Neues von der Werra-Welle

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Unterhalb des historischen Nadelwehrs soll die Werra-Welle entstehen. Die Aufnahmen stammen aus Juni 2019, also noch vor Beginn der Schlagdarbeiten.

Mannigfaltiges Finanzierungsmodell – Verein soll sich gründen und Trägerschaft übernehmen

Hann. Münden. Wie steht es um die Idee der Surfwelle am Mündener Nadelwehr? Zwischenzeitlich wurde es etwas still um das Projekt, von dem man sich an den drei Flüssen viel verspricht. „Immer wieder kursieren Fragmente, Gerüchte und Spekulationen, vor allem über Umsetzungschancen und Investitionskosten, aber auch über die Frage wer die Welle finanziert und für wen sie überhaupt ist“, erklärt Ideengeber und Projektinitiator Fritz Fehrensen. Eine Gruppe habe sich inzwischen zusammengefunden, um gemeinsam an der Idee und der Umsetzung der Werra-Welle zu arbeiten. „Mittlerweile sind wir ein Team von neun Aktiven, die ihre Kompetenzen unter anderem in den Bereichen Kommunikation, Projektentwicklung, Marketing und Fördergeldakquise hauptsächlich ehrenamtlich einbringen, um die Realisierung der Welle mitzugestalten bzw. eine Realisierung überhaupt erst möglich machen zu können“, informiert Fehrensen.

Ein Teil des Aufgabenbereichs seien beispielsweise Gespräche mit Behörden. Dabei sei man mittlerweile mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden (WSA) im guten Kontakt. Mit der Fischereigenossenschaft als auch dem Mündener Anglerverein sei man einer Meinung, dass durch die Welle keine Verschlechterung für die Fische in den Flüssen um Münden eintreten dürfe. Auch die Gespräche mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Natur (NLWKN) in Braunschweig seien sehr konstruktiv verlaufen. Aber es stünden noch weitere Termine mit weiteren Interessensgruppen, Verbänden und Institutionen für öffentliche Belange an, bevor alle Genehmigungsverfahren beantragt und eingeleitet wären, erläutert Fehrensen.

Verein soll Trägerschaft übernehmen

Fritz Fehrensen, Ideengeber und Projektinitiator der Werra-Welle.

Ein Verein, der vermutlich im März/April gegründet werde, agiere als Träger für die Welle. Mit Abschluss der Namensfindung werde der Verein zeitnah im Netz zu finden sein und Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram bedienen, um alle Interessierten und Aktiven frühzeitig mitzunehmen und alle Fragen rund um die Welle beantworten zu können, heißt es aus der Runde. „Wir hoffen, dass mit Gründung des Vereins bereits viele Mitglieder gewonnen werden können, die von Anfang an dabei sein wollen“, erläutert Teammitglied Barbara Brübach. „Man muss nicht selber Surfer sein, um die Idee der Welle zu unterstützen. Ich sehe das fantastische touristische Potenzial dieser Welle und bin überzeugt, dass die Flusswelle langfristig einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Münden zeigen wird. “

Werra-Welle als gemeinnütziges Modell

Eine sehr große Herausforderung stelle die Finanzierung der Welle dar. Die Kosten belaufen sich schätzungsweise auf eine Summe zwischen 450.000 und 550.000 Euro. Der gemeinnützige Wellen-Verein, biete als Betreiber, genau wie bei anderen gemeinnützigen Sportstätten, ein Angebot für Outdoor-Wassersport. Surfern solle es die Möglichkeit geben als Mitglied zu bestimmten Zeiten ohne zusätzliche Kosten die Welle zu nutzen, oder als Nicht-Mitglied mit einer noch zu definierenden Tagesgebühr. Man sei sich im Team bewusst, dass die Finanzierung aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt werden müsse, zum Beispiel durch Crowdfunding, Fördergelder, Sponsoring, Mitgliederbeiträge, Werbeeinnahmen sowie Einnahmen aus Wettbewerben und Veranstaltungen. „Die Welle sei von Mündenern für Mündener“, so Fehrensen, und könne nur realisiert werden, wenn sie einen entsprechend breiten Zuspruch und auch finanzielle Unterstützung seitens der Bevölkerung erhielte. Es gebe nicht den einen, der die Welle finanziere.

Große Unterstützung seitens Verwaltung und Politik

Die Politik sei seit Anfang an sehr positiv der Welle gegenüber eingestellt gewesen. Die Verwaltung habe mit Know-How und Zeit der Mitarbeiter große Unterstützung in unterschiedlichen Fragestellungen geleistet. Fehrensen freue sich über diese Unterstützung und betont, dass er ohne diese Unterstützung seitens der Verwaltung nicht so weit gekommen und das heutige Team nicht so gut auf die Gespräche mit Genehmigungsbehörden außerhalb Hann. Mündens vorbereitet gewesen wäre.

Keine Konkurrenz durch Kassel

Auch in anderen Städten gibt es Bemühungen, eine Flusswelle zu realisieren, wie die Fulle-Welle in Kassel. Das Mündener Welle-Team sieht dies nicht als Nachteil für die Welle in der Dreiflüssestadt. Ganz im Gegenteil: „Wir hoffen auf einen „River Surfing Tourismus“, denn für die Surfer sind unterschiedliche Wellen in naher Umgebung sehr spannend. Wenn jemand aus München in unserer Region kommt, dann lohnt es sich doppelt, wenn er in Kassel und in Hann. Münden surfen kann,“ erklärt Teammitglied Angela Köneke. „Wellenreiten ist in diesem Jahr eine olympische Disziplin bei der Sommerolympiade in Tokio“, so Köneke weiter, „diese Sportart ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen und wir haben mit unseren Wassergegebenheiten in Hann. Münden sehr gute Voraussetzungen eine Welle umzusetzen. Mit einer Flusswelle am Nadelwehr können wir eine „Verjüngungskur“ für Hann. Münden in Gang setzen, um den jüngeren Generationen mehr Life Style und städtische Attraktivität bieten zu können.“

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