Sie will Leben: Zweifache, junge Mutter bekämpft mit aller Macht ihren Hirntumor

Die krebskranke Katja Hausen (hinten links) kämpft gemeinsam mit ihrer neu gewonnenen Freundin Angelika Albrecht (hinten rechts) und ihren Kindern Adrian und Valentina gegen ihren Hirntumor. Foto: Buschky

Die 26-Jährige Rotenburgerin Katja Hansen kämpft mit ihren Kindern und Freundin Angelika Albrecht gegen ihren Hirntumor. Ihr Verlobter verließ sie wegen ihrer Krankheit.  

Rotenburg. Sie ist gerade mal 26 Jahre alt, und hat seit einigen Monaten mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen: Katja Hansen aus Rotenburg wurde im April 2017 ein Glioblastom diagnostiziert, ein bösartiger Hirntumor, der unter Umständen sehr schnell wächst. Sie hat eine fünfjährige Tochter und einen eineinhalb-jährigen Sohn, deshalb steht für sie fest: „Ich möchte leben. Aufgeben ist für mich keine Option.“

Es begann mit Sehstörungen

Die ersten Symptome zeigten sich in ihrer letzten Schwangerschaft. Sie begann schlechter, doppelt oder verschwommen zu sehen. Die Ärzte vermuteten zunächst, dass die Sehstörungen schwangerschaftsbedingt seien und es sich nach der Geburt regulieren würde. Fehlanzeige – verschiedene Sehhilfen vom Augenoptiker halfen nicht – stattdessen wurden ihre Symptome schlimmer: Neben den Sehstörungen kam plötzlich auftretende Übelkeit und Erbrechen hinzu. Nach einem Besuch in der Augenklinik in Bad Hersfeld stellte sich heraus, dass ihre Augen gesund waren. Die Ursache für die Sehstörungen musste folglich neurologisch bedingt sein. Das an-schließende MRT brachte das Ergebnis: ein bösartiger Tumor im Gehirn.

Verlobter verlässt Katja Hansen wegen Hirntumor

Nachdem die 26-Jährige die Horror-Nachricht und den Schock realisiert und etwas verdaut hatte, bahnte sich schon die nächste Katastrophe an: Ihr Verlobter ließ die erkrankte junge Mutter, samt Kindern, sitzen. Er wolle keine Frau heiraten, die krank sei, erklärte der Ex-Verlobte. Doch Hansen blickte nach vorne und setzte alle Hebel in Bewegung, um die bestmögliche Behandlung in Deutschland in Anspruch zu nehmen. Es gab viele Wege zu erledigen, denn sie musste bei mehreren Ämtern Formulare und Anträge ausfüllen. Durch ihren gesundheitlich schlechter werdenden Zustand war es problematisch.

Große Hilfe: Angelika Albrecht unterstützt sie

Durch eine Vermieterin war jedoch Hilfe in Sicht: Sie vermittelte die 26-Jährige an Angelika Albrecht, eine ehemalige Stadtverodnete in Rotenburg. Albrecht arbeitet ehrenamtlich für die Rotenburger Bürgerhilfe, weshalb sie sich mit Gängen zu den verschiedenen Ämtern auskennt. „Katja hat es nicht einfach. Ihre Krankheit macht ihr zu schaffen, außerdem muss sie zusätzlich noch ihre zwei kleinen Kinder erziehen. Ich möchte ihr helfen, so gut ich kann. Deswegen erledige ich alles mit ihr zusammen“, erklärt Albrecht.

Die Gefahr des Umkippens

Ein weitere tägliche Herausforderung ist es, ihren kleinen Sohn in die Kinderkrippe und ihre Tochter in die KiTa Dreikäsehoch zu bringen und sie wieder abzuholen. „Mir geht es körperlich manchmal überhaupt nicht gut. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ich jederzeit ohnmächtig werden könnte. Was passiert, wenn mir das auf der Straße passiert und meine zwei Kleinen stehen dann alleine da?“, erklärt die krebskranke Mutter. Eine große Erleichterung wäre es, wenn jemand ihre Kinder mitnehmen würde.

Mit 700 Euro Krankengeld und etwas Kindergeld muss Hansen jeden Monat auskommen. Sie besitzt nur einen einzigen Kleiderschrank für das Familien-Dreierpack, sie besitzt keine Kommode und als Wickeltisch dient ein uralter Küchentisch. „Das Geld reicht einfach nicht, um sich viele neue Sachen, geschweige denn Möbel, anzuschaffen. Zuerst kommen ihre Kinder. Für sich selbst hat Katja sehr lange nichts gekauft“, so Albrecht. Hinzu kommen die enormen Kosten für ihre Krebs-Therapien.

Hyperthermie ließ den Tumor schrumpfen

Durch die sogenannte Hyperthermie in Hamburg schrumpfte ihr Hirntumor um zwei Zentimeter. „Ich war überglücklich über dieses Ergebnis. Leider musste ich für die Kosten selbst aufkommen. Dabei hat mich zum Glück mein Vater unterstützt“, so die besorgte Mutter. Die Krankenkasse übernehme zwar die übliche Chemo- und Strahlentheraphie, allerdings nicht neuartige Therapieformen – auch wenn sie am besten helfen und sogar preislich günstiger sind.

Gerade weil sie von dem Rest ihrer Familie bisher nicht sehr viel Unterstützung erhielt, freut sie sich umso mehr, dass Albrecht ihr eine so große Hilfe ist. „Katja kann mit ihren Kindern rund um die Uhr zu mir kommen oder anrufen, wenn etwas ist. Ich werde immer für sie da sein. Es wäre schön, wenn es noch andere Menschen gibt, die die junge Mutter unterstützen und helfen wollen“, so Albrecht ab-schließend.

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