Zwei- und Vierbeiner gemeinsam im Einsatz

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Bewiesen einen einen guten Riecher: Die Rettungshunde spürten vermisste Personen auf.

Niedersachsen. SEG und Hundestaffel bei Übung in Bad Nenndorf dabei.

Niedersachsen. Das Drehbuch war so ausgeklügelt wie das eines Katastrophenfilms: Anfang Oktober probten mehr als 400 Beteiligte den Ernstfall. Ein fiktives großflächiges Erdbeben hatte an zwei Schauplätzen verheerende Folgen. Am Übungsabschnitt "Klosterstollen"  bei Bad Nenndorf wurden viele Menschen, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, im Bergwerksstollen eingeschlossen und mussten aufwendig von Einsatzkräften der Feuerwehren gerettet werden. ASB-Kräfte übernahmen anschließend die Versorgung und Betreuung der Betroffenen. Am Übungsabschnitt "Verkehrsunfall mit Bus" kollidierte ein Schulbus mit einem PKW. Auch hier waren zahlreiche Einsatzkräfte derumliegenden Feuerwehren und des Arbeiter-Samariter-Bundes aus ganz Niedersachsen, darunter auch die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) sowie die Rettungshundestaffel des ASB-Kreisverbandes Göttingen-Land, mit der Rettung und Betreuung der Verletzten beschäftigt. Bei der großangelegten Übung gingen die Einsatzkräfte an die Grenzen der Belastbarkeit; zahlreiche Verletztendarsteller bewiesen überraschendes schauspielerisches Talent.Die SEG des ASB-Kreisverbandes Göttingen-Land aus Hann. Münden übernahm bei dem Busunglück wichtige Aufgaben. Nachdem die Feuerwehren die zum Teil schwer verletzten Insassen aus dem Bus gerettet hatten, kümmerten sich die Samariter um die Verletzten und richteten eine sogenannte Patientenablage ein. Hier wurden die Patienten unter Aufsicht eines Notarztes erstversorgt.

Blutende Wunden, Brüche, Kopfverletzungen

"Wir hatten viel zu tun, schließlich war der Bus vollbesetzt", sagte Felix Maletz, Leiter der SEG. Die Einsatzkräfte hatten mit der Versorgung von blutenden Wunden, Knochenbrüchen, Kopfverletzungen und Schocks alle Hände voll zu tun.

Zeitgleich hatte ein Unfallzeuge mehrere Kinder in das nahegelegene Neubaugebiet "Am Haster Bach" laufen sehen. Hier kam die Rettungshundestaffel aus Hann. Münden ins Spiel. Die dafür ausgebildeten Hunde bewiesen viel Orientierungs- und Geruchssinn und spürten die Vermissten erfolgreich auf. Diese konnten dann den Betreuungskräften übergeben werden. Die Einbindung der Rettungshunde in eine solche Großübung war ein Novum. Insgesamt waren SEG und Rettungshundestaffel mit 21 Einsatzkräften und fünf Einsatzfahrzeugen vertreten. Eine beachtliche Leistung, schließlich basiert die Mitarbeit auf ehrenamtlichem Engagement.Aufgrund des Sonnenscheins und der unerwarteten Schwüle wurde die Übung vorsorglich rund eine Stunde früher beendet als geplant.  Das Übungsziel war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits erreicht.Die Organisatoren ziehen insgesamt ein positives Fazit. Samariterinnen und Samariter aus 15 niedersächsischen ASB-Gliederungen hatten teilgenommen. Unterstützung gab es seitens der Feuerwehren Barsinghausen und Egestorf sowie allen Ortswehren aus der Samtgemeinde Nenndorf."Wir alle wissen, dass sich solche oder andere Unglücke jederzeit ereignen können", sagte der ASB-Landesvorsitzende Manfred Püster im Anschluss.  Hauptziel der Übung war, dass die ASB-Einheiten aus ganz Niedersachsen sich kennenlernen und die übergreifende Zusammenarbeit proben. Reale Katastrophen aus der Vergangenheit – zum Beispiel das Elbhochwasser 2013 – haben gezeigt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit ist.

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