Ärger am Waldweg

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Ersrode: Jagdgenossenschaft fürchtet um Wilderträge durch Windpark-Baustelle

Ersrode. Windparks stoßen generell auf wenig Gegenliebe. Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Ersrode aber haben einen sehr speziellen Vorbehalt gegen die Pläne der Riedeselschen Waldgesellschaft, im Wald bei Ersrode  sieben Windräder aufstellen möchte. Um die Windräder selbst geht es dabei nämlich nicht – für das Ansinnen der Riedeselschen Waldgesellschaft, in ihren Privatwäldern einige der luktariven Anlagen aufzustellen, haben sie Verständnis. "Das ist doch verständlich, schließlich ist das eine Wirtschaftsgesellschaft. Auf seinem Grund und Boden kann jeder machen, was er möchte", meint Klaus Nöding, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft.

Was die Jagdgenossen hingegen ärgert, ist die geplante Nutzung des Wirtschaftsweges im Mombachtal als Zuwegung zu den WKA-Stand-­orten. Bekanntlich wird hier insbesondere beim Aufbau der Anlagen mit viel Schwerlastverkehr zu rechnen sein.  Doch der Weg führt genau durch das Haupt-Jagdgebiet. Die Jagdgenossen fürchten deshalb, Verkehrs- und Baulärm werden insbesondere das Rotwild verscheuchen. Die Jagdpächter werden daher in Zukunft eine Jagdminderung geltend machen, das bedeutet weniger Geld für die Jagdgenossenschaft. "Wir sind verpflichtet, solchen Schaden von den Jagdpächtern abzuwenden", erklärt Nöding.

Unverständnis ruft aber auch die Entscheidung der Gemeinde, dem Investor Juwi die Nutzung des Gemeeindeeigenen Weges zu gestatten. Denn eigentlich ist der landwirtschaftliche Weg nach Kenntnis der Jagdgenossen für solchen Verkehr gar nicht ausgelegt. Eine frühere Anfrage seitens der Riedesel, den Weg zum Holztransport nutzen zu dürfen, wurde mit dieser Begründung abgelehnt "Und nun sollen dort doch Schwertransporte fahren dürfen?" wundert sich Nöding.Zumal die Riedeselsche Waldgesellschaft über eigene Zuwegungen zu ihren Grundstücken verfügt, so Nöding: "Wir sind er Meinung, die Baustraßen könnten auch über eigene Wege führen".

Und nicht vergessen ist auch, dass die Waldgesellschaft bei der Trassenführung der 380- kV-Leitung die Waldtangente abgelehnt hat. Aber das ist ein wiederum ein anderen Thema, das der Jagdgenossenschaft Verdruß bereitet.Für die Jagdgenossen stellt es sich so dar, dass immer wieder Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. "Man hätte doch vorher mal mit uns reden können", meint Nöding abschließend.

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