Zum Artikel: Brücke der Partnerschaften

Wenn nicht jetzt, wann dann?Meine Aufregung ber die nach so kurzer Zeit baufllige Brcke, der Brcke der Stdtepartnerschaf

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Meine Aufregung ber die nach so kurzer Zeit baufllige Brcke, der Brcke der Stdtepartnerschaften, inklusiv der erneuten Belastung des Steuerzahlers, ist khner Erwartung gewichen.

Wir Brckenanwohner sitzen seit vielen Jahren in der ersten Reihe. Unsere Privilegien bestehen vorwiegend aus:

stndigen Ersschtterungen durch den Verkehr und der daraus folgenden Beschdigungen des Fachwerks, Minderung der Immobilienwerte, enormen gesundheitlichen Belastungen durch den Verkehrslrm, Feinstaubbelastung und Abgasen whrend der rush hour, dem Taubendreck und dem sich zwischen jedem Hochwasser ansammelndem Unrat unter der Fuldabrcke. Alles zusammen genommen eine doch recht hohe Einbue an Wohn- und Lebensqualitt.

Angesichts der Brckenschden ist im brigen die derzeit erlaubte Tonnage von 30 Tonnen tatschliches Gewicht zu hoch. Das wei man wohl aber nur als Anwohner, weil man stnig schwankenden Boden unter den Fen hat. Eine Alternative zu diesen vielen kleinen Erdbeben bte eine Geschwindigkeitsbeschrnkung auf 30 km/h fr den Schwerverkehr.

Diese Brcke brauchen wir nicht mehr! Sie ist ohnehin zum Donnerbalken fr Rotenburgs Tauben abqualifiziert. Besonders fr spielende Kinder gehen gesundheitliche Gefahren vom Taubendreck aus. Ein Taubenhaus fr Stadttauben auf einem grnen Flecken, wie anderen Orts schon gesehen, wre eine sinnvolle Lsung.Vor 40 Jahren gab es einen tiefen Einschnitt in die Geschichte unserer Stadt. Jahrhunderte alte Bausubstanz - primr in der Neustadt - wurde dem Erdboden gleich gemacht, unwiederbringliches Fachwerkensemble vernichtet. Sicherlich war diese Bauschande auch der Garnisonstadt geschuldet. Auf das Schauspiel der Panzerkolonnen, Jahr ein- Jahr aus auf der Brcke, htten die Anwohner gern verzichten knnen.Von Herrn Samsens Leserbrief (HNA-Ausgabe vom 28.06.08) bin ich sehr angetan. Es ist an der Zeit, zuerst einmal die Betroffenen zu befragen - den Menschen mit seinen Befindlichkeiten und Wnschen, Sorgen, Nten, berechtigten Interessen. Leider entfernt sich aber die Administration immer mehr vom Individuum - und wie wir wissen, rcht sich dies zu gegebener Zeit.Offenbar mit Erfolg hat sich die engagierte Brgerschaft gegen eine geplante umstrittene Baumanahme wehren knnen.Wir Brckenanwohner und Denkmalpfleger wissen aus erster Hand um die Problematik solcher Belastungen. Wir haben jetzt die Nase voll!All die Jahre wurde das Unabnderliche stoisch ertragen. Nun aber ist, wie ich meine, eine hoffnungsvolle Situation eingetreten. Herrn Heinrich Wackers Vorschlag, die Brcke ganz zu entfernen , um danach Baulcken mit Augenma zu schlieen, halte ich fr richtig. Ich sehe vor meinen Augen neu errichtete Fachwerkhuser, Grnflchen mit Sitzbnken und spielende Kinder, die auf den Rasen drfen.Zum Wohle Aller kann sicherlich keine Lsung gefunden werden. Gerade deswegen sollte ber die neue Trassenfhrung in allen Richtungen nachgedacht werden, um einvernehmlich und demokratisch , aber auch pragmatisch, das Bestmgliche zu erreichen. Sinnvoll und Umwelt schonender ist ohne Zweifel eine Brcke im Industriegebiet. Hier bin ich wieder bei den Worten von Herrn Samsen: der Mensch hat Prioritt. Dies sollte auch zuknftig fr den Steinweg gelten. Eine verkehrsfreie Zone ist schon lngst berfllig. Stdteplaner, die etwas anderes sagen, kann ich nicht ernst nehmen. Nachbarn, wie Herr Ossig und Herr Kleinschmidt, haben ganz in meinem Sinne argumentiert. Einer Klage wrde ich mich anschlieen. Ich bewohne ein als Denkmal geschtztes Haus, das mit hohen Investitonen, Herzbblut und viel Eigenleistung saniert wurde. Die Denkmalschutzbehrde gab strenge Auflagen, die erfllt werden muten. Nun aber, wenn es darum geht, sich zum Schutz der alten Bauwerke zu engagieren, Husern mit mittelalterlichen Fundamenten, die vom heutigen Verkehr verursachte Erschtterungen nicht abfedern knnen, hre und sehe ich nichts von dieser Institution, um den sich um den Erhalt des Fachwerks Bemhten zu helfen. Nimmt sie ihre ureigensten Interessen eigentlich wahr? Besonders jetzt, wo sich eine einmalige Chance bte? Oder fhlt sie sich nur zustndig fr kosmetische Auflagen. Wrde ich morgen ein Solarpaneel auf das Dach unseres Hauses anbringen lassen, kme mit Sicherheit die Verfgung fr den Rckbau! Wo bleibt von dieser Behrde eine Untersttzung bzw. Aufklrung bei der Erlangung des ab 01.Juli 2008 gltigen Energiespasses? Es tut sich nichts. Aber das nur nota bene.Der Abriss der maroden Brcke bte eine einmalige Chance, dem Ensembledenkmal endlich den erforderlichen Schutz zu gewhren, damit es noch vielen weiteren Nachkommen der Stadt Rotenburg, "der Schnen an der Fulda ", und ihren Besuchern Freude bringt. Die Erfahrungen aus stdtebaulichen Fehlern - wie in den Sechzigern - sollten zuknftig wegweisend sein.

Werner Herwig

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach Abflammen von Unkraut: Brand an einem Lagergebäude in Hilmes

Nach dem Abflämmen von Unkraut kam es zu einem Brand von einem kleinen Lagergebäude auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ortsteil Hilmes.
Nach Abflammen von Unkraut: Brand an einem Lagergebäude in Hilmes

Crash ohne Führerschein und mit "Fahne" auf der B27 bei Bebra

Am Samstag um 15.20 Uhr kam es zu einem Verkehrsunfall auf der B 27 zw. Den Anschlussstellen Bebra Mitte und Bebra Süd.
Crash ohne Führerschein und mit "Fahne" auf der B27 bei Bebra

Von Sonne geblendet? Auto stieß bei Seifertshausen mit Traktor zusammen

Am Samstag, 21. September, um 15.31 Uhr kam es in Rotenburg, Ortsteil Seifertshausen zu einem Verkehrsunfall mit zwei leichtverletzten Personen.
Von Sonne geblendet? Auto stieß bei Seifertshausen mit Traktor zusammen

Radfahrerin schlägt in Rotenburg auf Auto ein und flüchtet

Am Freitag um 19:30 Uhr kam es in Rotenburg im Bereich der Scheunengasse zu einer Sachbeschädigung an einem PKW.
Radfahrerin schlägt in Rotenburg auf Auto ein und flüchtet

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.