FDP Alheim zur Praxisschließung: „Probleme sind hausgemacht“

Alheim. Die Unzufriedenheit der Patienten mit der ärztlichen Versorgung in Alheim ist durch die erfolgreiche Unterschriftenaktion am Samstag vor Weih

Alheim.Die Unzufriedenheit der Patienten mit der ärztlichen Versorgung in Alheim ist durch die erfolgreiche Unterschriftenaktion am Samstag vor Weihnachten öffentlich sichtbar geworden. Nach Ansicht der FDP-Fraktion  in der Alheimer Gemeindevertretung ist diese Zuspitzung der Situation nicht zuletzt durch die Untätigkeit der Gemeinde (des Bürgermeisters) in dieser Angelegenheit entstanden und damit hausgemacht. Dies erklärten jetzt der Fraktionsvorsitzende Andreas Stippich und der stellvertretende Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Alheim, Sascha Braun, in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Bereits im Kommunalwahlkampf 2011 habe die FDP Alheim auf die sich abzeichnende Problematik hingewiesen. Ein Antrag der FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung zum Thema habe durch einen Änderungsantrag der Mehrheitsfraktion und den Verweis auf die interkommunale Zusammenarbeit ZUBRA praktisch eine "Beerdigung erster Klasse" erfahren.

"Mehr als ein Verzeichnis der in Bebra, Rotenburg und Alheim praktizierenden Ärzte ist dabei nicht herausgekommen" beklagt Andreas Stippich und Sascha Braun ergänzt: "Dieses Papier verbessert allerdings die ärztliche Versorgung in Alheim nicht." Völlig unverständlich ist jedoch für die beiden liberalen Kommunalpolitiker, dass Bürgermeister Lüdtke nicht einmal auf Gesprächsangebote und Lösungsansätze der FDP zu diesem brisanten Thema reagiert. "Zuletzt gab es eine ganz konkrete Terminanfrage des FDP-Landtagsabgeordneten und FDP-Ortsverbandsvorsitzenden Jochen Paulus an das Büro des Bürgermeisters für den 6. November 2012. Dazu gab es keine Zusage, auch keine Absage, sondern schlichtweg überhaupt keine Reaktion." so Sascha Braun. "Dabei wollten wir mit dem Bürgermeister nicht nur einen Kaffee trinken, sondern Lösungsansätze für das nun offen zutage getretene Problem darstellen. Aber er hat offensichtlich das Problem zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal als solches gesehen"

"Wir freuen uns über jeden Preis, den unser Bürgermeister für die Gemeinde Alheim überreicht bekommt" erklärt Andreas Stippich dazu. "Aber neben diesen Freude stiftenden Aktivitäten sind auch Probleme der täglichen Daseinsvorsorge zu lösen" so Andreas Stippich weiter.

"Nun haben wir die Situation, dass sich neben der Gemeinschaftspraxis in Heinebach noch eine andere Praxis um die Übertragung der Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung beworben hat und die Gemeinschaftspraxis den Zuschlag erhalten hat. Damit hätte Alheim nur noch eine Praxis, auf die sich alle KV-Zulassungen in Alheim konzentrieren. Eine Wahlmöglichkeit der Patienten wäre damit nicht mehr gegeben – schon jetzt gibt es Patienten ohne hausärztliche Versorgung, da viele Praxen der Nachbargemeinden wegen nicht vorhandener Kapazitäten ein Aufnahmestop haben" erklärt Sascha Braun. "Doch damit nicht genug: Weil die zweite Praxis mit der Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung nicht einverstanden ist, hat sie Rechtsmittel eingelegt – was aufschiebende Wirkung hat. Die im anstehenden Widerspruchsverfahren unterlegene Partei wird schließlich vor dem Sozialgericht klagen – mit der Folge, dass bis zur endgültigen rechtskräftigen Entscheidung die vakante Stelle nicht besetzt werden kann."

"Hätte der Bürgermeister auch nur auf eine der Initiativen der FDP reagiert, besonders auf die ignorierte Gesprächsanfrage Anfang November, hätte diese für die Patienten unzumutbare Situation im Vorfeld abgewendet werden und sichergestellt werden können, dass die Alheimer Patienten auch künftig zwischen zwei Arztpraxen wählen können. Das hätte eine quantitativ und qualitativ bessere Situation der ärztlichen Versorgung ergeben als der jetzige Zustand." so Sascha Braun und Andreas Stippich abschließend.

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