Datenmissbrauch: Hassl rät zur Vorsicht

Schutz vor Datenmissbrauch bei Alters- und Ehejubiläen - das rät Bebras Bürgermeister

Bebra. „Gern möchten wir Missverständnisse bei Alters- und Ehejubiläen vermeiden, die weitestgehend im Zu-­sammenhang mit der Weitergabe von Daten an die Presse entstehen könnten“, so der Bürgermeister der Stadt Bebra, Uwe Hassl und weiter: „Viele unserer älteren Mit-­bürger lesen sich gern in der Zeitung, wenn sie einen ­hohen Geburtstag oder ein Ehejubiläum feiern. Manche erwarten das gar.“

Die Weitergabe der Daten, wie jetzt Bürgermeister Hassl betont, mache er nur ­ungern, ist dazu aber nach dem Bundesmeldegesetz in bestimmten Fällen verpflichtet. Grund der Widerwilligkeit sind Erfahrungen und Tatsache, dass bei Bekanntgabe eines Geburtstages in der Presse durch einfache Rückrechnung das Geburtsdatum ermittelt werden kann.

Mit dem Vor- und Zunamen, einem womöglich noch vorhandenen Telefonbucheintrag mit Adresse, können Trickbetrüger und Einbrecher schnell in den erforderlichen Wissens­­stand gelangen, um Schind-­luder mit den Daten von Alters- und Ehejubilaren zu treiben. Schnell wissen Straftäter somit, wann der betroffene Jubilar Geburtstag hat und vielleicht sogar nicht zu Hause ist. „Man sollte deshalb in der heutigen Zeit besser einen melderechtlichen Sperrvermerk beim Einwohnermeldeamt setzen lassen“, so der Bürgermeister, der als Anwalt weiß, wovon er spricht.

Wenn dieser Sperrvermerk bei der Stadt nicht gemeldet wird, ist diese nach dem Meldegesetz verpflichtet, Altersjubiläen ab dem 70. Geburtstag und jeden fünften weiteren Geburtstag sowie den 100. und jeden Folgegeburtstag der Presse zu melden.

Bei den Ehejubiläen geht es ab der Goldenen Hochzeit los. Auch Adressbuchverlage können so an Datenbestände zulässigerweise gelangen.

„Mit dem Setzen eines Sperrvermerkes entsteht aber regelmäßig ein Dilemma“, so Hassl, „denn wer den Sperrvermerk setzen lässt, bekommt auch keine Ehrung durch die Stadt, da die Daten nicht mehr vom System „ausgespuckt“ werden. Wer einmal einen Sperrvermerk hat setzen lassen und diesen nicht wieder zurücknimmt, bekommt auch keinen Anruf von der Stadtverwaltung mehr, ob er eine Ehrung zum hohen Geburtstag oder Ehejubiläum haben möchte“.

Hassl weiter: „Das ist dann auch der Grund für Ver-­stimmungen und Missverständnisse, wenn wir vom ­Geburtstag oder Ehejubiläum nichts wussten.“ Allerdings kann trotz Sperrvermerks, den Hassl in jedem Fall ­dringend empfiehlt, dennoch eine Ehrung erfolgen, wenn man sich nämlich persönlich mit einem Anruf bei der Stadt meldet. Rund vier bis sechs Wochen vor dem Jubiläum muss man Bescheid geben, um einen Hausbesuch zur ­Ehrung zu erhalten. „Dann kann man sicher sein, dass die eigenen Daten nicht öffentlich werden und zum anderen ein Vertreter der Stadt zum Jubiläum auch erscheint“, so der Rathaus-Chef.

Wer sich nicht sicher ist, einen Sperrvermerk erteilt zu haben, kann sich im Einwohnermeldeamt erkundigen und diesen durch einfaches Schreiben auch jederzeit widerrufen. Genauso gut sollte er schriftlich erteilt werden, falls noch kein Sperrvermerk gemeldet wurde.

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