Bürger unter Strom

Geplante Hchstspannungsleitung der E.ON: SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth strkt BrgerinitiativenVon HELGA WERNHARDTWaldhessen

Geplante Hchstspannungsleitung der E.ON: SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Roth strkt Brgerinitiativen

Von HELGA WERNHARDT

Waldhessen. Wir brauchen Euch! rief der Bundestagsabgeordnete Michael Roth, SPD, den rund 140 Zuhrern zu, die sich ber das geplante EnLAG-Gesetz informieren wollten.

Der Zungenbrecher

Das so genannte EnLAG heit zungenbrecherisch Energieleitungsausbaugesetz. Und es geht um das leidige Thema ,380-KV-Freileitungen des Stromkonzerns E.ON.

Die Brgerinitiative ,Keine 380.000-Volt-Freileitung im Werra-Meiner-Kreis hatte zu einer Diskussionsveranstaltung mit Sachverstndigen in das Brgerhaus Waldkappel geladen. Der angekndigte Dr. Hermann Scheer war verhindert.

Waldkappels Brgermeister Reiner Adam bezog gleich zu Anfang Position: Gibt es also Hoffnung, dass die Stromtrasse doch noch unterirdisch verlegt wird? Das benachbarte Niedersachsen hat es vorgemacht und will als erstes Bundesland eine Erdverkabelung per Gesetz ermglichen.

Das in der vergangenen Woche verabschiedete Gesetz besagt, dass Stromtrassen unterirdisch verlegt werden knnen, wenn sie weniger als 200 Meter entfernt von Husern gebaut werden. Landschaftsschutzgebiete drften nach der neuen Regelung gar nicht mehr von Freileitungen gekreuzt werden.

Eine Chefsache

Nun hat die Bundesregierung dieses Gesetz zur Chefsache gemacht und will die darin enthaltenen Bedingungen bundesweit anwenden.

Seit dem 7. Oktober liegt ein entsprechender Gesetzestext vor. Ob das Gesetz verabschiedet und Anwendung finden wird, hnge in nicht unbetrchtlicher Weise von den Brgerinnen und Brgern sowie von den ihnen gewhlten politischen Vertretern ab, so Roth.

Ausweichende uerung

BI-Vorsitzender Klaus Rohmund betonte, dass die Brgerinitiative sich bisher an die Landesregierung gewandt habe, Roland Koch sich jedoch ausweichend geuert habe. Auf Bundesebene habe man sich an Petitionen, Resolutionen und Appellen beteiligt. Erwogen habe man auch ein eigenes hessisches Lndergesetz. Das neue EnLAG wrde dies jedoch gegenstandslos machen. In nchster Zukunft sind groe Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee (Offshore) in Vorbereitung.

Der Stromversorger E.ON plant diese in mehreren greren Trassenfhrungen durch die Bundesrepublik zu fhren. Eine davon, die Trasse Wahle-Mecklar, knnte den Werra-Meiner-Kreis kreuzen.

Wir sind nicht grundstzlich gegen Strom, so Klaus Rohmund. Wir fordern jedoch eine Erdverkabelung nach dem neuesten Stand der Technik wie eine gasisolierte unterirdische Leitungstechnik und Hochspannungs- Gleichstrom-bertragung.

Veraltete Technik

Es sei absurd, eine veraltete Technik wie berlandleitungen anzuwenden. Die Argumente der Energiekonzerne, eine Erdverkabelung sei zu teuer (rund zwei Millarden Euro) und wrde die Stromkunden unntig belasten, wurden in der Diskussion vom Tisch gewischt.

Roth: Den Stromversorgern geht es gut, die knnen sich die Investition durchaus leisten. Seiner Meinung nach sollten die Kosten auf alle Energieversorger umgelegt werden. Bis das neue Gesetz verabschiedet wird, ist jedoch weiterhin ein groer Druck aus der Bevlkerung vonnten. Bis zur Verabschiedung des EnLAG werden noch einige Experten und Sachverstndige gehrt. Dazu gehren selbstverstndlich auch die Vertreter der Brgerinitiativen, so Roth.

Infos: Klaus Rohmund, 05657-9190105.

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