Alkohol während des Festumzugs - ja oder nein?!

Sollte gar ein generelles Trinkverbot für aktive Teilnehmer herrschen? Redakteur Rick Fröhnert und ­Volontär Daniel Blöthner haben sich zu diesem Thema Gedanken gemacht.

Sollte gar ein generelles Trinkverbot für aktive Teilnehmer herrschen? Redakteur Rick Fröhnert und ­Volontär Daniel Blöthner haben sich zu diesem Thema Gedanken gemacht.

Bad Hersfeld. Das Lullusfest in der Kreisstadt ist Geschichte – die fünfte Jahreszeit in Bad Hersfeld fand mit der Freiverlosung am Montagabend ihr Ende. Traditionell wurde wie jedes Jahr viel gefeiert – und eben auch diskutiert. Ein Thema, bei dem die ­Meinungen weit auseinander ­gehen, ist die Frage, ob die Teilnehmer während des Festumzugs Alkohol trinken dürfen – oder ob das ein NoGo ist.

Sollte gar ein generelles Trinkverbot für aktive Teilnehmer herrschen? Redakteur Rick Fröhnert und ­Volontär Daniel Blöthner haben sich zu diesem Thema Gedanken gemacht.

Rick Fröhnert: „Verbot wäre unsinnig“

Rick Fröhnert.

Zunächst einmal: Ich selbst trinke keinen Alkohol – weder auf dem Lullusfest, noch sonstwo. Dennoch kann ich es gut nachvoll-­ziehen, dass man beim Feiern auch gern mal einen Schluck ­trinken möchte. Das gilt natürlich sowohl für die Besucher und Gäste, als auch für die Teilnehmer, die sich aktiv am Geschehen beteiligen. Ein generelles Trinkverbot für ­Festumzugs-Aktive halte ich daher für absolut unnötig. Die ­Folge wäre vermutlich ohnehin nur, dass sich deutlich weniger Menschen aktiv an den Feierlichkeiten einbringen würden. Genau das ist es aber, was unser Lolls so einmalig macht. Das eben alle mitmachen – ob nun waschechter Herschfeller oder aber „Dahergeloffener“.

Niemand lässt sich gern etwas verbieten – erst Recht nicht, wenn man freiwillig irgendwo mitmacht. Wer es mag, der trinkt eben an Lolls etwas – und wer nicht, der nicht. Das ­Argument, dass man als ­aktiver Teilnehmer des Lullusfest­umzugs von vielen Kindern gesehen wird und daher nichts trinken dürfe, ist in meinen Augen dann doch sehr weit hergeholt. Wenn man mit seinem Nachwuchs auf ein Volksfest geht, dann sollte einem klar sein, dass es dort auch Alkohol gibt. Geschadet hat deswegen ein ­Lullusfest-Besuch meines Wissens aber noch keinem Kind.

Natürlich sollte man seine eigenen Grenzen kennen und es – zu­mindest während des offiziellen Teils – nicht übertreiben. Das liegt letztlich aber an jedem Einzelnen selbst. Negativ aufgefallen ist mir hier kein Aktiver des Festumzuges. Im Gegenteil: Über 60 Gruppen und Vereine haben einen tollen Umzug auf die Beine gestellt – und für beste Lolls-Stimmung gesorgt... ob nun mit oder ohne ­einen Schluck Lullusfeuer!

Daniel Blöthner: „Saft statt Bier“

Daniel Blöthner.

Hach, so ein kühles Bier an einem warmen Sommer- oder auch ­Oktobertag schmeckt besonders gut. Vor allem, wenn es Lollsmontag ist und man als Hersfelder das Glück hat, nicht den ganzen Tag arbeiten zu müssen. Zwar betrifft das nicht alle, aber immerhin die meisten – anders ist der Andrang von Jung bis Alt auch nicht zu erklären, die den Festumzug am Lollsmontag besuchten.

Doch genau bei der Jugend sehe ich da die Erwachsenen in der Verantwortung. Klar will jeder eine schöne Zeit haben, doch wenn die Jüngsten mit ihren Tüten am Rand stehen und mit großen Augen auf Süßigkeiten hoffen, was gibt das für ein Vorbild ab, wenn zahlreiche Teilnehmer des Festzugs schon mittags um 12 Uhr Alkohol trinken?

Nach dem Festumzug war schließlich auch noch genügend Zeit, um das eine oder andere Bierchen mit Freunden und Familie zu genießen. Außerdem würde der spätere Biergenuss dann auch dem Sprichwort „kein Bier vor vier“ entsprechen. Zugegeben, ich bin nicht der größte Freund von der überschwänglichen Verwendung irgendwelcher Sprichwörter. Ein Vorbild für die Kinder können Erwachsene bei Festumzügen aber durchaus sein.

Unter den Teilnehmern gibt es schon genügend Personen, die den Tag früh mit Alkohol beginnen, da müssen nicht auch noch diejenigen, die die Aufmerksamkeit aller Besucher auf sich ziehen, das selbe tun. Zahlreiche Verzierungen rund um Luther, eine Seifenblasenmaschine und und und beweisen auch, dass sich genügend Spaß an der Vielfalt und Kreativität der Festzugsteilnehmer haben lässt, ohne überhaupt an Alkohol zu denken.

Schließlich gibt es auch andere kühle Getränke, die den Durst während der paar Stunden stillen können und ähnlich gut schmecken – siehe Saftbar.

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