Rotenseer feiern 725-jähriges Jubiläum mit historischer Wanderung und Froschessen 

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Rotensee feiert 725-jähriges Jubiläum – Spannende historische Wanderung und Froschessen begeisterten die Besucher.

Rotensee. In einer Urkunde vom 1. April 1292 wurde Rotensee, das circa 650 Einwohner große Dorf der Gemeinde Hauneck, erstmalig erwähnt – das liegt nun 725 Jahre zurück. Zu diesem Anlass lud der Ortsbeirat Rotensee zu einer Jubiläumsfeier am Dorfgemeinschaftshaus ein.

Der Tag begann mit einer His-torischen Wanderung, bei der die Teilnehmer alte Geschichten, Sagen und Anekdoten des Dorfes erfuhren. Die Beteiligung war so groß, dass der Ortsbeirat vier Gruppen mit jeweils 30 Leuten bilden musste. Hans Heenes, gebürtiger Rotenseer, startete mit der ersten Gruppe die Reise in die Vergangenheit. 1564 unterlag Rotensee Abt Heinrich von Hersfeld und den Herren von Buchenau, das heißt, die Rotenseer mussten Abgaben leisten und Dienste erfüllen, erklärte Heenes. Zeitweise gab es zwei Ortsteile in Rotensee: Von 1385 bis zum 16. Jahrhundert spricht man von „Nidderen Rotensehen“ und „Obirnrotensehen“. In der Schulstraße, an der „neuen“ Schule, machte die Wandergruppe Halt. Das Schulhaus wurde 1838 gebaut, bis 1892 wurde darin unterrichtet. In dem Jahr wurde ein Schulsaal gebaut, der bis 1965 zum Unterrichten genutzt wurde, erzählte Heenes weiter.

Ein Stück weiter unten, in der Unterhauner Straße, steht das Stuckhardts Haus, das ab 1747 ebenfalls als Schulhaus genutzt wurde. Die Allgemeine Schulpflicht wurde 1717 in Preußen eingeführt. Schulschwänzer und Ungehorsame wurden mit Rute, Stock oder Lederpeitsche bestraft, wie Heenes den interessierten Teilnehmern berichtete. 1856 wurde der Unterricht in Deutsch, Rechnen und Naturkunde zugunsten des Kernfaches Religion beschränkt. Die preußischen Volksschüler mussten damals unter anderem 180 Bibelsprüche mit 300 Versen und 60 Evangelien mit 1.000 Versen auswendig lernen. Nächster Stopp: Die Ortsmitte. „Damals feierten die Rotenseer ein sehr seltsames Schlachtfest“, erzählte Heenes, und weiter: „În der Dorfmitte, wo heute der Spielplatz liegt, gab es einen Teich. Dort mästeten die Bürger, alljährlich zur Kirmes, einen Frosch. Wenn die Bürger ihn für schlachtreif hielten, wurde er eingefangen zum Haus des Bürgermeisters gefahren und zerlegt. Dann wurde er an die Einwohner nach Stellung und Verdienst aufgeteilt.“ Damals leitete das Froschessen die Kirmes ein, die drei Tage später begann. Bis heute haben die Rotenseer den Namen „die Frösche“. In Erinnerung an diese alte Sage gab es zum Jubiläumsfest nach der Historischen Wanderung ebenfalls ein traditionelles Froschessen – in diesem Fall war es natürlich kein echter Frosch, sondern ein großes Gebäck in der Form eines Frosches, das von Ortsbeirat Manfred Mayer eigenhändig gebacken wurde.

Im Laufe des Nachmittags konnten sich die kleinen Besucher an verschiedenen Spielestationen austoben. Die Airbrush-Tattoos waren bei den Kids so beliebt, dass alle lange Schlange stehen muss-ten. Ein besonderes Highlight war der Auftritt der „Sparkling Dance Crew“ vom SC 76 Rotensee. In aufregenden Glitzerkleidchen begeisterten sie als Matrosen-Mädchen mit einer peppigen Choreographie. Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann war ebenfalls vor Ort, um ein paar Worte anlässlich des 725-jährigen Jubiläums loszuwerden. Bei selbst gebackenem Kuchen, Herzhaftem vom Grill und gekühlten Getränken nahm der Tag einen gemütlichen Ausklang.

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