Bürger entwickeln Ideen für die Bad Hersfelder Innenstadt

Bad Hersfeld. Trotz des schönen Wetters am vorvergangenen Samstag kamen fast 30 Bürgerinnen und Bürger zu einer Werkstatt in die Konrad-Duden-Schul

Bad Hersfeld.Trotz des schönen Wetters am vorvergangenen Samstag kamen fast 30 Bürgerinnen und Bürger zu einer Werkstatt in die Konrad-Duden-Schule, um gemeinsam Ideen zur Weiterentwicklung der Innenstadt zu erarbeiten. Eine bunte Mischung aus Bewohnern sowie Vertretern des Handels, der Immobilienwirtschaft, Sozialeinrichtungen und der Verwaltung nahmen sich der vier Themenbereiche Stadtbild, Wohnen, Einzelhandel und energetische Stadtsanierung an, um Probleme aufzuzeigen und Handlungsansätze zu formulieren. Die Ergebnisse fließen in ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept ein, welches zum Abschluss der Stadtsanierung erstellt wird.

So wurden intensiv städtebauliche Missstände diskutiert. Hierzu gehörten nach Auffassung der Beteiligten insbesondere Teilbereiche der Unteren Frauenstraße, des Ransen und Fiddelhofs oder beispielsweise die Stadteingänge an der Benno-Schilde-Straße oder der Breitenstraße. Weiterhin wird Handlungsbedarf zur Aufwertung der "Unterstadt" im Bereich Badestube und Klaustor, Obergeis und Untergeis sowie im Bereich des Herkules gesehen.

Grund hierfür sind vor allem die Leerstände von Wohngebäuden und Ladengeschäften, der teilweise schlechte bauliche Zustand einzelner Gebäude oder mangelhafte Freiraumsituationen. Als "vergessene Orte" sahen die Beteiligten beispielweise den Bereich rund um den Ransen oder die Ritterstraße an. Für die "Unterstadt" wurden Sicherheitsaspekte angesprochen und angeregt, diesen Bereich autofrei zu gestalten.

Weiterhin stellen in einigen Fachwerkhäusern die ungünstigen Wohnungsgrundrisse, die niedrigen Raumhöhen und die mangelnde Barrierefreiheit ein Problem für die künftige Nutzung der Gebäude dar. Als Lösungsvorschläge wurden z.B. Bauherrengemeinschaften angeregt, um als Investorengruppe Gebäude oder Wohnungen auch zusammen zu legen und damit Grundrisse zu vergrößern. Weiterhin wurde die Idee entwickelt, leerstehende Erdgeschossbereiche für ältere Menschen als barrierefreien Wohnraum umzubauen, um dem demografischen Wandel des Quartiers gerecht zu werden. Jüngere Menschen und Familien hingegen benötigen größere Wohneinheiten als noch vor 20 Jahren, da der Wohnflächenbedarf gestiegen ist.

Im Bereich des Handels sehen sich die Werkstatt-Teilnehmer gut aufgestellt. Bad Hersfeld ist als Einkaufsstadt attraktiv und lebendig. Die Anregung, wieder verstärkt einheimische Unternehmer anzusiedeln, wird begrüßt. Allerdings wird festgestellt, dass viele traditionelle Unternehmen auch durch Filialketten verdrängt wurden und die Ladenmieten zu hoch sind. Diese Tendenz ist überall in Deutschland  erkennbar. Alle Beteiligten sehen Bad Hersfeld als "Stadt der kurzen Wege", insbesondere durch die kompakte Fußgängerzone, die vielfältigen (jedoch verbesserungswürdigen) Parkmöglichkeiten und die Anbindung an das Rechberg-Gelände. Kritisch sieht man die Entwicklung rund um den Marktplatz, da dort viele traditionelle Kleinunternehmer mit fester Kundschaft gemeinsam altert und auch dort die Leerstände immer schwieriger zu vermarkten sind. Positiv wird die Entwicklung der Johannesstraße und der Breitenstraße verfolgt.

Im Bereich der Energieversorgung und energetischen Stadterneuerung soll künftig der Fokus noch mehr auf die historische Bausubstanz gelegt werden. Es geht darum, das kulturelle Erbe als identitätsstiftend zu bewahren, gleichzeitig diesen Bestand angemessen heutigen energetischen Standards anzupassen. Blockheizkraftwerke, die mehrere Wohneinheiten versorgen, können die Energieeffizienz im Quartier steigern. Energetische Sanierungen in historischer Bausubstanz sind komplex und stellen einen hohen Informationsbedarf seitens der Eigentümer dar. Es wird angeregt, diesen Beratungsbedarf künftig z.B. durch Direktkampagnen des E-Punkts als Beratungsstelle innerhalb der Altstadt zu befriedigen. Schon heute ist der E-Punkt kompetenter Ansprechpartner für alle Gebäudeeigentümer der Stadt.

Alle beteiligten sich sehr rege und kompetent an den Gesprächsrunden und gingen mit dem guten Gefühl nach Hause, einen wichtigen Prozess für ihre Altstadt angestoßen zu haben. Man kann nur hoffen, dass die nächste geplante Werkstatt, bei der die Ergebnisse des Integrierten Entwicklungskonzeptes vorgestellt werden sollen, nicht auf einen goldenen Oktobertag fällt.

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