Wissen Sie, was Ihr Kind auf dem Handy hat?

Grauenhafte, menschenverachtende Gewaltvideos aufden Handys unserer Kinder Eltern vllig ahnungslosVon LARS WINTERWerra-Mein

Grauenhafte, menschenverachtende Gewaltvideos aufden Handys unserer Kinder Eltern vllig ahnungslos

Von LARS WINTERWerra-Meiner-Kreis. Es macht piep, piep, piep und das Video ist auf dem Handy deines Kindes, sagt Andreas Arnemann vom Landeskriminalamt Hessen. In bester Qualitt sehen dann selbst schon 8-Jhrige, wie einem Menschen der Kopf abgeschnitten wird, berichtet der Spezialist vom LKA. Mit schockierend grauenhaften und menschenverachtenden Bildern und Videos zeigt er den rund 80 Eltern und Lehrern im Sontraer Brgerhaus, was unsere Kinder in ihren Handys haben und wir Erwachsenen sind vllig ahnungslos. Arnemann bringt schonungslos rber, dass dieses Problem uns alle angeht. Wissen Sie, was ihr Kind auf dem Handy hat?, fragt er in den Saal. Schulterzucken ist die stumme Antwort. 80 Prozent der 12-Jhrigen wissen um das Vorhandensein von Gewaltvideos oder haben sie schon gesehen, sagt er. Und die sogenannten snuff videos haben keine Schmerzgrenze: Enthauptungen, Ttungen, Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Steinigungen, Leichenzerstckelung und das Anznden von Menschen finden sich in bester Qualitt auf Kinder-Handys wieder. Erst am Donnerstag wurde ein Ttungsvideo via Bluetooth von Handy zu Handy bertragen in der zweiten Klasse einer Grundschule!, so Arnemann. Verantwortung liegt bei den ElternSeine Botschaft ist eindeutig: Die Verantwortung Nummer 1 liege bei den Eltern. Sie sind es, die den Handyvertrag ihrer Kinder unterschreiben. Und Sie sind es, die die Medienkompetenz ihrer Kinder strken mssen, so sein Appell. Nicht durch Verbote, sondern Gesprche auch konfliktreiche. Eltern mssten sich vorstellen,was solche Videos in einem Kind verursachen. uere Schrammen vergehen, tiefe Wunden im Inneren des Kindes nicht, warnt Arnemann. Die Folgen: Verstrung, Realittsverlust, Angst, Nachahmungsgefahr. Das groe Problem sei, Eltern zu erreichen, denen die Erziehung ihrer Kinder in gewisser Weise egal sei. Und davon gebe es immer mehr. Internet: Speisekarte fr PdophileAuch der sorglose Umgang mit dem Internet sei eine vielfach unterschtzte Gefahr. 28 Prozent der 6-Jhrigen haben Internet-Erfahrung, sagt der LKA-Mann. Und 56 Prozent der 12-Jhrigen htten ihren ersten sexuellen Kontakt im weltweiten Netz. Das Internet ist die Speisekarte fr Pdophile, so Arnemann. Die whlten ihre Opfer ganz gezielt aus bis es zu einem realen Treffen komme. Wenn Sie, die Eltern, dem Gesprch und dem positiven Streit mit ihrem Kind aus dem Weg gehen, kann es sein, dass es irgendwann nicht wiederkommt, spricht Andreas Arnemann die schlimmsten Befrchtungen vieler Eltern offen aus. Passiert erst vor kurzem, als ein Vater die Gefahr und die Wirkung des Internets fr Kinder vllig unterschtzte. Der stellte Bilder des unaufgerumten Kinderzimmers seiner Tochter ins Netz. Versehen mit dem Satz: Dieses Zimmer wird ab jetzt immer aufgerumt sein. 14 Tage spter hat sich das Mdchen umgebracht, erzhlt Arnemann. Wir leben in einer egoistischen und gefhlarmen Welt und wir haben die Pflicht unsere Kinder davor zu schtzen, fordert er.

Zwischenruf von LARS WINTER

Wo waren Sie?

Mit viel Arbeit und Mhe haben Polizei Werra-Meiner, Schulamt und Fachdienst Jugend des Kreises diese Veranstaltung organisiert und mit Andreas Arnemann eine absoluten Experten auf den Gebieten Gewalt auf Handys und Gefahren im Internet gewinnen knnen. Dafr gebhrt den Veranstaltern Lob.

Ein Armutszeugnis verdienten sich dagegen die, die durch Abwesenheit glnzten. Ob Eltern oder Lehrer diese Veranstaltung hatte mehr Zuhrer verdient. Der gerade einmal halb gefllte Saal zeigte, dass sich viele Eltern, aber auch die meisten Lehrkrfte den Problemen unserer Jugend verschlieen oder diese unterschtzen.

Ein Polizist drckte es so aus: Lehrer aus dem nrdlichen Teil des Kreises sehe ich gar nicht. Klar, Dienstagabend, 19 Uhr, gibt es angenehmeres, als sich auf den Weg nach Sontra zu machen. Besseres gab es aber auf keinen Fall.Wie wichtig fr einen Teil der anwesenen Pdagogen dieser Abend war, verdeutlichten die vielen Fragen des Lehrpersonals: Rechtliche Handhabe im Umgang mit Schlerhandys und technische Mglichkeiten moderner Handys waren nur zwei Bereiche, die zeigten, wie wenig Wissen wir ber die multimediale Welt besitzen. Zumindest viel weniger als unsere Kinder.

Die Anwesenden machten am Donnerstagabend einen ersten Schritt, ihr Wissensdefizit zu verringern. Hoffentlich geben sie das Gehrte auch an ihre abwesenden Freunde, Bekannten und Kollegen weiter, damit auch die in Zukunft nicht mehr denken, Kinder wrden ihr Handy hauptschlich zum telefonieren nutzen!

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