„Die Besten für Europa“

Parlamentsarbeit in Berlin, Brssel und Straburg Gesprch mit der Europa-Abgeordneten Barbara WeilerVon RAINER HAHNEWaldhesse

Parlamentsarbeit in Berlin, Brssel und Straburg Gesprch mit der Europa-Abgeordneten Barbara Weiler

Von RAINER HAHNE

Waldhessen. Seit 15 Jahren ist Barbara Weiler Europaabgeordnete, gewhlt fr den Wahlkreis Nordhessen. Im EXTRA TIP-Gesprch erzhlt sie, was das eigentlich wirklich bedeutet.Vor fnfzehn Jahren war ich Bundestagsabgeordnete, habe mich darber gewundert, dass wir immer mehr Gesetzesvorlagen aus Brssel auf den Tisch bekommen haben, erzhlt die 61-Jhrige. Mir ist schnell klar geworden, dass sich in Brssel ein immer greres Rad dreht und das in Berlin immer kleiner wird.

Barbara Weiler entschied sich schnell. In der Partei war man irritiert: Du hast doch Deinen Platz in Berlin sicher. Aber das wollte ich nicht, erzhlt sie. Mich haben Brssel und Straburg gereizt.Brssel und Straburg das heit fr die Fuldaerin sonntags Koffer packen, montags gehts mit dem Zug nach Brssel. Dort hat sie eine Wohnung. Doch in der ist sie nur drei Wochen im Monat. Eine Woche gehts nach Straburg. Und das heit fr alle Abgeordneten: Ab ins Hotel. Wenn es nach uns Abgeordneten gehen wrde, htten wir uns schon lange auf Brssel geeinigt, doch das entscheiden die Regierungschefs, und die wollen Frankreich nicht weh tun. Dabei gbe es fr Straburg sicher eine gute Lsung, eine Europa-Universitt zum Beispiel.

Sie selbst kann mit diesem stndigen Wechsel leben. Ich habe gute Zugverbindungen, lacht sie. Aber die Kollegen aus dem Osten tun mir leid. Die sind immer gleich den ganzen Tag unterwegs.Bereut hat sie den Wechsel nach Europa noch keinen Tag. Die Parlamentsarbeit in Berlin und Brssel kann man einfach nicht miteinander vergleichen. Hier herrscht wirklich Transparenz. Besucher staunen immer nur, was sie alles sehen knnen. An das Sprachgewirr gewhnt man sich schnell. Im Parlament wird in alle Landessprachen bersetzt. Auerhalb kommt man mit Englisch hervorragend klar.

Bedauerlich findet es Barbara Weiler, dass sich in der Anfangszeit Esperanto nicht durchgesetzt hat. Der Gedanke ist leider wieder eingeschlafen. Eine gemeinsame Sprache htte alles viel einfacher gemacht. Aber ich habe festgestellt, dass gerade die jungen Abgeordneten aus den Lndern, die nach der Osterweiterung dazu gekommen sind, viele Sprachen sprechen und sich problemlos einbringen. Das hat sowieso eine kulturelle Revolution nach Brssel gebracht bis auf die Speisekarten.So gestrkt geniet sie das Geschehen im Parlament. Hier gibt es keine Mehrheiten wie in Berlin, dafr aber viele Abweichler. Das macht die Arbeit in Brssel faszinierend, dynamisch. Auch die Meinungen von Minderheiten werden gehrt. Abgeordnete arbeiten weitaus selbststndiger, sind selbst stndig auf der Suche nach Mehrheiten fr ihre Themen.Und langweilig wird es nie. Da geht es oft knallhart zur Sache. Zwischen dem franzsischen Rechtsradikalen Le Pen und den Rechten aus Dresden klaffen Welten.

Theoretisch hat das Parlament in Berlin mehr Macht. In der Praxis sieht das ganz anders aus. Wir sind viel mutiger, whlen auch mal eigene Kommissare ab. Die EU-Kommission legt uns Gesetzesvorlagen vor. Wir ndern sie oft total.Barbara Weiler bemngelt allerdings, dass aus Deutschland immer noch hufig Politiker von Gestern kommen. In Brssel entscheidet sich die Zukunft Europas. Hier gehren die Besten hin.

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