Andreas Dietrich aus Obergude und Ehefrau Debora engagieren sich für Einheimische in Malawi

Eine der Anamed-Gruppen hat den Grundkurs erfolgreich abgeschlossen. Andreas (li.) und Debora Dietrich (li. sitzend) waren stolz und verteilten sogar Urkunden. Foto: nh

Eigentlich wollten sie sich nur eine einjährige Auszeit nehmen – daraus sind jetzt schon über zwei Jahre geworden. Debora und Andreas Dietrich leben in Ntcheu, einer kleinen Stadt in Malawi. Dort engagieren sie sich  mit dem Projekt „Anamed – Aktion Natürliche Medizin in den Tropen“.

Ntcheu/Bad Hersfeld. Fließendes Wasser und eine permanente Stomversorgung – das sind zwei grundlegende Elemente, die für die meisten Menschen in der deutschen Gesellschaft selbstverständlich und nicht mehr wegzudenken sind. Andreas Dietrich (32) aus Obergude und Ehefrau Debora (31) aus der Schweiz haben einen Lebensstil, bei dem diese Elemente keine Selbstverständlichkeit sind. Seit zweieinhalb Jahren leben sie in Malawi, um den Menschen nützliche Dinge beizubringen, die ihnen das Leben leichter machen können oder gar beim Überleben helfen.

Im Rahmen der amerikanischen Organisation Action International machen die Dietrichs bei dem Programm „anamed – Aktion Natürliche Medizin in den Tropen“ mit und geben in Malawi Kurse für die Einheimischen. Neben Kräuterheilkunde und natürlicher Medizin unterrichten sie in landwirtschaftlichen Methoden. Die Einheimischen lernen wie und welche tropischen Pflanzen genutzt werden können, um Krankheiten zu heilen. Dann können sie eigene Arzneimittel produzieren, da sie sich selbst oft keine leisten können. Außerdem lernen sie, Heilpflanzen präventiv zu nutzen, um Krankheiten vorzubeugen. Der Anbau eines eignenen Heilpflanzengartens steht ebenfalls auf dem Programm.

Neue landwirtschaftliche Methoden lernen

Landwirtschaftliche Methoden (food security) sind ebenfalls ein ganz wichtiger Aspekt auf dem Lehrplan der Dietrichs für die Einheimischen. Eine gesunde Ernährung ist ein großes Thema, allerdings nicht immer machbar. Das tropische Klima sorgt dafür, dass die Ernte nicht immer groß ausfällt, was widerum zu einer oftmals einseitigen Ernährung führt. Normalerweise werden unter anderem Mais, Kartoffeln, Soja, Bohnen, Erbsen und Reis angebaut. „Wir wollen den Einheimischen zeigen, wie man verschiedene Lebensmittel anbaut, und zwar nur mit den Mitteln, die vorhanden sind“, erklären die Dietrichs.

Kernpunkt des „anamed“-Programms ist die Förderung einer eigenverantwortlichen, selbstbefähigten, nachhaltigen und allen zugänglichen Gesundheits- und Nahrungsvorsorge. Um das zu ermöglichen, bildet das Ehepaar auch Trainer aus, die das neugewonnene Wissen konservieren und weitergeben können. „Anamed soll ein Selbstläufer werden. Wir wollen das Projekt in Ntcheu so hinterlassen, dass wir entbehrlich sind“, so die beiden.

Die Mission beenden

Im November 2014, als sie nach Malawi ausgebrochen sind, wollten die Dietrichs eigentlich nur eine Auszeit nehmen. Debora hat als Lehrerin gearbeitet, Andreas arbeitete beim Rettungsdienst. „Wir wollten einfach mal raus aus dem Alltagstrott und etwas ganz anderes machen“, erinnert sich das Paar. Ursprünglich wollten sie nur für ein Jahr auswandern. Sie hatten jedoch das Gefühl, ihre Mission nach einem Jahr noch nicht zu Ende gebracht zu haben. Außerdem hatten sie bereits viele neue Freundschaften geschlossen. „Deshalb bleiben wir auf jeden Fall noch bis Sommer 2018 in Malawi“, so die beiden abschließend.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im Blog von Debora und Andreas unter https://debbyundandreas.wordpress.com

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