Den Brandschutz sicherstellen

Rotenburg. Wir mssen uns heute schon um die Sicherstellung des Brandschutzes von Morgen Gedanken machen diese Ansich

Rotenburg. Wir mssen uns heute schon um die Sicherstellung des Brandschutzes von Morgen Gedanken machen diese Ansicht vertritt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Das Thema ist bedeutsam, denn es geht um die Frage, wie der Brandschutz und das Rettungswesen in einem lndlich strukturierten Flchenkreis wie Hersfeld-Rotenburg auch dann gewhrleistet werden knnen, wenn es immer weniger Feuerwehrleute gibt.

In den vergangenen zehn Jahren haben die 153 Wehren in Hersfeld-Rotenburg insgesamt 373 Aktive verloren das sind, so der Landrat besorgt, die gesamte aktive Feuerwehr der Marktgemeinde Niederaula und zustzlich die gesamte aktive Feuerwehr von Neuenstein, die uns heute gegenber vor zehn Jahren fehlen!

Stell dir vor, es brennt - und die Feuerwehr kommt nicht Wer einmal bei einem Grobrand dabei war und gesehen hat, wie die Flammen ein Anwesen vernichtet haben, fr den ist es eine schlimme Vorstellung, die Feuerwehr knnte tatschlich einmal ausbleiben, erklrte der Landrat im Pressegesprch im Vorfeld der Groen Feuerwehr-Dienstversammlung am Samstag, 23. Februar 2008. So abwegig diese Vorstellung heute noch sei, so sehr mssten sich die Verantwortlichen Gedanken machen:

Wie kann der Brandschutz auch in Zukunft sichergestellt werden. Wie kann gewhrleistet werden, dass auch knftig noch die gesetzliche Frist einzuhalten ist, wonach die ersten Feuerwehrleute sptestens 10 Minuten nach Alarmierung vor Ort sein mssen. Und wie kann die Sollstrke der Einsatzabteilungen sichergestellt werden, wenn viele Mnner und Frauen auswrts arbeiten? Und wie sind noch mehr junge Leute fr die Feuerwehren zu begeistern, auch wenn sie durch ganztgige Schulangebote lange gebunden sind und sie sich fr die knappe Freizeit danach entscheiden mssen zwischen Sport und Freizeit, Spa und Feuerwehr, Hobby und Herausforderung.

Insbesondere bei der Nachwuchssuche und Nachwuchs-Frderung haben die Verantwortlichen in den Feuerwehren in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktivitten entwickelt und auch Erfolge erzielt, berichtet der Landrat. Die Zahl der Jugendwehren stieg von 73 auf jetzt 85. Im Jahre 2007 gab es insgesamt 25 Jugendfeuerwehrleute mehr, als im Jahr zuvor. Und in den Reihen der Einsatzabteilungen sind es 11 mehr, als in 2006. Es zeigt sich, dass bei uns im lndlichen Raum die Mitgliedschaft in der Feuerwehr noch immer einen anderen Stellenwert hat, als in mancher anderen Region, ist Dr. Schmidt gewiss.

Trotz dieser Gegenmanahmen ist die lngerfristige Tendenz allerdings rcklufig: Hatte der Kreisfeuerwehrverband 1998, also vor genau 10 Jahren, noch 3.940 aktive Einsatzkrfte, so sind es heute nur noch 3.567 - ein Rckgang um 9,4 Prozent. 373 Aktive weniger, das sind 41 Lsch-Gruppen weniger, als vor zehn Jahren. Anders ausgedrckt: Die gesamten aktiven Feuerwehren der Marktgemeinde Niederaula und von Neuenstein fehlen heute gegenber vor zehn Jahren!

Das hat nach Ansicht des Landrats klare demographisch bedingte Grnde: Die Feuerwehren sind - wie alle anderen Gesellschaftsbereiche auch - von der demographischen Entwicklung betroffen. Allerdings trifft es die Feuerwehr besonders hart, weil sie wegen der hohen krperlichen Anforderungen ohnehin nur auf diejenigen Mnner und Frauen zurckgreifen kann, die fit genug sind fr die schweren Einstze, beispielsweise unter Atemschutz.

Noch beeintrchtigt das die heimischen Feuerwehren nach Ansicht des Landrats nicht existenziell, aber wenn sich die Entwicklung so fortsetze, knne es knftig Probleme geben, die flchendeckende Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Zu bestimmten Zeiten gebe es bereits heute Engpsse. Diese bekmen die Verantwortlichen zwar in den Griff, hufig aber um den Preis der Parallel-Alarmierung mehrerer Wehren. Der Landrat befrchtet, dass dies auf Dauer auch keine Lsung sein kann. Ebenso wenig wird die Entwicklung neuer technischer Gerte, die weniger Personal brauchen, auf Dauer das Problem lsen.

Eines der grten Sorgenkinder der Wehren im Flchenlandkreis Hersfeld-Rotenburg sind die zahlreichen Mnner und Frauen, die berufsbedingt auspendeln. Diese Pendler fehlen in den Einsatzabteilungen, wenn tagsber ein Unfall ist oder ein Brand bekmpft werden muss. Landrat Dr. Schmidt appellierte daher erneut an die Feuerwehrverantwortlichen, darber nachzudenken, wie man Feuerwehrleute, die berufsbedingt von auerhalb in den Landkreis Hersfeld-Rotenburg herein einpendeln, in die heimischen Wehren einbinden kann trotz aller Versicherungsfragen und Ausstattungsprobleme. Tag fr Tag kommt eine Anzahl gut ausgebildeter Feuerwehrleute in unseren Landkreis herein. Sie knnen oder drfen aber nicht mitwirken, wenn unsere Wehren ausrcken, obwohl es in deren Reihen Lcken gibt, weil unsere Leute in anderen Landkreisen arbeiten. Da msste es doch Mglichkeiten geben, gibt der Landrat zu bedenken.

Er weist auf die Vorschrift des Hessischen Gesetzes ber den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz hin, wonach sptestens 10 Minuten ab Alarmierung die ersten Feuerwehrleute am Einsatzort eintreffen mssen. Noch knnen wir dies sicherstellen: Es ist die grte Strke unserer Feuerwehren, dass sie berall und stets zur Stelle sind. Dies liegt an der besonderen Struktur: Whrend in vielen anderen Lndern die Arbeit von einer professionellen Berufsfeuerwehren erledigt wird, sttzen wir uns auf Freiwillige. Das ist echter Brgersinn und verdient unser aller Anerkennung. Andererseits bedeutet es aber auch, dass ohne die Bereitschaft der Brger, ehrenamtlich mitzuhelfen, die Brandbekmpfung und Rettungsleistung nicht aufrecht erhalten werden knnte oder nicht bezahlbar wre, erklrt Landrat Dr. Schmidt.

Daher sei es eine der wichtigsten Aufgaben der Feuerwehren und ihres Verbandes, neue Mitglieder zu werben, vor allem auch Frauen anzusprechen, und Jugendliche zu motivieren und fr die Feuerwehren zu gewinnen. Die Verantwortlichen in den Wehren haben dies auch erkannt und groe Anstrengungen unternommen, um Jugendliche als Feuerwehr-Nachwuchs zu gewinnen, bekrftigte der Landrat. Auch wenn es angesichts der lngeren Schulzeiten und der ganztgigen Schulangebote schwieriger werde, junge Leute zu berzeugen.

Der Landrat sagte seine Untersttzung zu bei den Bemhungen der Feuerwehren nach Gleichstellung des Brandschutzes in den Schulen mit der Verkehrserziehung. Ich werde das Thema bei nchster Gelegenheit gegenber dem Innenminister nochmals bekrftigen. Es gibt eine Reihe von intelligenten Mglichkeiten, die Themen des Brandschutzes in den Physikunterricht, den Deutschunterricht oder auch in die Ziele von Klassen-Fahrten und Besuchen einzubauen. Sie wissen mich dabei an Ihrer Seite, schloss der Landrat.

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