Von 1863 bis 2013 - 150 Jahre Sozialdemokratie mit Höhen und Tiefen

Waldhessen. Zur Eröffnung einer Wanderausstellung zur 150-jährigen Geschichte der Sozialdemokratie konnte der Unterbezirksvorsitzende MDL Torsten Wa

Waldhessen. Zur Eröffnung einer Wanderausstellung zur 150-jährigen Geschichte der Sozialdemokratie konnte der Unterbezirksvorsitzende MDL Torsten Warnecke die Vize-Landrätin Susanne Selbert aus dem Landkreis Kassel-Land begrüßen. Warnecke verwies dabei auf die Rolle der Sozialdemokratie: "Ob Unterdrückung im Kaiserreich, Verfolgung und Verbot durch Nationalsozialisten oder Kommunisten, die SPD ist die einzige deutsche Partei, die mit Stolz auf ihre Geschichte zurückblicken kann." Dies spiegele sich auch im Leben der Großmutter Susanne Selberts, Elisabeth Selbert, wider, die eine der vier "Mütter des Grundgesetzes" war.  Im engen Raum des Parteibüros war eine ganze Anzahl prominenter und führender Sozialdemokraten aus Landes-und Kommunalpolitik unter der Zuhörerschaft.

Besonders freue er sich, dass Susanne Selbert in das Schattenkabinett von Thorsten Schäfer-Gümbel aufgenommen wurde. Sie ist im Falle eines Wahlsieges bei den hessischen Landtagswahlen im Herbst für das Ministerium für Verbraucher und Umweltschutz vorgesehen. Zu Beginn ihres Vortrages sagte Susanne Selbert, dass sie viele Jahre ihrer Kindheit in Bad Hersfeld verbracht habe und deshalb mit der Stadt eng verbunden sei.

Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten können stolz auf ihre Vorgänger sein, mit allen Höhen und Tiefe n.Neben den vielen historischen Persönlichkeiten der SPD zählten auch viele Frauen dazu. Ihre Großmutter gehörte mit Sicherheit dieser berühmten Riege an, weil es ihr als eine der vier "Mütter des Grundgesetzes" gelang, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau in das Grundgesetz mit aufgenommen wurde. Genau am 18. Januar 1949 ist die Formulierung von Elisabeth Selbert, "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" vom Hauptausschuss des Parlamentarischen Rates angenommen worden. Im Mai 1949 wurde dann das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verabschiedet.

"Meine Großmutter bezeichnete den 18. Januar 1949 als ihre Sternstunde" so die stolze Aussage von ihrer Enkelin Susanne.Die Forderung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz zu verankern, war seinerzeit alles andere als selbstverständlich, dafür musste hart in den Gremien gerungen und viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, was sich in den vielen Kampagnen Landauf und Landab niederschlug. Elisabeth Selbert sagte mal einen historischen Satz zur Gleichberechtigung, der vielleicht den Ausschlag für die Annahme ihrer Formulierung gab: "Die Frau, die während der Kriegsjahre auf den Trümmern gestanden und den Mann an der Arbeitsstelle ersetzt hat, hat einen moralischen Anspruch darauf, so wie ein Mann bewertet zu werden".

Elisabeth Selbert war neben Carlo Schmidt eine der prominenten SPD Mitglieder im Parlamentarischen Rat, Abgeordnete des hessischen Landtages, Mitglied des Bundesvorstandes der SPD und Stadtverordnete in Kassel. Zuvor war sie Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung des Landes Hessen. Die Frage, wer sich hinter den Buchstaben E.S. verbarg, war eigentlich keine, viele wussten es damals. Man sprach auch immer nur von den "Vätern des Grundgesetzes" und vergaß dabei, dass auch vier tapfere Frauen neben den 61 Männern mitwirkten.

Susanne Selbert ging in ihrem Vortrag auch auf den Werdegang ihrer Großmutter ein und beschrieb sie als eine großartige Frau, mit viel Demokratieverständnis, mutig und mit viel Engagement für die Gesellschaft. Ich habe als Enkelin immer einen sehr engen Kontakt zu meiner Großmutter gepflegt. Elisabeth Selbert wurde am 22.09.1896 in Kassel geboren und starb fast 90-jährig am 09.06.1986 in Kassel. Für alle interessierten Bürger ist die Ausstellung im SPD-Parteibüro in der Bahnhofstraße während der Geschäftszeiten Montag bis Freitag von 9.30 - 13 Uhr und von 14 Uhr - 15.30 geöffnet.

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