WLAN für Alle: Gratissurfen in der Mündener Innenstadt

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In Hann. Münden online gehen, dank Freifunk: Am Kirchplatz ist das jetzt möglich.

Hann. Münden. Na, schimpfen Sie auch manchmal auf Ihren  Mobilfunkanbieter, weil Sie mal wieder ihr mickriges monatliches Datenvolumen überschritten haben und ausgebremst wurden? Oder haben Sie generell Probleme mit den  Internetempfang ihres Smartphones?In Zukunft sollen solche Probleme in der Mündener Innenstadt der Vergangenheit angehören. Die Mündener Wirtschaftsförderung (WWS) hat am Montag ein Pilotprojekt gestartet und im Geschäft Foto Schmook (Lange Straße 57, gegenüber dem Kirchplatz) einen WLAN-Router installieren lassen, der Passanten ein kostenloses Surfen ermöglicht.

Rechtlich auf der sicheren Seite

Für Inhaber Thorsten Schmook war sofort klar, dass er sich als Vorreiter zur Verfügung stellt: "Seit vier Jahren schon will man in Hann. Münden sogenannte "Hot-Spots" einrichten – also Orte, an denen man gratis im Internet surfen kann. Bislang scheiterte das Vorhaben immer an der rechtlichen Seite. Wenn nämlich jemand auf illegalen Seiten surft, wird, rechtlich gesehen, immer der Inhaber des Internetanschlusses zu Verantwortung gezogen, nicht der Nutzer. Mit der Freifunk-Variante ist das anders. Hier werden die Daten verschlüsselt und anonymisiert. Dadurch wird ein WLAN-Angebot ohne die so genannte Störerhaftung – also der Haftung für Fremdnutzung – möglich", erklärt Schmook. Das bedeutet, die Router-Inhaber können rechtlich nicht für illegalen Datenaustausch durch Fremde belangt werden. Es ist die Lösung des Problems, an dem das WLAN  in Hann. Münden in der Vergangenheit scheiterte. "Die Praxis wird in den kommenden Wochen zeigen, wie viele mobile Endgeräte gleichzeitig den Zugang nutzen können, ohne Probleme beim Aufbau von Internetseiten zu bekommen. Die Meinungen zum Projekt sind aktuell jedenfalls sehr positiv. Allein schon deshalb, weil es keinen kommerziellen, sondern sozialen Hintergrund hat", so Schmook.

Wer möchte sich beteiligen

Im September sollen weitere Router aufgestellt werden. Die WWS sucht deshalb Einzelhändler, Gastronomen, oder Privatpersonen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Da die meisten Mündener sowieso schon einen Internetzugang hätten, kämen auf diese keine zusätzlichen Kosten zu. Die WWS würde die Hardware, sprich Router, kostenlos zur Verfügung stellen. Sie plane bis zu 15 weitere Router in der Mündener Innenstadt aufstellen zu lassen, damit flächendeckendes WLAN mit moderaten Surfgeschwindgkeiten möglich werde, informiert WWS-Chef Rolf Bilstein. Und weiter: "Im Vergleich zu den Hot-Spots, ist das WLAN ein einfaches und preiswertes Projekt. Mit geringen finanziellen Mitteln, können wir eine große Wirkung erzielen. Damit werten wir die Stadt Hann.Münden enorm auf und ziehen endlich mit anderen Städten gleich, die ein ähnliches zusätzliches Angebot schon seit Längerem vorhalten."Empfangbar ist das WLAN am Kirchplatz unter dem Zugang "hannmünden.freifunk". Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos gibt es auf www.freifunk-muenden.de

Was ist Freifunk?

Freifunk ist eine nichtkommerzielle Initiative, die sich dem Aufbau und Betrieb eines freien Funknetzes widmet, das aus selbstverwalteten lokalen Computernetzwerken besteht. Freifunk ist eine nichtkommerzielle Initiative im deutschen Sprachraum mit Ursprung in Berlin. Ziele sind ein hoher Grad an Zensurresistenz, eine Förderung lokaler Kommunikation, ein möglichst dezentraler Aufbau, Anonymität und Überwachungsfreiheit. Freifunk baut auf dem Pico Peering Agreement auf, das für ein diskriminierungsfreies Netzwerk sorgen soll. (Quelle: Wikipedia)

+++Surfbretter raus+++Ein Zwischenruf von Mathias Simon+++

Super Sache, gerade für diejenigen, wie mich: Ist der 12. des Monats angebrochen, dann ist meine Geizhals-Flatrate mit Surfbeschränkung schon am Ende. Dank WhattsApp, eMail-Verkehr und permanentem Tankpreisvergleich ist mein Datenvolumen schneller verbraucht als mir lieb ist. Dann muss ich durchs World Wide Web kriechen. Auf Dauer ist das ganz schön nervig, vor allem, wenn ich "mal eben" online die Öffnungszeiten meines Mündener Lieblingsrestaurants abrufen möchte. Mein Kontingent aufzustocken kam für mich nie in Frage, mehr aus Bequemlichkeits- als aus Kostengründen. Nun heißt es in der Mündener Innenstadt also "Surfbrett" oder besser gesagt Smartphone raus! WWS und Freifunkanbieter halten damit ein Angebot vor, dass auch in anderen Städten wie Witzenhausen und Eschwege zwar heiß diskutiert, aber auf Grund haftungsrelevanter Fragen bislang lieber nicht realisiert wurde. Witzenhausen hat die andere Variante gewählt, doch man kann jetzt sehen, wie das ,Freifunk’-Konzept in der Dreiflüssestadt funktioniert. Und hier sollten sich die gerade die Einzelhändler und Gastronomen gut überlegen sich zu beteiligen. Es kommt mit Sicherheit auch ihnen zu Gute.

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