Weniger Windräder im Reinhardswald

Zahl der Anlagen auf Gahrenberg soll sich halbieren – die übrigen sollen von Münden aus nicht zu sehen sein

Hann. Münden. Windräder sollen sich in Zukunft nicht im Reinhardswald in Sichtweite von Hann. Münden drehen. Wie der Projektentwickler ABO Wind AG jetzt bekannt gab, werde der Windpark auf dem Gahrenberg kleiner als geplant. Die Anzahl der Anlagen werde von 20 auf maximal zehn gesenkt und die übrigen in nördlicher Richtung gebaut. Die Nähe zum Kasseler Flughafen soll ausschlaggebend für diese Entscheidung gewesen sein.

Erleichterter Bürgermeister

Mündens Bürgermeister Harald Wegener reagierte auf die „gute Nachricht“: „Dies ist das Ergebnis der Anstrengung, Kompetenz und Kraft der Interessengemeinschaft „Rettet den Reinhardswald“ (IGR), die seit Februar 2017 regelmäßig in Hann. Münden tagt. Siegfried Pflum und Stefanie Weinert vom Fachdienst Stadtplanung haben Bedenken zur Vereinbarkeit von bestehenden Flugrouten mit notwendigen Mindestabständen im Überflug stetig in die Planverfahren eingebracht“, betont der Verwaltungschef. Die Anlagen hätten im Landeanflug Gefährdungen für Passagiere wie auch für die Windräder bedeutet. „Wenn das Bundesamt für Flugsicherung auch erst sehr spät eine Beurteilung abgegeben hat, hätte man von den Projektentwicklern, auch ohne mathematische Kenntnisse, bereits im Vorfeld durch einfache Rechenmethoden und minimalistischer Fachkunde erwarten können, dass betroffene Kommunen nicht mit unsinnigen Absichtserklärungen beschäftigt werden. Mit 50 Prozent weniger Windkraftanlagen auf dem Gahrenberg ist lediglich ein Etappenziel erreicht“, so Wegener weiter. Die Bürgermeister in der IGR seien sich ihrer Verantwortung bewusst, mit dem Reinhardswald einen der letzten Rückzugsorte für die nächsten Generationen zu bewahren. Wegener bekennt sich zum neu geschaffenen Naturpark Reinhardswald: „Ein Naturpark ist mit industrieller Ausbeutung durch Windkraft und Salzsee nicht in Einklang zu bringen“, so Wegener.

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