Bebras Rathauschef Uwe Hassl kandidiert doch nicht mehr

Bebras Noch-Bürgermeister Uwe Hassl.

Aus gesundheitlichen Gründen hat Hassl entschlossen, seine Kandidatur als Bürgermeister zurück zu ziehen.

Bebra. Am heutigen Montag ist um 18 Uhr Bewerbungsschluss für die Abgabe von Bewerbungen zur Bürgermeisterwahl in Bebra am 8. September. Uwe Hassl, amtierender Bürgermeister von Bebra, hat sich entschlossen, seine Bewerbung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu erneuern. In Folge dessen habe er seine Bewerbungsunterlagen auch nicht abgegeben. Einziger Kandidat sei nun Stefan Knoche, der Geschäftsführer der städtischen Stadtentwicklungsgesellschaft.

Uwe Hassl über die Gründe seiner Entscheidung: "Seit geraumer Zeit fühle ich mich gesundheitlich nicht auf der Höhe. Ich dachte immer, so etwas gibt sich wieder und man erholt sich nebenher, wie von einer Grippe. Und am Besten lässt du dir aber nichts anmerken, denn die Stadtentwicklung in Bebra muss ja weitergehen und ein geschwächter Bürgermeister ist ein klares Angriffsziel. Das letzte Jahr als Bürgermeister war aber besonders anstrengend für mich. Eine rasante Entwicklung in unserer Stadt und fast keinen Urlaub oder Freizeit, um sich um Familie und die eigene Gesundheit kümmern zu können. Das sind die Höhen und Tiefen einer erfolgreichen Stadtpolitik. Man steht ständig unter Erfolgsdruck und denkt, du bist ja noch jung und schaffst das. Dann kommt der Tag, wo dein Körper sagt, dass man mit 58 Jahren vielleicht doch schon zum älteren Eisen gehört. Im Mai war es dann soweit, dass ich mich einem ersten Eingriff im HKZ unterziehen musste. Es ist schon hart, wenn man zu hören bekommt, dass man kurz vor einem Herzinfarkt stand. Mir wurde angeraten, künftig gesünder, bewusster und vor allen Dingen stressfreier zu leben, denn ich sei der prädestinierte Anwärter für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Du fängst dann an, zu reflektieren. Wie soll ich meine neue Art zu leben in mein spezielles Berufsbild einpassen? Ich fand dazu keine Lösung, weil man 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche Bürgermeister ist und Stress, schlaflose Nächte und Ärger doch nicht vermeiden kann. Aber das Leben hat dann doch noch anderes zu bieten. Wenn ich also als Bürgermeister weitermachen würde, dann würde ich das so machen wie bisher, denn ich liebe den Erfolg und bin eben Perfektionist. Am Ende würde mich das dann das Leben kosten können, aber diesen Preis bin ich nicht mehr bereit zu zahlen. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht und bis zum Schluss habe ich mit mir gerungen. Außer meiner Familie waren dritte Personen in diese Entscheidungsfindung nicht eingebunden. Ich denke, dies dürfte zwar eine Überraschung für alle sein, aber erst ohne das Amt kann ich wesentliche Änderungen in meinem Leben vornehmen und habe mich deshalb entschieden, meine Karriere Ende Februar 2020 zu beenden. Mit Stefan Knoche bekommt Bebra auch einen kompetenten Nachfolger, denn ich habe mit ihm die letzten Jahre sehr eng zusammengearbeitet. Er ist praktisch in die Stadtentwicklung eingearbeitet und kennt ebenso die Schaltzentralen in den Ministerien. Er könnte somit nahtlos die Amtsgeschäfte und eine geordnete Haushaltspolitik von mir übernehmen, denn das war mir am Ende sehr wichtig, einem Nachfolger eine bessere Startposition zu übergeben, als ich sie bei meinem Amtsantritt vorfand. Ich bedanke mich bei allen meinen Wählerinnen und Wählern und meiner Rathausfraktion für die jahrelang gehaltene Treue und Unterstützung und würde mich freuen, wenn dieses Vertrauen auch meinem parteilosen Nachfolger entgegengebracht werden würde. Es wäre zum Wohle unserer Stadt."

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