Wegener: Große Hoffnungen ruhen auf Einzelhandelskonzept

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Mündens Bürgermeister wagte während des Neujahrsempfangs im Rathaus einen Ausblick. Dabei spielten auch die Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle

Hann. Münden. Ein bewegtes Jahr liegt hinter den Mündenern: Die Zusammenlegung der Krankenhäuser, steigende Ausgaben der Stadt und Sanierungsarbeiten am Rathaus – dank Unterstützung von Land und Bund – sind nur einige herausragende Ereignisse, die Bürgermeister Harald Wegener während des Neujahrsempfangs am vergangenen Freitagabend vor 250 Gästen nannte. Unter ihnen befanden sich die Bürgermeister aus Dransfeld und Staufenberg, Mathias Eilers und Bernd Grebenstein, Mündenes ehemaliger Bürgermeister Klaus Burhenne, WWS-Chef Thomas Kossert und Superintendent Thomas Henning.Das Thema Nummer 1, dass die Dreiflüssestadt auch in den kommenden Monaten beschäftigen wird und auch bundesweit die Menschen bewegt, waren die Flüchtlinge. Wegener bedauerte, dass viele der überwiegend jungen, unbegleiteten Menschen nicht in der Stadt  bleiben und kritisierte auch diese Vorgehensweise: "Statt sie jetzt hier zu integrieren, ihnen eine neue Heimat bieten, geht es weiter auf die nächste Reise mit ungewissem Ziel und erneuten Anpassungserfordernissen. Was hat das mit Inobhutnahme zu tun?" Der Bürgermeister dankte indes allen Bürgerinnen und Bürgern, darunter dem Bürgertreff und der BI "Ein.Münden": "Ich finde es großartig, dass sich so viele Menschen in der Flüchtlingsbetreuung engagieren. Was sie auch tun – Kleidung sammeln, Flüchtlinge zu Ämtern begleiten oder Sprachunterricht geben – Sie alle tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Asylsuchenden bei uns zurechtfinden und Fuß fassen können."

Dennoch bezog er klare Position gegenüber kriminellen Einwanderern, die, wie in der Silvesternacht, in mehreren Großstädten straffällig geworden wären. Hier seien Abschiebungen juristisch zu prüfen. Der Polizei stärkte er den Rücken und kann deren lauter werdenden Ruf nach mehr Personal verstehen: "Zusätzlich müsen Beamte für alle Täterkreise wieder zu Respektspersonen gemacht werden und nicht zu Trotteln der Nation und Prügelknaben", kritisierte Wegener.

Nochmal zurück zum Bürgerengagement: Dankbar zeigte er sich über den Eifer der Mündener, die das Kulturcafé in der Sydekumstraße, Hemelns Wettbewerbsgewinn von "Unser Dorf hat Zukunft", das Willkommensnetzwerk "Junge Hilfen", die Blühpatenschaften, den Abschluss des 9x24-Projekts, das Stadtfest, den Zick-Zack-Weg, das Dielengrabenfest und das Dr. Eisenbarth-Spiel ins Leben gerufen oder begleitet haben. "Ich halte es für eine Stärke unserer Stadt, dass viele von Ihnen Verantwortung für ihre Heimat übernehmen und sich für das Gemeinwohl engagieren. Vieles, was unsere Stadt lebens- und liebenswert macht, geht auf ihr Handeln zurück. Deshalb möchte ich mich bei all diesen Aktiven herzlich bedanken", sagte Wegener. Er versprach weiterhin auf Bürgerbeteiligung zu setzen und warb zeitgleich für das Projekt IMES, dass die Mobilität innerhalb von Gemeinden im Auge haben und am 19. Januar mit einer Auftaktveranstaltung beginnen soll, an der sich jeder beteiligen könne.

Große Hoffnungen setze er in die Neuauflage eines Einzelhandelskonzepts, die in den nächsten sechs Monaten erfolgen soll, sowie eine Fremdenverkehrsabgabe, die ausschließlich dafür gedacht sei, einen wettbewerbsfähigen Tourismus aufzubauen. "Als anerkannter Erholungsort liegen in Hann. Münden alle Voraussetzungen vor, um diese Abgabe, die nur zweckgebunden für Tourismusprojekte ausgegeben werden darf, einzuführen", so Wegener. Das solle dem Zweck dienen, die Stadt als attraktiven Ort zu etablieren.Dafür und auch für die anderen bevorstehenden Aufgaben, die auf die Mündener in 2016 zukommen werden, zitierte der Verwaltungschef ein afrikanisches Sprichwort: "Gehe allein, wenn die schnell gehen willst. Wenn du aber weit gehen willst, gehe mit anderen zusammen."

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