„Bad Hersfeld 4.0“: Fehling will Stadt zukunftsfähig machen

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Digitalisierung und interkommunale Zusammenarbeit sollen Bad Hersfeld voranbringen.

Bad Hersfeld. Mit einer kühnen Zukunftsvision hatte Bürgermeister Thomas Fehling in seiner Haushaltsrede vor der Stadtverordnetenversammlung für einige Verwunderung gesorgt: "Bad Hersfeld 4.0" lautet das Schlagwort, mit dem Bad Hersfeld zukunftsfähig gemacht werden soll. 4.0 steht dabei für die vierte industrielle Revolution: Digitalisierung und Vernetzung. Und im Computerzeitalter müssen nicht nur Unternehmen mithalten, auch Politik und Verwaltung müssen sich anpassen. Denn durch die digitale Optimierung der Verwaltung lassen sich nicht zuletzt auch Kosten einsparen.In Bad Hersfeld sind diese Prozesse bereits mit der Nutzung des eGovernment-Sys-tems Civento und der elektronischen Rechnungsverarbeitung mit Crossinx und ZuGFeRD in Gang gekommen. Als nächster Schritt soll auch der Rechnungseingang komplett digital erfolgen, so dass der gesamte Prozess von der Rechnung bis zur Buchung elektronisch erfolgt. Das minimiert die Fehleranfälligkeit, erleichtert die Überprüfbarkeit und schafft durch die schnelle Nachvollziehbarkeit auch mehr Transparenz.

Das größte Einsparpotential liegt aber nach Fehlings Überzeugung in der interkommunalen Zusammenarbeit: "In Hessen gibt es 420 Kommunen, die alle dasselbe machen", sagt er. Und viele Sachgebiete sind so komplex, dass die Gemeinden hierfür spezialisiertes Personal vorhalten müssen. Kläranlagen sind ein Beispiel für besonders personalintensive Leistungen, die immer noch in jeder Gemeinde separat vorgehalten werden, doch auch in vielen anderen Bereichen, vom Kindergarten bis zum Stadtarchiv, sorgen immer neue, kompliziertere Verordnungen dafür, dass der Personalaufwand steigt.Bereits jetzt können einige dieser Vorgänge outgesourct werden. Mit Beginn dieses Jahres hat Bad Hersfeld beispielsweise ihre Gehaltsabrechnungen an die Kommunale Versorgfungskasse KVK abgegeben. Als externer Dienstleister kann die KVK die Vorgänge bündeln und mit ihrem Fachpersonal viel schneller bearbeiten und prüfen.Ganz ähnlich könnten sich, so Fehlings Vision, auch die Kommunen selbst zu spezialisierten Dienstleistern entwickeln – zu Kompetenzzentren, die ihr spezialisiertes Know-How für andere Gemeinden zur Verfügung stellen.

Am Beispiel Bad Hersfelds bietet sich hier die bereits angestoßene Digitalisierung der Verwaltung an. Sind die Prozesse erst einmal mit dem neuen System optimiert, ist es ein Leichtes, zusätzliche "Mandanten" (das heißt andere Gemeinden) hinzu zu nehmen. Diese müssen dann die Umstellung nicht mehr selbst vornehmen, sondern nutzen den Service der "Buchungsfirma" Bad Hersfeld. Und mit dem System, das gerade im Aufbau ist, können nicht nur die Buchungen abgeglichen werden, sondern aus den Daten auch detailierte Kosten-/Leistungsbilanzen erstellt werden – ein nützliches Hilfsmittel in der doppischen Buchführung. Und mit der Vorreiterrolle, die Bad Hersfeld damit einnehmen würde, könnte der Service auch über den Kreis hinaus Anwendung finden.

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