Ein Cyborg ganz privat

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Bad Hersfeld. „Als Roboter bin ich voll in meinem Element!“ – Ein Gespräch mit Tim Boerschel, dem Maschinenmenschen vom Lullusfest 2014.

Bad Hersfeld. In seiner ­Rolle als "The Cyborg" faszinierte Schausteller Tim Boerschel die Besucher des ­diesjährigen Lullusfests. Doch was steckt hinter der spacigen Verkleidung, dem vielen Kunstblut und der Schminke?

Zunächst einmal ein ganz normal wirkender, sympathischer Mensch. Schnell wird die Begeisterung deutlich, die Boerschel seinem Beruf entgegenbringt. Die "Faszination Roboter" begann schon im frühen Kindesalter, mit neun Jahren – Boerschel erinnert sich: "Das allererste Kostüm hat mir meine Mutter zu Karneval geschneidert. Nach einem Auftritt eines ­Unterhalters im Roboterkos-tüm wollte ich auch unbedingt so etwas machen."

Es folgten einige Auftritte in Jugendclubs, bis sich der heutige Profi auf die Straße wagte und unter anderem auf der Kölner Domplatte auftrat. "Irgendwann wurde ich für meine erste Veranstaltung gebucht und merkte, dass ich mit meinem Hobby auch Geld verdienen kann."

Bis in die 90er reiste er als Straßenkünstler quer durch Deutschland und trat gemeinsam mit einem Kollegen auf. Bis ihn ein Schausteller ansprach und engagierte: "Damals freute ich mich über die willkommene Abwechslung." Und so kam es, dass Boerschel weltweit auftrat – unter anderem in Frankreich, Italien, Holland, Amerika und China.Doch auch nach ähnlichen Jobs in zum Beispiel Geisterbahnen ist dem gebürtigen Kölner klar: "Roboter sind und bleiben einfach mein Element." Anfangs noch mit Fahrrad, Zelt und Schlafsack unterwegs, lebt Tim Boerschel mittlerweile gemeinsam mit seiner Frau in einem Wohnwagen und reist von Fest zu Fest.

Ab seinem 40. Lebensjahr möchte der heute 37-Jährige nicht mehr auf Volksfesten auftreten. "Trotzdem wird der Roboter in mir nie ganz verschwinden", legt sich Boerschel fest. Immerhin noch hobbymäßig soll der Maschinenmensch dann von Zeit zu Zeit auftreten. Schon jetzt freut sich Tim Boerschel darauf, eine Familie zu gründen und sein Geld als Imbiss-Besitzer zu verdienen. Bis dahin können ihn seine Fans noch gemeinsam mit dem Traumgenerator (einem ­Simulations-Fahrgeschäft) erleben.

Bad Hersfeld bleibt in guter Erinnerung

In Bad Hersfeld und somit auf dem Lullusfest ist der menschliche Cyborg zum dritten Mal gewesen. Über "Lolls" sagt er: "Es ist jedes Mal sehr schön bei und mit euch. Mich hat besonders gefreut, dass manche Besucher mehrmals kamen, um mich zu bewundern." "Leider", so fügt Boerschel hinzu, "gibt es aber immer mehr Betrunkene, die die familienfreundliche Atmosphäre auf Jahrmärkten zunichte machen."

Doch viel Zeit, dem Lullusfest hinterherzutrauern, bleibt nicht: Nachdem der Traumgenerator in Bad Hersfeld abgebaut wurde, ging auch Boerschels Reise gleich weiter – zum Soester Volksfest. Danach wird der Cyborg bis zum 6. Januar in Paris auftreten.

Bevor die Volksfest- und Kirmessaison im nächsten März weitergeht, genießt Tim Boerschel alias "The Cyborg" erst einmal seinen wohlverdienten Urlaub – auch Maschinen brauchen schließlich mal eine Auszeit.

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