Breit am Steuer, blau am Rollator

Kontrollen der Rotenburger Polizei: Alles war dabei, vom zugedröhnten 18-Jährigen bis zum "steifen" 83-Jährigen KOMMENTIEREN SIE UNSERE A

Kontrollen der Rotenburger Polizei: Alles war dabei, vom zugedröhnten 18-Jährigen bis zum "steifen" 83-Jährigen

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Von KARSTEN KNÖDL

Rotenburg. Der schlimme Unfall Ende August gab den Ausschlag: Damals hatten sich in Weiterode vier junge Erwachsene (zwischen 17 und 19 Jahren) mit ihrem Auto nach einem Discobesuch überschlagen. Wie durch ein Wunder wurde bei dem Unfall niemand getötet, die vier überlebten  schwerverletzt. Diesen Unfall nahm jetzt die Rotenburger Polizei zum Anlass, um am vergangenen Wochenende Autofahrer verstärkt auf Alkohol- und Drogenkonsum zu filzen.

Und die Bilanz ist schockierend. Dienststellenleiter Norbert Schlüter: "Ich war mehr als erschrocken. Vor allem darüber, dass gerade junge Verkehrsteilnehmer, die noch den Führerschein auf Probe haben, diesen gedankenlos aufs Spiel setzten. Und sich dabei nicht um die eigene Gesundheit und insbesondere die anderer Verkehrsteilnehmehr kümmern."

Schon nachmittags ging’s los

Bereits am Freitagnachmittag ging den Rotenburger Polizisten der erste Fisch ins Netz: In Ronshausen wurde ein 49-jähriger Rollerfahrer angehalten, der offensichtlich unter Alkoholeinfluss stand. Diese Vermutung bestätigte der anschließende Alkotest. Der Führerschein des Mannes wurde sichergestellt, eine Blutentnahme durchgeführt und Strafanzeige erstattet.

Die weiteren Fälle:

Blau am Rollator

– Am frühen Freitagabend griff eine Streife in Rotenburg einen 83-jährigen Mann auf, der mit seinem Rollator unterwegs war. Der Rentner war zwar noch ansprechbar aber dermaßen betrunken, dass die  Beamten ihn samt Gehhilfe nach Hause fuhren. Eine Strafe hat der trinkfreudige Opa nicht zu erwarten.

Ecstasy in der Unterhose

– Am Freitag gegen 21 Uhr zogen die Beamten in Obersuhl einen 18-jähriger Fahrer und dessen 19-jährigen Beifahrer aus dem Verkehr, die augenscheinlich Drogen konsumiert hatten.

Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten in der Hosentasche des Fahrers ein Tütchen mit fast drei Gramm Amphetamin, beim Beifahrer fast fünf Gramm.

Der hatte in einer Tüte in seiner Unterhose außerdem noch sieben Ecstasy-Pillen versteckt. Das bedeutete für den  Fahrer: Ab zur Blutentnahme , eine Strafanzeige und für beide ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Auto im Vorgarten: Abgehauen

– Noch in der gleichen Nacht – gegen 23.30 Uhr und ebenfalls in Obersuhl – wurden die Beamten in die Eisenacher Straße gerufen. "Ein Auto ist in meinen Vorgarten geknallt und die Insassen rühren sich nicht", meldete ein Anwohner. Als die Beamten an der Unfallstelle eintrafen, war jedoch nur noch die leicht verletzte Beifahrerin vor Ort. Der Fahrer, der offensichtlich kurz bewusstlos gewesen war, hatte sich aus dem Staub gemacht. Und konnte trotz großangelegter Suche – die Polizeistationen Rotenburg (mit Diensthund) und Bad Hersfeld, die Autobahnpolizei, die Polizeiinspektion Eisenach und ein Hubschrauber der hessischen Polizei mit Wärmebildkamera waren im Einsatz – nicht gefunden werden.

Am Samstagnachmittag meldete sich der 19-jährige Fahrer schließlich bei der Polizeistation in Rotenburg. Sein Führerschein wurde sichergestellt. Der Gesamtsachschaden beträgt ca. 10.000 Euro

– Am Samstag morgen gegen 0.40 Uhr wurde ein 19-jähriger Pkw-Fahrer aus Wildeck überprüft. Gegen den jungen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – wegen des Verdachts auf Erwerb, Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln, sowie wegen Führen eines Fahrzeuges unter Betäubungsmittel-Einfluss.

Fersengeld gegeben

– Rund zwei Stunden später flüchtete ein Autofahrer vor den Rotenburger Beamten, als diese ihn anhalten und kontrollieren wollten. In einer Feldgemarkung konnte er schließlich gestellt werden. Der 19-Jährige hatte offensichtlich Alkohol getrunken, was der durchgeführte Test bestätigte. Führerschein und Fahrzeugschlüssel war er daraufhin erst einmal los.

– Am Samstag gegen 23.45 Uhr stellten die Beamten in Bebra bei einem 48-jährigen Pkw-Fahrer Alkoholgeruch fest. Der Test zeigte etwas mehr als 1 Promille an. Eine Blutentnahme erfolgte, auch er musste den Führerschein abgeben.

2 Promille, aber keine Pappe

– Am frühen Sonntagmorgen geriet ein 20-jähriger Morschener in eine Verkehrskontrolle. Er war in Bebra auf der Hersfelder Straße unterwegs. Nach dem "Pusten" staunten die Beamten nicht schlecht: Fast 2 Promille zeigte der Alkotester an.

Den Führerschein konnten die Polizisten dem jungen Mann allerdings nicht wegnehmen. Er war nämlich nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Das gab eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis.

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ZWISCHENRUF

von KARSTEN KNÖDL

Traurig, Traurig

Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat werden wir von den Medien zugeschüttet mit schlimmen Polizeimeldungen. Schwerer Unfall mit Todesfolge hier, zahlreiche Verletzte dort. Dazu predigen es die Fahrlehrer, die Polizisten gehen in die Schulen oder kommunizieren es andererorten: Wie gefährlich es ist, unter Drogen- oder Alkoholeinfluss Auto zu fahren, müsste mittlerweile auch dem Dümmsten klar geworden sein.

Nun muss man sich doch wirklich fragen, warum es immer noch Kandidaten gibt, die sich zuknallen und dann die eigene Gesundheit – oder was noch viel schlimmer ist: Die der Anderen – fahrlässig aufs Spiel setzen.

"Es gibt immer wieder Leute mit einer halben Gehirnzelle", sagte St. Paulis Trainer Holger Stanislawski nach der Randale beim Zweitliga-Spiel in Rostock. Und das trifft auch hier den Nagel auf den Kopf.

Ist es denn die "Mir-wird-schon-nichts-passieren-Mentalität", die diese Menschen treibt?

Offensichtlich sind diese Menschen gewissenlos, lern-resistent und auch durch die drohenden Sanktionen nicht davon abzuhalten, betrunken oder unter Drogen Auto zu fahren. Da fragt man sich frustriert und dessillusioniert, was man noch machen soll.

Muss denn immer erst das Schlimmste passieren, müssen diese Dummköpfe erst jemanden zu Tode fahren, bevor sie zur Besinnung kommen? Aber selbst dann – würde ich behaupten – würden diese Gewissenlosen noch nicht mal umreißen, was sie da angerichtet haben Traurig, Traurig.

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