Ein (anderer) Blick auf die Welt

Elisabeth Lanz (von rechts), Brigitte Grothum, Intendant Joern Hinkel, Co-Regisseur Dominic Mäcke, Josefine Reh und Günter Alt (oben) gestalteten mit den „Sommernachtsträumern“ am Sonntagabend die Abschlussveranstaltung des „Anderen Sommers“ in der Stiftsruine.
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Elisabeth Lanz (von rechts), Brigitte Grothum, Intendant Joern Hinkel, Co-Regisseur Dominic Mäcke, Josefine Reh und Günter Alt (oben) gestalteten mit den „Sommernachtsträumern“ am Sonntagabend die Abschlussveranstaltung des „Anderen Sommers“ in der Stiftsruine.

Bewegende Abschlussveranstaltung des "Anderen Sommers" mit Botschaften der Menschen an die Welt von morgen.

Bad Hersfeld. „Irgendwo, auf der Welt gibt‘s ein kleines bisschen Glück“ ist ein Schlager aus dem Jahr 1932, komponiert von Werner Richard Heymann und unter anderem interpretiert von Lilian Harvey. „Irgendwo auf der Welt“ war auch der Titel der Abschlussveranstaltung des „Anderen Sommers“ am Sonntagabend in der Stiftsruine.

Empfangen wurden die 250 Besucher mit sphärischen Klängen des Festspiel-Musikers Matthias Trippner, der auch die Lesungen stellenweise musikalisch untermalte. Dann betraten drei Generationen die Bühne: Josefine Reh aus Bad Hersfeld als Mädchen, Elisabeth Lanz (u.a. „Hexenjagd“) für die Mitte des Lebens und Brigitte Grothum (u. a. „Shakespeare in Love“) die Bühne.

Sie lasen eindrucksvoll Texte, die zeitkritisch, historisch, utopisch oder religiös waren – aber alle einen Blick auf die Welt um uns herum beschäftigten, oft als Lesung, manchmal auch als Dialog zwischen den drei Generationen. Ein besonderes Lob verdient hier Josefine Reh, die neben den versierten Schauspielerinnen Lanz und Grothum stimmliche Ausdruckskraft bewies. Einen ausdrucksstarken Tanz präsentierte Henrike Saure auf der Bühne.

Aus Samuel Beckets Drama „Endspiel“ entstand eine dystopische Weltuntergangsutopie, die aber gleich von der singenden Mira Reinig mit ihrer Version von „Sag mir, wo die Blumen sind“ wieder ins Hoffnungsvolle gedreht wurde.

Auch aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams wurde gelesen, ebenso wie aus der biblischen „Offenbarung des Johannes“. Das Lied „Whatever will be“ kam ebenfalls in deutscher Übersetzung vor und dazwischen gab es immer wieder Worte von Zukunftsforschern. Und die „Sommernachtsträumer“, ein von Jugendlichen und Erwachsenen ins Leben gerufener Verein Theaterbegeisterter aus Bad Hersfeld, hatten eigene Texte mit Wünschen für die Zukunft verfasst. Diese wurden eingespielt und mit einer kleinen Performance der jungen Künstler dargeboten.

Dabei wurde deutlich, dass sich die Jugend von heute Dinge wie Frieden, Achtsamkeit, Freiheit, Offenheit und Umweltbewusstsein wünscht. "Wir sind alle nur Menschen und haben alle das gleiche Skelett. Unter all der Haut und den Organen sehen wir alle gleich aus, und wollen alle nur geliebt und verstanden werden", lautete eines der Statements.

Von den „Sommernachtsträumern“ waren Jakim Leipold, Paulina Reh, Luisa Modler, Paula Gnewuch, Nico Otto, Lucca Samouel Müller, Paul Rümann, Felix Gäde, Christopher Seban, Stina Opitz, Silas Blüm, Maria Lanz, Elias Christen, Amelie Wischer, Henrike Saure, Josefine Reh, Mira Reinig, Jan Saure, Lara-Luisa Rühl und Fay Dimmerling dabei.

Zur Idee, wie die Welt sein könnte, passte auch „Imagine“ von John Lennon, in einer eigenen Version gesungen von Hersfeldpreisträger Günter Alt. Am Ende konnten Interessierte die vollständigen Texte der „Sommernachtsträumer“ zum Nachlesen mitnehmen, die als Aufführung den Rahmen der Veranstaltung gesprengt hätten.

Hoffnung auf 2021

„Das war er, der ,andere Sommer‘„, sagte Festspiel-Intendant Joern Hinkel am Ende der Veranstaltung. Er dankte den Verantwortlichen in der Stadt Bad Hersfeld, die „den Mut hatten, Geld in die Hand zu nehmen und den ,anderen Sommer‘ haben Wirklichkeit werden lassen“. Auch dass alle Kulturschaffenden aus Bad Hersfeld sich zusammengetan und ein Programm mit über 100 Veranstaltungen zusammengestellt hatte, fand lobende Worte Hinkels. Etwa 100 Menschen seien im „Anderen Sommer“ beschäftig gewesen, normalerweise seien es etwa 300. „Ich hoffe auf einen anderen, normalen Sommer im Jahr 2021“, sagte Hinkel im Hinblick auf das verschobene 70-jährige Jubiläum der „Bad Hersfelder Festspiele“.

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