So wird ,Platt’ geschwatzt

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Achtzig Bürger und Bürgerinnen hatten sich im Gasthaus Ude in Vaake getroffen, um in geselliger Runde das „Vaaker-Platt“ wieder aufleben zu lassen.

Reinhardshagen. Großer Erfolg der AG „Unser Dorf hat Zukunft“.

Reinhardshagen. Die Beteiligung am ersten Plattschwatz-Abend in Vaake, zu dem die Arbeitsgruppe "Unser Dorf hat Zukunft" eingeladen hatte (wir berichteten), übertraf die Erwartungen der Initiatoren. Achtzig Bürger und Bürgerinnen hatten sich im Gasthaus Ude in Vaake getroffen, um in geselliger Runde das "Vaaker-Platt" wieder aufleben zu lassen.

Nach der Begrüßung durch Dieter Salomon auf Hochdeutsch und Stefan Schuldes auf Platt, ging das heitere Schwatzen sofort in die erste Runde. Egal welches Thema, alles wurde aufgegriffen. Erzählt und diskutiert wurde über alte Geschichten aus vergangenen Zeiten, über aktuelle Themen und auch über die Übersetzung von Wörtern, die es zur Zeit der Hochkonjunktur des "Vaaker-Platt" noch gar nicht gab.Festgestellt wurde auch, dass es zwischen den Mundarten verschiedener Orte große Unterschiede in der Aussprache gibt. Selbst in dem nicht weit entfernten "Veckerhogen" werden viele Worte anders ausgesprochen als in "Vooke". Ein gebürtiger Hemeler sagte sogar:"Das heißt bei uns völlig anders, dabei ist Hemeln doch nur auf der anderen Weserseite!"Sehr zur Freude der Arbeitsgruppe kamen die Besucher aus beiden Ortsteilen von Reinhardshagen und alle Altersstufen waren vertreten. Der jüngste Besucher war zehn Jahre und der älteste zwei Wochen vor seinem neunzigsten Geburtstag.

Sehr großen Anklang fanden vorgefertigte Vokabellisten, in die die Plattschwatz-Freunde die "Platten"-Wörter eintragen konnten, um sie für die Nachwelt festzuhalten, was manchmal nicht ganz einfach war. Oft musste über die Schreibweise des Wortes diskutiert werden und die verschiedensten Varianten wurden zu Papier gebracht.Aus dieser Vielzahl von Vokabellisten wird Corinna Schuldes gemeinsam mit ihrer Tochter Vanessa versuchen, ein alphabetisch sortiertes Vokabelheft zu erstellen, um es beim nächsten Abend zu verteilen.Eine Teilnehmerin erklärte sich sogar bereit, die Listen in aller Ruhe zu Hause weiter zu vervollständigen.

Nächste Treffen in März und April

Stefan Schuldes hielt ganz spontan auf Platt einen Vortrag, den ein Besucherehepaar mitgebracht hatte und der großen Anklang fand und für eine gute Stimmung sorgte.Schnell war an diesem Abend klar: Dies bedarf einer Wiederholung. Regelmäßige Treffen werden jetzt stattfinden. Der nächsten Plattschwatz-Abende finden am 14. März und 11. April jeweils um 19 Uhr im Gasthaus Ude in Vaake statt.

Die Initiative "Unser Dorf hat Zukunft"bedankt sich herzlich bei allen Besuchern für ihr Kommen und hofft darauf, mit diesen Treffen das "Vaaker-Platt" vor dem Aussterben zu retten.Hilfe hat sich die Arbeitsgruppe hierzu bei Berit Janßen und Sina-Marie Nolte geholt, die Kontakt mit einem Sprachwissenschaftler der Uni Kassel aufgenommen haben, um sich wertvolle Tipps und Anregungen zu holen, wie man die Mundart erhalten kann. Außerdem wollen sie mehr über die Geschichte und die Herkunft des "Vaaker-Platt"erfahren.

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