Alles für den Nachwuchs

Deutsches Handwerk: Riesen-Imagekampagne gestartetVon RAINER HAHNEKassel/Waldhessen. Das wird die grte Imagekampagne, die das deutsche Ha

Deutsches Handwerk: Riesen-Imagekampagne gestartet

Von RAINER HAHNE

Kassel/Waldhessen. Das wird die grte Imagekampagne, die das deutsche Handwerk in seiner mehr als 100-jhrigen Geschichte durchfhren wird. Fnf Jahre lang werden in unzhligen Aktionen die Strken der Handwerker in das Bewusstsein der Bevlkerung gerufen.

Heinrich Gringel, Prsident der Handwerkskammer Kassel, gab am 14. Januar in einer Pressekonferenz den Startschuss.

KREISANZEIGER: Warum ist diese groe Werbekampagne ins Leben gerufen worden?

GRINGEL: Das Handwerk ist die stabilste Sule der deutschen Wirtschaft. Beachtung finden aber in der ffentlichkeit meist nur die, die stndig in Schwierigkeiten geraten. Deshalb wollen wir mit unserer Kampagne auf die Bedeutung und die Vielschichtigkeit des Handwerks hinweisen.

KA: Vielschichtigkeit, was meinen Sie damit?

GRINGEL: Im Handwerk finden sich ber hundert Berufszweige wieder. Schreiner, Klempner, Maler kennt jeder. Aber dazu gehren genauso Bestatter, das Gesundheitshandwerk, Bildhauer, Stuckateure, Automechaniker, aber auch Motoren- und Anlagenbauer. Nirgendwo anders findet ein Jugendlicher, der eine Aubildung sucht, eine derartige Vielfalt an Mglichkeiten.

KA: Werben Sie mit ihrer Kampagne um Nachwuchs?Gringel: Selbstverstndlich werben wir um Nachwuchskrfte, denn das Handwerk ist der grte Ausbilder in Deutschland. Bei uns braucht niemand mit einer Zwangsabgabe zur Ausbildung gezwungen werden. Unsere Betriebe leben davon, dass sie stndig Lehrlinge ausbilden. Die Politik muss sich nur darum kmmern, dass es gengend ausbildungsfhige Jugendliche gibt.

KA: Ausbildungsfhig? Was heit das?

GRINGEL: Alte Werte wie Pnktlichkeit, Zuverlssigkeit, Ordnung mssen wieder gro geschrieben werden. Aber genau so wichtig ist es, dass die Schler es wieder lernen, mit der deutschen Sprache vernnftig umzugehen und die Grundrechenarten zu beherrschen. Wir helfen mit, indem wir den Kontakt zu den Haupt- und Realschulen suchen und Praktikumspltze zur Verfgung stellen.

KA: Was wollen Sie mit der Kampagne noch erreichen?

GRINGEL: Der grte Mitbewerber des Handwerks ist immer noch die Schwarzarbeit. Wir wollen deutlich machen, dass es sich immer lohnt, Auftrge an Fachbetriebe zu vergeben. Nur so ist eine einwandfreie Ausfhrung bis hin zur Gewhrleistung gegeben.

KA: Wie sieht es mit der Zukunft des Handwerks aus?

GRINGEL: Allein in den nchsten Jahren steht bei ber 2000 Betrieben in und um Kassel die Regelung der Unternehmensnachfolge an. Da werden Zeichen fr die nchsten Jahrzehnte gesetzt.

KA: Was wnschen Sie sich in den nchsten Jahren?

GRINGEL: Wir brauchen von der Politik nachhaltig Sicherheit, dass Bauhfe, stdtische Eigenbetriebe oder Justizvollzugsanstalten nicht in unseren Bereichen ttig werden. Es kann nicht sein, dass die Handwerker Steuern zahlen und solche Einrichtungen subventionieren. Gegen diese Konkurrenz kann man nicht ankmpfen. Und noch etwas: Junge Leute sollen wieder verstrkt ihre Zukunft in der hochqualifizierten Ausbildung zum Meister suchen und so den Fortbestand des Handwerks sichern.

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