"Es muss alles passen" in der Gemeinde

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Udo Langer kandidiert zur Bürgermeisterwahl am 24. September in Schenklengsfeld.

Bürgermeisterkandidat Udo Langer will „Garant für eine lebenswerte Zukunft in Schenklengsfeld“ sein.

Schenklengsfeld. Udo Langer von der Bürgerliste ist im Ortsteil Oberlengsfeld aufgewachsen, konnte beruflich viel Führungserfahrung sammeln und kandidiert nun als Bürgermeister für Schenk­lengsfeld.

Bürger miteinbeziehen

Vieles in einer Gemeinde kann von den entsprechenden Entscheidungsträgern entschieden werden. „Bei teils existenzgefährdenden Themen wie Straßenbeiträgen sollten die Bürger jedoch selbst mitentscheiden, was in Form einer klassischen Abstimmung über zwei bis drei ausgearbeitete Konzepte möglich wäre“, erklärt Langer. Zudem soll es feste Zeiten für alle Ansprechpartner in der Verwaltung geben. „Um die Bürger mehr einzubeziehen halte ich es für sinnvoll, dass Bürger schriftlich Fragen an den Gemeindevorstand oder die Fraktionen richten, die vor den Sitzungen etwa 20 Minuten lang beantwortet werden“, so Langer. „Natürlich werden auch Anregungen gerne gehört“. Damit ließe sich der Kontakt zwischen Entscheidungsträgern und Betroffenen intensivieren.

Interkommunaler Austausch

Um Kosten zu sparen, soll laut Langer die interkommunale Zusammenarbeit vorangetrieben werden. „Die Identität des Ortes soll dabei aber erhalten bleiben. Nur wo es sinnvoll ist, sollten Kosten gespart werden.“

Keine Industriegemeinde

„Schenklengsfeld ist eine schöne Gemeinde, in der es sich lebenswert wohnen lässt“, freut sich Langer. Es gibt Kindergärten, Schulen, Einkaufsmärkte, ein Schwimmbad, Tennisplätze und viele verschiedene Vereine. „Eine Industrieansiedlung in Schenklengsfeld wird sich jedoch sehr schwierig gestalten, da der unmittelbare Anschluss zur Autobahn fehlt. Daher ist es für Schenklengsfeld umso wichtiger, weitere kleinere Unternehmen, wie Architekturbüros u.ä. anzulocken. Hierfür ist die Breitbandanbindung in jedem Ortsteil von entscheidender Bedeutung“, ist sich Langer sicher, denn, „meistens wird zuallererst nach der Internetversorgung gefragt, bevor andere Kriterien in den Blickpunkt geraten.“

Angebote für die Jugend

„Für viele junge Familien hätte es Vorteile, wenn beide Elternteile möglichst früh wieder in ihr Berufsleben zurückkehren könnten. Um dies zu unterstützen, sollte es eine entsprechende Betreuung in den Kindergärten geben. Die Betreuungszeiten müssten sich nach den Gegebenheiten des Berufsalltags richten“, überlegt Langer. Natürlich kostet ein längeres Angebot im Kindergarten auch mehr Geld, aber es wäre nach Langer gut investiert, wenn es Familien entlastet. Außerdem wäre es sinnvoll, das Nachmittagsangebot der Gemeinde mit dem Angebot der Gesamtschule abzugleichen, damit nichts kollidiert. ‘Es passt alles’ soll der Eindruck sein, den Familien in Schenklengsfeld haben. „Jugendliche können auch immer mit Wünschen und ihren Vorstellungen an die Gemeinde herantreten und wir schauen, was sich davon umsetzen lässt.“

Ärztliche Versorgung

„Schon immer gibt es drei allgemeine Arztpraxen in unserer Gemeinde. Um diese ärztliche Versorgung auch in der Zukunft zu gewährleisten, ist es wichtig für junge Ärzte entsprechende Anreize zu bieten, damit es sich für sie lohnt, sich in unserer Gemeinde niederzulassen. Hier wäre ein Ärztehaus denkbar, das sowohl den Ärzten, als auch den Patienten die Vorteile einer ‘Rundumversorgung’ bieten würde“, gibt Langer zu Bedenken. Auch die Busse sollten zwischen den Ortsteilen häufiger fahren, damit ältere Menschen leichter zum Arzt und zurück kommen. Ein Transportdienst oder der Einsatz von kleineren Bussen wäre dahingehend denkbar.

Ehrenamtliche Leistung

„Es ist immer gut, wenn sich Bürger selbst einbringen und diese ehrenamtliche Leistung sollte entsprechend gefördert werden, wie etwa durch Ermäßigungen, Gutscheine und eine eine jährliche Einladung aller Ehrenamtlichen zu einer gemeinsamen Veranstaltung“, ist sich Langer sicher.

Tourismus rund um die Linde

Auch wenn es nur einmal im Jahr wäre, sollte man doch versuchen, Konzerte rund um die Linde zu organisieren, damit jeder Schenklengsfeld mit einem wiederkehrenden Ereignis in Verbindung bringt. Auch eine stärkere Einbindung der Burgruine Landeck ist für Langer denkbar.

Erdgas für alle

„Ich halte Erdgas für eine zukunftsträchtige Energieform, die für jeden Bürger nutzbar sein sollte“, fordert Langer, „bevor die Heizölpreise dras­tisch ansteigen“. Ob die Bürger zur Umstellung auf Erdgas bereit sind, könnte auch über eine Bürgerbefragung in Erfahrung gebracht werden, bevor gebuddelt wird.

+   +   +   Kurzbiographie   +   +   +

Udo Langer wurde 1959 geboren, ist verheiratet, hat ein Kind und wuchs in Oberlengsfeld auf. Nach dem Abitur und Grundwehrdienst machte Langer den Dipl.-Ing. im Maschinenbau. Seit 1989 arbeitet er bei DuraFiber (ehemals Hoechst) in Bad Hersfeld. In Schenklengsfeld ist Langer seit 2006 Gemeindevertreter, seit 2008 Fraktionsvorsitzender und seit 2016 auch Vorsitzender der Gemeindevertretung. Nebenbei engagiert sich Langer bei der Feuerwehr Wippershain und im Breitensportförderverein.

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