Die Zeiten der Onlinevorlesungen sind vorbei

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Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen (Mitte), freut sich mit seinen Kollegen über das sukzessive Öffnen der Akademie.

Polizeiakademie nahm Lehrbetrieb wieder auf - auch in Hann. Münden

Hann. Münden. Seit Mitte März war an den Standorten der Polizeiakademie Niedersachsen Hann. Münden, Nienburg und Oldenburg der reguläre Studien- und Akademiebetrieb wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt. Durch ein schnelles Umschwenken auf digitale Lehre konnten in den letzten sieben Wochen sehr viel Studieninhalte vermittelt werden. Immerhin wurden bis dato auf diesem Wege mehrere tausend Unterrichtsstunden onlinebasiert abgehalten. Zudem wurden Ende März 250 Studierenden zum erfolgreichem Studienabschluss gebracht und in die Polizeidirektionen versetzt sowie am 1. April knapp 200 neue Studierende eingestellt. Ziel der Akademie war und ist es, die aktuell rund 3.700 Polizeistudierenden möglichst im Rahmen der Regelstudienzeit von drei Jahren erfolgreich durch das Studium zu bringen, um so den personellen Nachersatz für die niedersächsische Polizei sicherzustellen. Seit dem Aussetzen der Präsenzunterrichte stand für die Akademie die Frage im Fokus, wann und wie wieder in den Präsenzbetrieb übergegangen werden kann. Sei dem vergangenen Montag wird nun sukzessive zu einem präsenzbasierten Lehrbetrieb zurückgekehrt. Die Akademie startete an den drei Standorten zunächst mit ausgewählte Studiengruppen aus zwei Einstellungsjahrgängen, darunter die neuen Kommissaranwärter, die am 1. April präsenzfrei ihr Studium begonnen hatten. Sie wurden am Montag nach fünf Wochen Onlinevorlesungen nun erstmals ihren Studiencampus betreten. Die Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs erfolgte mit insgesamt zwölf Studiengruppen (rund 300 Studierende) an den drei Studienorten.

Eingeschränktes Training bald wieder möglich

In den nächsten Wochen soll der Betrieb dann ausgeweitet werden und auch wieder den Standort Lüchow mit einbeziehen, wo praktische Polizeitrainings stattfinden. Da der Polizeiberuf eben nicht nur kognitive Kompetenzen, sondern auch praktische Fertigkeiten und körperlichen Fähigkeiten erfordert, liegen insgesamt die Schwerpunkte bei Wiederaufnahme des Betriebs in den praktischen Trainings, die nicht in der digitalen Welt, sondern nur durch körperliche Anwesenheit machbar sind. Trainingseinheiten mit direktem Körperkontakt werden aus Gründen des Infektionsschutzes jedoch weiterhin ausgesetzt. Die Akademie hat einen umfassenden Hygieneplan mit umfangreichen Schutzmaßnahmen und Verhaltenshinweisen erstellt. Danach zu handeln wird ein wesentlicher Baustein zum Erfolg sein. Aufgrund der hohen Anforderungen an den Infektionsschutz wird die schrittweise Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs zudem unter ständiger Neubewertung der Situation erfolgen. Da die onlinebasierte Vermittlung der theoretischen Studieninhalte erheblich zur personellen Entzerrung und damit zur Reduzierung der Personenanzahl in den Liegenschaften beiträgt, wird die Akademie diese Form der Lehrstoffvermittlung in der nächsten Zeit weiterhin intensiv nutzen. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, Stammpersonal wie Studierende, steht bei der sukzessiven Öffnung unserer Akademie selbstverständlich an erster Stelle“, betont Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen.

Und weiter: „Die Mitarbeiter haben mit viel Engagement, Einsatz, zum Teil auch Improvisationsvermögen und Kreativität dafür gesorgt, dass wir am Montag unsere Türen - wenn auch zumindest nur ein Stück weit - wieder öffnen konnten. Mit den sehr umfangreichen und auf unsere konkrete Studiensituation zugeschnittenen Hygienemaßnahmen haben wir eine solide Grundlage für ein Studium in Corona-Zeiten geschaffen“, so Rose.

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