Bebra: Inklusion inmitten der Stadt

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Warm und gemütlich: Die neuen Zimmer bieten, neben der funktionalen Ausstattung, genug Platz für persönliche Gegenstände und die Möglichkeit der individuellen Gestaltung, so dass sich hier jeder Bewohner heimisch fühlen kann.

Der Verein Soziale Förderstätten entzerrt mit dem Neubau in der Bebraer Friedrichstraße die Situation in der Wohnstätte Am Wasserturm, in der sich die Bewohner Zimmer und Nasszelle bisher teilen mussten.

Bebra. „Die Definition von Erziehung hat sich seit damals entwickelt. Stand früher Erziehung für Beeinflussung, ist Erziehung heutzutage das Erkennen dessen, was ein Mensch braucht, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, erklärt Theodor Klodt, Leiter der Wohnstätte Bebra, und freut sich über das zahlreiche Kommen bei der vor Kurzem stattgefundenen offiziellen Einweihung der neuen Räumlichkeiten in der Bebraer Friedrichstraße. Durch die aufeinander abgestimmten Farben und Materialien und durch den offenen Küchen- und Wohnbereich fällt das Wohlfühlen leicht, was die freudigen Gesichter bestätigen.

Stolz auf die Bedeutung des Vereins Soziale Förderstätten in Bebra und der Region: Landrat Dr. Michael Koch übergibt als Einzugsgeschenk eine Luftaufnahme des neuen Wohmkomplexes an die Leiter der Wohnstätte in – Cornelia Völke und Theodor Klodt.

Seit Montag, 21. Januar, finden in den neuen Räumen bis zu 26 Personen Platz, die zuvor größtenteils in der Wohnstätte Am Wasserturm lebten. Das Manko der dortigen Einrichtung: die Doppelbelegung der Zimmer und das Teilen einer gemeinsamen Nasszelle. Aufgrund dessen kam es im Frühjahr 2016 zu ersten Planungen für einen weiteren Wohnbau, der die Doppelbelegung beenden und für mehr Privatsphäre sorgen sollte. Doch dies sei nur ein Aspekt von vielen, erklärt Jutta Konetzka von den Sozialen Förderstätten. „Einerseits geht es um die Privatsphäre, andererseits allerdings auch um die Sicherheit der einzelnen Bewohnern“, so Konetzka, denn man wisse nie, was für Anwandlungen plötzlich beim Zimmergenossen auftreten können. Und Klodt ergänzt: „Zu einem guten Leben gehört eine Tagesstruktur, persönliche Nähe, Wärme und gemeinsames Essen.“ Der Rolle als Entwicklungsbegleiter, sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter, werde man mit dem neuen Gebäude gerecht.Doch auch die gesellschaftliche Teilhabe der Bewohner steht im Fokus des Neubaus, der in der Nähe der Innenstadt und des Bahnhofs gelegen ist. Hierzu findet Bebras Stadtoberhaupt Uwe Hassl lobende Worte: „Ich bin stolz darauf, dass die Stadt Bebra mitgeholfen hat dieses Projekt zu entwickeln. Besonders im sozialen Bereich ist es die Aufgabe der Stadt, dass die positiven Entwicklungen von Bebra nicht an Menschen vorbei gehen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind.“Als Vertreter des zuständigen Bauherrn – des VR-Bankvereins Bad Hersfeld-Rotenburg – fand Thomas Balk lobende Worte für den Neubau: „Dieses Bauprojekt war uns sehr viele und deutliche Zugeständnisse wert und wir hoffen natürlich, damit einen positiven Impuls für die weitere Entwicklung von Bebra gegeben zu haben.“ Großen Dank fand Balk außerdem für den zuständigen Generalübernehmer Eberhard Unger, „der uns mit seinem Know-How und großem Netzwerk ein verlässlicher Partner war.“

In den passenden Farben: Zum Einzug gab es einen Sitzsack des VR-Bankvereins überreicht.

Insgesamt verfügt die neue Wohnstätte über 24 Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, sowie zwei weiteren Einzelzimmern in separaten Appartements, die für kurzfristige und ambulante Aufnahmen zur Verfügung stehen. Außerdem finden hier sechs Bewohner einen Platz, die nicht mehr in der Werkstatt arbeiten können.

Um die Bewohner kümmern sich momentan 25 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. „Der Verein der Sozialen Förderstätten ist ein wichtiger Faktor in der Stadt, der auch Menschen mit Einschränkungen einen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt bietet“, erklärt der Regionalmanager Peter Kraushaarvom Landeswohlfahrtsverband (LWV) und wünscht abschließend „eine gute Nachbarschaft.“

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