Neu am Bebraer Baggersee: Ranger sorgen für den Naturschutz

Bürgermeister Uwe Hassl (3.v.li.) und Stefan Knoche (li.) von der Stadtentwicklung sind stolz: Die Ranger Wolfgang Engel (2.v.li.) und Jürgen Rieger sorgen ab sofort für Recht und Ordnung am Bebraer Baggersee. Foto: nh

Die Ranger der Stadt Bebra haben ihre Arbeit am Baggersee aufgenommen und sorgen ab sofort für Recht und Ordnung im Landschaftsschutzgebiet.

Bebra. Mit Beginn des Frühjahrs haben zwei Ranger der Stadt Bebra im „Landschaftsschutzgebiet der Baggerseen Bebra“ ihren Dienst aufgenommen. Wie Bürgermeister Uwe Hassl jetzt mitteilt, habe er für diese beiden Stellen in der Politik erfolgreich seit einem Jahr geworben. Hassl: „Wir haben den Auftrag erhalten, den Auenverbund nah­- erholungstechnisch zu erschließen, um dort eine Freizeitmöglichkeit herzurichten. Immerhin wird der Baggersee als europäischer Badesee geführt und dessen Wasserqualität ständig überwacht.“

Der Bürgermeister stellt klar, dass sich dort Spaziergänger, Sportler, Wohnmobilisten, Vereine und Freizeitsuchende sowie die Landwirtschaft und die gewerbliche Auskiesung der Baggerseen letztendlich mit der Natur ein ständiges konkurrierendes Aufeinandertreffen geben, so dass eine positive Fortentwicklung dieses Konzeptes mit Naherholung, Landschaftsschutz, Vogel- und Naturschutz einer dringenden Koordinierung durch Ranger erforderlich machte. Die Ordnungskräfte des Ordnungsamtes der Stadtverwaltung sind zu weit vom Schuss weg und deshalb fast nie vor Ort, wenn sie gebraucht werden. Die einzige wahre Chance zur Koordination der Belange bestand in der Anstellung von Rangern, so Hassl, und weiter: „Ich habe die Ranger aus der Taufe gehoben und die Namensgebung gewählt, da sich jeder etwas unter einem Ranger vorstellen kann. Die Ranger sind meines Wissens einmalig im Landkreis und haben zum einen eine polizeiliche aber überwiegend naturschutzrechtliche Funktion und unterstehen deshalb unmittelbar dem Bürgermeister.“

Die Ranger sollen mit den Bürgern vor Ort in erster Linie im Dialog stehen und Aufklärungsarbeit leisten. Sie sollen erste Ansprechpartner für Meldungen, bei Notfällen und der Entgegennahme von Verbesserungsvorschlägen sein, erläutert Hassl. Eine dauerhafte Rangerstation am See sei außerdem in Planung. Die Ranger seien angewiesen, die Naherholungssuchenden auf die rechtliche Besonderheit des bestehenden Landschaftsschutz- und Vogelschutzgebietes hinzuweisen und ihnen Naturzusammenhänge bürgernah zu erklären. Kraftfahrverkehre seien aus diesem Bereich herauszuhalten und würden ordnungsrechtlich verfolgt, ebenso wie ungebührliches Benehmen und Hinterlassen von Müll und Verschmutzungen. „Es kann nicht angehen, wenn Jugendliche und Erwachsene offensichtlich vergessen haben, dass man seinen Müll nicht einfach liegen lässt oder gar im See entsorgt. Unsere Ranger werden dieses Verhalten künftig nicht mehr dulden“, so Hassl weiter.

Eine Vielzahl von Abfallbehältnissen solle zusätzlich installiert werden, ebenso Hundekotbehälter. Jeder Hundebesitzer soll künftig gebeten werden, Kotbeutel für seine Vierbeiner mitzuführen und auch die Besonderheiten der Brut- und Setzzeiten im Landschaftsschutzgebiet zu beachten. Zur besseren Umrahmung des Ganzen werden in dieser Saison noch Hinweistafeln und Verhaltensregeln aufgestellt werden. Insbesondere wird auf den 3-Zonen-Bereich im Landschaftsschutzgebiet hingewiesen werden. Die Zone 1 wird der sogenannte Strandbereich mit Restaurationsbetrieb und Platz für die Wohnmobilisten sein, wo sich jeder aufhalten darf. In der Zone 2 darf nicht gelagert werden und man hat auf den Wegen zu bleiben, die nicht verlassen werden dürfen. Die Zone 3, so der Bürgermeister, ist die Tabu-Zone. Diese darf von Menschen nicht betreten werden. Hier erhält die Natur ihren Rückzugs- und Entfaltungsraum. Hassl ist sich sicher, dass die Menschen nur in Symbiose und im Einklang mit der Natur agieren dürfen. Jeder hat seinen Platz im Gesamtgefüge und daher sind die Ranger das dringend erforderliche Bindeglied, um alles im Gleichgewicht und im Einklang zu halten.

Hassl bittet die Bevölkerung daher, den Anweisungen und Ratschlägen der Ranger mit Respekt Folge zu leisten.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Trotz Corona-Krise: Deutsche Post weiterhin auf Trapp

Mit der Aktion „Wurfsendung“ möchte die Deutsche Post bundesweit auf die neuen Schutz- und Hygienemaßnahmen aufmerksam machen.
Trotz Corona-Krise: Deutsche Post weiterhin auf Trapp

Anwohner halfen  beim Löschen: Schuppenbrand in Wahlshausen 

Ursache: Vermutlich hatte sich Glut entzündet
Anwohner halfen  beim Löschen: Schuppenbrand in Wahlshausen 

Hoher Sachschaden nach Zimmerbrand in Einfamilienhaus

Einsatz für Feuerwehren am Montagabend im Bad Hersfelder Stadtteil Hohe Luft
Hoher Sachschaden nach Zimmerbrand in Einfamilienhaus

Rund 200.000 Euro Schaden bei Brand in Bad Hersfeld

Einfamilienhaus am Montagabend in Bad Hersfeld in Flammen
Rund 200.000 Euro Schaden bei Brand in Bad Hersfeld

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.