigten wird zusammen mit weiteren Tätern vorgeworfen, mindestens sechzehn Personen über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland eingeschleust zu haben. Foto: Bundespolizei

Festnahme beendet perfiden Betrugsversuch. Die Polizei schließt weitere ähnliche Taten nicht aus.

Göttingen. Mit einem perfiden Trick haben Mitglieder einer in Göttingen lebenden Großfamilie am vergangenen Sonntagabend versucht, eine 63 Jahre Göttingerin um 1.000 Euro zu betrügen. Zwei 19 und 35 Jahre alte Frauen hatten der 63-Jährigen aufgeregt geschildert, dass zwei Familienangehörige, eine Frau und ein Mann im Alter von 39 und 21 Jahren, wegen Zahlungsschwierigkeiten von Unbekannten aus einer Wohnung heraus entführt worden seien. Für die Freilassung würden die Entführer von der Familie jetzt 1.000 Euro Lösegeld fordern, das man aber nicht habe.

Die 63 Jahre alte Göttingerin, die der Familie in der zurückliegenden Zeit bereits mehrfach mit Bargeld aus vergleichbaren "Notlagen" geholfen hatte, informierte dieses Mal richtigerweise die Polizei. Da zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen war, dass es sich bei den Schilderungen um eine echte Entführung handeln könnte, wurde von den Ermittlern noch am Abend ein Sondereinsatz initiiert und Einsatzkräfte diverser Dienststellen nach Göttingen beordert, darunter auch Spezialkräfte.

Sofort aufgenommene intensive Ermittlungen führten noch in der Nacht zu dem sicheren Ergebnis, dass die Entführung nur vorgetäuscht war. Gegen 2.30 Uhr nahmen Spezialkräfte die beiden angeblichen Entführungsopfer beim Verlassen einer Wohnung im Stadtgebiet von Göttingen fest. Gegen sie und die beiden anderen Familienmitglieder wird jetzt wegen Verdachts des mehrfach erfolgreichen und aktuell versuchten Betruges ermittelt.

Die Polizei Göttingen schließt nicht aus, dass die Familie weitere Personen auf derartige oder ähnliche Weise um Geld betrogen haben könnte. Geschädigte werden gebeten, sich unter Telefon 0551/491-2115 zu melden.

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