Deutsch-Sprachkurse zeugen von Erfolg

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Die Kursteilnehmer aus Heringen mit ihren Familien, Kursleiterin Rita Brand (Kreishandwerkerschaft), Hubert Lorenz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Frank Kamolz, Bereichsleiter Agentur für Arbeit und Waldemar Domrowski, Leiter Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld - Fulda Foto: Kolb

Asylbewerber lernen Deutsch durch praxisorientierte Sprachkurse im Kreis überraschend schnell.

Heringen. Erste Erfolge der seit Oktober laufenden Sprachkurse im Kreis zeigen sich schon beim Betreten der Volkshochschule in Heringen, als einige der Asylbewerber alle Besucher mit "Guten Tag" begrüßen. Pfarrer Dr. Thorsten Waap vom Christopherus Verein Heringen war schon zu Beginn der Krise der Meinung, dass es wichtig sei "nicht über Höchstgrenzen nachzudenken, sondern Einfluss zu leisten, um Integration zu ermöglichen und ein Beispiel zu geben, wie wir mit dieser krisenhaften Situation umgehen können." Jeder sollte sich auch die Frage stellen: "Was hätte ich mir gewünscht, wenn ich mit meiner Familie aus meinem Land hätte fliehen müssen?" ergänzt Waap.

Welche Ansprüche hätten wir bei einer Flucht?

Eine rechtliche Änderung ermöglichte die ausnahmsweise und zeitlich begrenzte Finanzierung von Sprachkursen für Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive, sofern sie 2015 beginnen und die Teilnehmer noch keinen Integrations- oder Sprachkurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge besucht haben. Dabei war der Landkreis durch sein vorhandenes Netzwerk bei der Koordination und Umsetzung der Pläne sehr wichtig.

Die acht Kurse starteten, nachdem die rechtliche Grundlage Ende Oktober vorlag, bereits im November. "Dabei fällt die Finanzierung der Kurse nicht zu Lasten der restlichen Arbeitssuchenden. Das nötige Geld wird einmalig aus Interventionsreserven genommen, wie auch schon beim Börsencrash 2008" erlärt Frank Kamolz, Bereichsleiter der Bundesagentur für Arbeit Bad Hersfeld - Fulda.  Kamolz hebt zudem hervor, dass die Realisierung der Kurse ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt durch die Kirche darstellt.

In kurzer Zeit viel erreicht

Zwei der Flüchtlinge stellen sich vor. Sie haben zwar noch Probleme mit der Wortstellung sowie der korrekten Flektion von Wörtern, aber ansonsten können sie sich bereits in vollständigen deutschen Sätzen ausdrücken. Dabei verraten sie ihr Alter, erklären woher sie kommen und wie sie nach Deutschland gereist sind. Die Fortschritte sind für die kurze Aufenthaltszeit sehr beachtlich, was den praxisorientierten Kursen zu verdanken ist, in denen Deutsch als Fremdsprache anders gelernt wird, als normalerweise an eine weitere Sprache herangegangen wird. Rita Brand von der Kreishandwerkerschaft gibt in Heringen die Kurse und berichtet: "Sie lernen schnell und gerne. Alle kommen pünktlich. Es ist auch schön, wie man miteinander kommunizieren kann und sie haben absolut kein Problem mit Frauen als Lehrerinnen. Das ist nur ein Vorurteil." Alle Sprachlehrer sind auch Ansprechpartner für soziale Themen und helfen, wo sie nur können.Ein Flüchtling hat zudem eine Rede vorbereitet, in der er sich für die Gastfreundschaft bedankt und sich von den negativen Vorfällen in Deutschland distanzieren will. Sie sind nicht nach Deutschland gekommen, um sich so zu verhalten. Dolmetscher Ragan Kirakosian übersetzt die arabische Rede auf Deutsch, während er die restlichen Reden der Anwesenden auf arabisch übersetzt.

Sie wollen lernen und sind motiviert

Insgesamt gibt es rund 187 Teilnehmer, wovon rund ein drittel Frauen sind und sich noch 77 in laufenden Kursen befinden. Dabei werden ihnen in 320 Stunden die wichtigsten Grundkenntnisse vermittelt. "Die Menschen, die freiwillig zum Lernen kommen, sind motiviert. Sie wollen so schnell wie möglich Kontakt zu ihrem Umfeld und eine sinnvolle Beschäftigung aufnehmen. Neben der Sprache werden auch Normen und Werte vermittelt", erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. In einem nächsten Schritt werden Gespräche mit der Bundesagentur geführt, die jeweiligen Fähigkeiten sondiert und dann sechs wöchige Praktika vermittelt. Alle bisherigen Kursabsolventen haben einen Praktikumsplatz in den Bereichen Pflege, Logistik oder Handel gefunden. Mit weiterem Sprachtraining und steter Förderung lassen sich dann auch Ausbildungen  oder gar dauerhafte Arbeit realisieren.

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