Aus aktuellem Anlass: Polizei warnt vor Enkeltrick

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Innerhalb von 24 Stunden versuchten Betrüger dreimal, bei älteren Frauen im Landkreis, über den Enkeltrick Geld zu erbeuten.

Bad Hersfeld/Bebra. Innerhalb von 24 Stunden haben sich im Landkreis Hersfeld-Rotenburg drei ältere Frauen aus Bad Hersfeld und Bebra bei der Polizei gemeldet und nach Hilfe gefragt. Der letzte Anruf ging am gestrigen Freitag, 30.10.15, um 13.10 Uhr ein. Die Polizei rechnet damit, dass sich weitere Anrufer über das Wochenende melden werden. Jeweils wurden von angeblichen Enkeln mehrere tausend Euro gefordert. Die Polizei warnte in der Vergangenheit schon mehrfach vor dem sogenannten Enkeltrick. So konnte in mehreren Fällen eine Geldübergabe verhindert werden.

Es ist derzeit noch nicht bekannt, ob gerade ältere Menschen aus dem Landkreis dieser Betrugsmasche auf dem Leim gegangen sind und bezahlt haben. Diese melden sich dann meist erst später bei der Polizei. Die Täter sind dann bereits auf und davon. Das Polizeipräsidium Osthessen warnt ausdrücklich vor Anrufen dieser Art.

+++ POLIZEITIPP: "Vorsicht, falscher Enkel!" +++

Der sogenannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Sie können dadurch hohe Geldbeträge verlieren oder sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden. Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Einschüchtern durch Schockanrufe

Die Variante der sogenannten Schockanrufe wenden Betrüger vor allem bei älteren Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten an. Sie melden sich, sehr häufig in russischer Sprache, per Telefon bei ihren Opfern und behaupten, dass ein Enkel oder ein anderer naher Verwandter in einen Verkehrsunfall oder in ein Strafverfahren verwickelt sei und sich deshalb in polizeilichem Gewahrsam befinde. Die Betrüger erklären, dass gegen eine Zahlung von der Strafverfolgung abgesehen und der Verwandte aus der Haft entlassen wird. Das Geld werde eine Person im Auftrag des Gerichts oder einer Behörde in ziviler Kleidung kurzfristig abholen.

Tipps Ihrer Polizei gegen den Enkeltrick: Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt. Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

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