Abzocke per Post: Vorsicht bei Gewerbeauskunft-Anfragen

Nordhessen. Auf den ersten Blick wirkt alles ganz seriös, wenn die Anfrage der "Gewerbeauskunft-Zentrale" unvermittelt im Briefkasten aufta

Nordhessen. Auf den ersten Blick wirkt alles ganz seriös, wenn die Anfrage der "Gewerbeauskunft-Zentrale" unvermittelt im Briefkasten auftaucht. Das Schreiben und auch der Briefumschlag erweckten den Eindruck, als handele es sich um einen offiziellen behördlichen Vorgang.  Gewerbetreibende werden darin aufgefordert, betriebliche Daten zu ergänzen bzw. zu korrigieren, es zu unterzeichnen und zurückzusenden. Doch Vorsicht: "Wer das macht, tappt in die Falle und hat plötzlich ein Zweijahres-Abo am Backen, das jährlich 569,06 Euro kostet", warnt Rechtsanwalt Matthias Giesewetter von der Kasseler Kanzlei Posch & Frank.

Vor dieser Masche warnen Verbraucherschützer und Kreisbauernverbände schon lange. Immer mehr Betriebe – sowohl auf dem Land, als auch in der Stadt – bekommen Briefe von der "Gewerbeauskunft-Zentrale" in Düsseldorf.

Nur im Kleingedruckten steht, dass die Veröffentlichung der Daten rund 1.200 Euro kostet.Durch die Unterschrift und Rücksendung werde mit der Gewerbeauskunft-Zentrale ein Vertrag über die Eintragung des Betriebes in einem privaten gewerblichen Register abgeschlossen.

"Das Schreiben entbehrt jeder rechtlichen Grundlage. Auf keinen Fall sollte die Anfrage unterschrieben zurückgesandt werden. Und wer es unterschrieben hat, sollte auf keinen Fall zahlen", rät Giesewetter.

Bei ihm melden sich ständig mehr Opfer  und fragen um Rat: Über 50 Anfragen bekommt der Rechtsanwalt derzeit pro Woche von Gewerbetreibenden: "Sie sind unsicher, was sie nun machen sollen. Denn wer nicht zahlt, bekommt ein Urteil von einem Landgericht mitgeschickt, in dem steht,  man müsse zahlen." Doch das Urteil sei längst gekippt."Wie eine Heuschreckenplage sind die Schreiben. Und durchaus lukrativ für die Verfasser", erklärt der Rechtsexperte.

"Man benötigt nur ein Standardformular und 55 Cent Postgebühr pro Brief. Dann wird der Serienbrief losgeschickt. Wenn von 1.000 Geschäftsleuten auch nur jeder zehnte zahlt, kommt man da schon auf eine super Rendite", rechnet Giesewetter vor – und wer glaubt, dass nur naive Gewerbetreibende auf das Schreiben reinfallen, der irrt sich, fügt er hinzu.

An die Adressen kommen die Abzocker ganz einfach durch Branchendienste im Internet. Die Adressen werden abgetippt und  ins eigene Datensystem eingepflegt, und schon wird der Serienbrief verschickt.

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