Ein Abend für Poesie und Musik

Sabine Kampmann gestaltete in der Martinskirche einen Abend über die Dichterin Rose Ausländer.
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Sabine Kampmann gestaltete in der Martinskirche einen Abend über die Dichterin Rose Ausländer.

Eine Hommage an die jüdische Dichterin Rose Ausländer gestaltete Sabine Kampmann in Wort und Ton am Samstagabend in der Bad Hersfelder Martinskirche.

Bad Hersfeld - Kraftvolle Worte und kraftvolle Töne waren bezeichnend für den Abend "Mein Atem heißt jetzt...", den die Bad Hersfelder Diakonin Sabine Kampmann am Samstagabend in der Martinskirche gestaltete. Die Idee sei ihr gekommen, als sie in den neunziger Jahren das Buch "Ich spiele noch" mit Gedichten von Rose Ausländer geschenkt bekam. "Rose ist meine Schwester", sagte Kampmann, die von Höhen und Tiefen der Dichterin sprach.

Mit einer beeindruckenden Collage aus Texten und Liedern auf deutsch, französisch, jiddisch und englisch wusste Kampmann mit ihrer wandelbaren Stimme zu begeistern. Sie begleitete sich an der Gitarre selbst und nutzte das Instrument auch als Untermalung der Gedichte und als Herzschlag.

Überleben im Getto

Die Besucher in den gut gefüllten Martinskirche erlebten die Geschichte der jüdischen Dichterin, die in Rumänien geboren wurde, in den USA und in Deutschland lebte, in ihrer Heimat im Zweiten Weltkrieg das Getto überlebte und ihre letzten Lebensjahre in einem Pflegeheim in Düsseldorf verbrachte. Sie lebte von 1901 bis 1988 und das Schreiben war ihre Überlebenstaktik in guten und in schlimmen Zeiten. "Sie schrieb im Getto mit Kohle auf Butterbrotpapier", erzählte Kampmann.

Sabine Kampmann gestaltete in der Martinskirche einen Abend über die Dichterin Rose Ausländer.

Ihre biografischen Texte verband die Sängerin immer wieder mit Gedichten Ausländers und thematisch passenden Liedern, darunter auch "Dona, Dona", "Sometimes I feel like a motherless Child" oder "When Israel was in Egypts Land". Mit ihrer außergewöhnlichen Stimme, die durch den Kirchenraum hallte, brachte sie das Publikum zum Träumen, zum Erleben und teilweise auch zum Weinen.

Für eine friedlichere und tolerantere Welt

Rose Ausländers "Wunsch für eine friedlicherer und tolerantere Welt", wie es Pfarrer Ingo Schäfer vor Beginn des Abends ausdrückte, wurde Kampmann mehr als gerecht, denn die lebendige, emotionale und musikalische Reise durch das Leben einer starken Dichterin war beeindruckend. Langer Applaus belohnte die Künstlerin für einen starken Abend mit einer starken Frau über eine starke Dichterin.

Sabine Kampmann gestaltete in der Martinskirche einen Abend über die Dichterin Rose Ausländer.

"Rose ist meine Schwester. Und auch Eure", rief Kampmann den Zuhörern zu. Höhen und Tiefen zu durchleben, aber immer das zu tun, was einen innerlich am Leben erhält, war bezeichnend für Rose Ausländer. Und das ist es auch für Sabine Kampmann. Und das sollte es für jeden Menschen sein. Was auch immer es ist, wofür es sich zu leben lohnt.

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