Falscher Alarm: Jugendlicher erfand Vergewaltigung

Mit ihren erfundenen Freundinnen und einer angeblichen Vergewaltigung hielten zwei Jugendliche die Polizei Rotenburg gestern auf Trab.

Rotenburg. Dies hat die Polizei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auch noch nicht erlebt. Zwei 18-jährige Freunde aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg hatten sich mit frei erfundenen Freundinnen angebliche Mädchengeschichten erzählt und damit untereinander geprahlt. Dabei nutzten sie jeweils ein weiteres Handy für die angeblichen Freundinnen. So schrieb man sich über Kreuz einige Tage so manche Liebesgeschichte. Beide glaubten, dass der jeweils Andere eine Freundin hatte und so wollte jeder in nichts nachstehen. Die Geschichte ist an dieser Stelle schon verrückt genug und auch nichts für die Polizei. Jedenfalls bis dahin.

Am Dienstmorgen (6. Juni), um 5.57 Uhr, meldete sich einer der Beiden bei der Polizei. Sein Kumpel habe ihm über WhatsApp mitgeteilt, dass gerade dessen angebliche Freundin in einer Gaststätte in Rotenburg vergewaltigt werden würde.

Die Polizei in Rotenburg begann mit einer großen Suchaktion in der Innenstadt und in der Nähe der Fulda zwischen Rotenburg und dem Stadtteil Lispenhausen. Natürlich hatte die Polizei in der Zwischenzeit auch die Handynummer des anderen 18-Jährigen. Der gab am Telefon an, bis gegen 5 Uhr mit seiner (angeblichen) Freundin noch in einer Gaststätte in Rotenburg gewesen und dann nach Hause gefahren zu sein.

In der Zwischenzeit waren nun auch die Beamten der Polizeistation und Kriminalpolizei in Bad Hersfeld mit in die Suchaktion eingebunden. Die Recherchen ergaben, dass die beiden 18-Jährigen in Bad Hersfeld und in einer Großgemeinde bei Bad Hersfeld wohnen.

So konnte der junge Mann, der die Vergewaltigung frei erfunden hatte, schließlich in Bad Hersfeld angetroffen werden. Er gab auch gleich zu, großen Mist gebaut zu haben. Auf Nachfrage, warum er die Story nicht abgebrochen hatte, als er von der Polizei angerufen wurde, gab er kleinlaut zu, sich der der Lage nicht bewusst gewesen zu sein. Ihm tue das Ganze sehr Leid, er entschuldigte sich bei den Polizeibeamten und möchte auch die Kosten für den Polizeieinsatz, rund 2.000 Euro, übernehmen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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